Für aktiver Fernsehzuschauer beginnt bald wieder eine besonders schwere Zeit. Die Sommerzeit ist ja bekanntlich TV-Wiederholungszeit. Kein neuer Tatort am Sonntagabend, nur die 23.Wiederholung aus Münster von 1998 oder zugekaufte Billigfilme in Endlosschleife.
Die privaten Sender fallen bei mir völlig durchs Raster. Unerträgliche Werbe-Unterbrechungen zerstören jeden Film und so oft muss ich nun wirklich nicht zur Toilette. Obwohl – zu den hauseigenen Produktionen passt die Toilette ganz gut wenn man sie daselbst runter spülen könnte. Ein Niveau wo ich sage: „Sorry, da bin ich raus. Das möchte ich mir nicht antun.“
Und für Nicht-Fußballfans kommt erschwerend in diesem Jahr die Fußball-Weltmeisterschaft dazu. Ob es sich bei dieser Veranstaltung um Sport handelt ist schon lange zweifelhaft. Aber was die Oberorganisation, die FIFA, die „Fiese Institution Für Abzocke“, in diesem Jahr zaubert, ist kaum zu toppen. Eine künstlich aufgeblähte Veranstaltung – je mehr Teilnehmer, je mehr Spiele, je länger die Laufzeit, je mehr Werbung, je größer das Geschäft. Eine geniale Idee. Das einschleimen beim amerikanischen Präsidenten – einfach nur ekelhaft. Ticketpreise zum schwindelig werden, merkwürdige Verkaufs- oder Versteigerungspraktiken und wahrscheinlich noch viele zwielichtige Aktivitäten von denen wir gar nichts wissen. Zum Glück kann ich da entscheiden: „Nö, will ich nicht, brauch’ ich nicht.“
Wenn das Wetter schön ist gibt’s vielleicht eine nette Tour mit meinem alten Citroen. Vielleicht gibt es irgendwo Livemusik oder ich stöbere mal in der alten CD-Sammlung. Ganz viele Bücher sind zu lesen und nach langer Zeit ein Bild zu malen wäre auch schön. Vielleicht kochen, Freunde einladen, Wein trinken oder nach Jahren wieder ein Spiel auf den Tisch holen. Vielleicht sogar Gespräche führen. Welch abgefahrene Ideen! So machen wir’s. Ganz ohne TV.
Schade, dass ich für meine TV-Nichtnutzung eine Gebühr leisten muss. Ach, ich drehe es einfach rum: Ich zahle diese Gebühr damit ich die Freiheit habe nicht einschalten zu müssen. Dann tut es nicht so weh.
Beitragsbild: Walter Schubert
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