eMail und KI

Auch bei Mail und KI Anwen­dun­gen gibt es Alter­na­ti­ven aus Euro­pa.

Aber war­um soll­te man sie nut­zen?

Weni­ger Abhän­gig­keit von US-Tech­un­ter­neh­men.

Daten­schutz und Kon­trol­le: Vie­le US-Unter­neh­men unter­lie­gen dem CLOUD Act, der US-Behör­den Zugriff auf Daten gewäh­ren kann. Euro­päi­sche Nut­zer und Unter­neh­men wol­len oft mehr Kon­trol­le über ihre Daten.

Euro­pa hat mit der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO) eines der strengs­ten Daten­schutz­ge­set­ze welt­weit. E‑Mail-Pro­gram­me aus Euro­pa sind oft bes­ser dar­auf aus­ge­rich­tet, die Pri­vat­sphä­re der Nut­zer zu schüt­zen, da sie die­se Regeln strikt ein­hal­ten müs­sen.

eMail

Hier zwei der bes­ten euro­päi­schen Alter­na­ti­ven zu Gmail, die beson­ders auf Daten­schutz und DSGVO-Kon­for­mi­tät ach­ten:

1. Pro­ton Mail (Schweiz)

Pro­ton Mail ist ein Ende-zu-Ende-ver­schlüs­sel­ter E‑Mail-Dienst des schwei­ze­ri­schen Unter­neh­mens Pro­ton AG. Er wur­de durch Jason Stock­man, Andy Yen und Wei Sun, Mit­ar­bei­ter an der CERN-For­schungs­ein­rich­tung, im Jahr 2013 gegrün­det und ist in 25 Spra­chen, u. a. Deutsch, Eng­lisch und Fran­zö­sisch, ver­füg­bar.

https://proton.me/de/mail

2. Tuta (Tuta­nota, Deutsch­land)

Tuta ist eine quell­of­fe­ne und Ende-zu-Ende-ver­schlüs­seln­de E‑Mail-Soft­ware und ein siche­rer E‑Mail-Dienst mit Free­mi­um-Geschäfts­mo­dell. Soft­ware und Dienst wer­den vom Unter­neh­men Tutao GmbH ent­wi­ckelt und ver­wal­tet, das sei­nen Geschäfts­sitz in Han­no­ver hat. Das Geschäfts­mo­dell des Unter­neh­mens ist nicht auf Wer­bung ange­wie­sen .

https://tuta.com/de

3. Auch GMX und Web. de sind kei­ne schlech­te Wahl.

GMX ist ein 1997 gegrün­de­tes deut­sches Web­por­tal, das mitt­ler­wei­le haupt­säch­lich als Anbie­ter von E‑Mail-Diens­ten auf­tritt. Das Unter­neh­men gehört mit dem ehe­ma­li­gen Kon­kur­ren­ten Web. de zur 1&1 Mail & Media GmbH mit Haupt­sitz in Mon­ta­baur, die wie­der­um eine Toch­ter­ge­sell­schaft des United-Inter­net-Kon­zerns ist.

Anwen­der­pro­gram­me für E‑Mails

Ein E‑Mail-Cli­ent ist eine Soft­ware, mit der du E‑Mails emp­fan­gen, lesen, ver­fas­sen und ver­sen­den kannst. Er ver­bin­det sich mit einem E‑Mail-Ser­ver, um dei­ne Nach­rich­ten zu ver­wal­ten.

Hier bie­tet Mozil­la mit Thun­der­bird

eine gute Alter­na­ti­ve zu, zum Bei­spiel, Micro­soft Out­look an.

Mozil­la Thun­der­bird ist ein frei­es eMail Pro­gramm und basiert auf dem Quell­text der Mozil­la Suite und ist für eine Viel­zahl von Betriebs­sys­te­men ver­füg­bar.

Eine Kalen­der Anwen­dung ist genau wie in Out­look auch vor­han­den.

KI aus Europa

Euro­pa will sei­ne tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät stär­ken, um nicht von außer­eu­ro­päi­schen Groß­mäch­ten (USA, Chi­na) abhän­gig zu sein. Eige­ne KI-Ent­wick­lung för­dert Inno­va­ti­on und Wirt­schafts­kraft.

ChatGPT und Goog­le Gemi­ni domi­nie­ren den KI-Markt im Bereich Chat­bots. Bei­de Sprach­mo­del­le stam­men aus den USA. Nach dem erneu­ten Amts­an­tritt von US-Prä­si­dent Donald Trump stellt sich jedoch mehr und mehr die Fra­ge, ob die Ver­ei­nig­ten Staa­ten noch ein ver­läss­li­cher Part­ner für Euro­pa sind.

Mit Le Chat hat das fran­zö­si­sche Start-up Mis­tral AI einen Chat­bot auf den Markt gebracht, der ChatGPT und Goog­le Gemi­ni die Stirn bie­ten soll. Das Unter­neh­men setzt vor allem auf Daten­schutz, Open-Source und euro­päi­schen Flair.

Mis­tral AI ist über Euro­pas Gren­zen hin­aus als füh­ren­de Open-Source-Alter­na­ti­ve zu (geschlos­se­nen) Sys­te­men wie ChatGPT von Ope­nAI bekannt. Unter­neh­men kön­nen etwa LLM-Model­le fle­xi­bel anpas­sen und auf eige­ner Infra­struk­tur betrei­ben – gera­de im Hin­blick an die regu­la­to­ri­schen Anfor­de­run­gen auf EU-Ebe­ne ein Plus­punkt.

Apple App Store

https://apps.apple.com/de/app/le-chat-by-mistral-ai/id6740410176

Goog­le Play

https://play.google.com/store/apps/details?id=ai.mistral.chat&hl=de

Der Dienst ist auch über den Brow­ser ver­füg­bar.

Es gibt auch Alter­na­ti­ven zu

Office Anwen­dun­gen…

Aber dazu später mehr.

Foto: Copi­lot KI

Kommentare

2 Kommentare zu „eMail und KI“

  1. Avatar von Jan Paas
    Jan Paas

    US-Mail- und KI-Anwen­dun­gen set­zen den glo­ba­len Maß­stab, weil sie aus einem Öko­sys­tem stam­men, das kom­pro­miss­los auf Inno­va­ti­on, Kapi­tal und Ska­lie­rung aus­ge­rich­tet ist. Unter­neh­men wie Goog­le, Micro­soft und Ope­nAI inves­tie­ren Mil­li­ar­den in For­schung, Chips, Rechen­zen­tren und Pro­dukt­ent­wick­lung – in einer Geschwin­dig­keit und Grö­ßen­ord­nung, die euro­päi­sche Anbie­ter kaum errei­chen.

    Mit Infra­struk­tur­anbie­tern wie Ama­zon Web Ser­vices, Micro­soft Azu­re und Goog­le Cloud kon­trol­lie­ren US-Unter­neh­men zen­tra­le Tei­le der glo­ba­len Cloud. Die­se tech­no­lo­gi­sche Basis ermög­licht leis­tungs­fä­hi­ge­re Model­le, schnel­le­re Inno­va­ti­ons­zy­klen und naht­lo­se Inte­gra­ti­on in bestehen­de Platt­for­men.

    Euro­pa kämpft dage­gen mit struk­tu­rel­len Nach­tei­len: frag­men­tier­te Märk­te, kom­ple­xe Regu­lie­rung, gerin­ge­re Risi­ko­be­reit­schaft und weni­ger Wag­nis­ka­pi­tal. Wäh­rend US-Anbie­ter Pro­duk­te glo­bal aus­rol­len und ite­ra­tiv ver­bes­sern, wird in Euro­pa häu­fig zuerst regu­liert und danach ska­liert.

    Das Ergeb­nis: US-Lösun­gen sind oft schnel­ler, inte­grier­ter und tech­no­lo­gisch ambi­tio­nier­ter. Euro­päi­sche Ange­bo­te set­zen wich­ti­ge Stan­dards im Daten­schutz, errei­chen jedoch sel­ten die glei­che Dyna­mik oder Markt­durch­drin­gung.

    Kurz gesagt: Die USA bau­en Platt­for­men und ska­lie­ren welt­weit. Euro­pa regu­liert – und kommt dadurch häu­fig spä­ter.

    1. Avatar von Lutz Balschuweit

      Natür­lich haben US-Unter­neh­men enor­me Ska­len­vor­tei­le und Kapi­tal­zu­gang. Das ist unbe­strit­ten. Aber Inno­va­ti­on misst sich nicht nur an Geschwin­dig­keit, Markt­an­tei­len oder Rechen­zen­tren – son­dern auch an Resi­li­enz, Ver­trau­ens­wür­dig­keit und gesell­schaft­li­cher Ein­bet­tung.

      Euro­pa hat ande­re Stär­ken. Mit Regel­wer­ken wie der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung oder dem AI Act setzt die EU glo­ba­le Stan­dards für Daten­schutz und ver­ant­wor­tungs­vol­le KI. Die­se Rah­men­be­din­gun­gen sind kein Inno­va­ti­ons­hemm­nis, son­dern ein Qua­li­täts­merk­mal: Wer in Euro­pa ent­wi­ckelt, ent­wi­ckelt von Anfang an für Sicher­heit, Trans­pa­renz und Grund­rech­te.

      Auch tech­no­lo­gisch ist Euro­pa kei­nes­wegs nur Zuschau­er. Initia­ti­ven wie Gaia‑X oder leis­tungs­fä­hi­ge KI-Model­le wie Mis­tral zei­gen, dass hier eigen­stän­di­ge Öko­sys­te­me ent­ste­hen. Euro­pas Stär­ke liegt zudem in sei­ner indus­tri­el­len Basis – vom Maschi­nen­bau bis zur Auto­ma­ti­sie­rung – und in der Fähig­keit, KI tief in rea­le Wert­schöp­fungs­ket­ten zu inte­grie­ren, statt sie pri­mär als Platt­form­ge­schäft zu betrei­ben.

      Wäh­rend US-Kon­zer­ne stark in zen­tra­li­sier­ten Platt­form­struk­tu­ren den­ken, setzt Euro­pa zuneh­mend auf föde­rier­te, inter­ope­ra­ble und offe­ne Ansät­ze. Das mag weni­ger spek­ta­ku­lär wir­ken, ist aber lang­fris­tig sta­bi­ler und diver­si­fi­zier­ter.

      Ska­lie­rung ist wich­tig. Aber Ver­trau­en ist es auch. Tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät ent­steht nicht nur durch Grö­ße, son­dern durch stra­te­gi­sche Weit­sicht, Koope­ra­ti­on und Wer­te­ori­en­tie­rung. Euro­pa muss sich nicht an den USA mes­sen, indem es sie kopiert – son­dern indem es sei­ne eige­nen Stär­ken kon­se­quent aus­baut.

      Kurz gesagt: Die USA sind schnell und kapi­tal­stark. Euro­pa ist wer­te­ba­siert, resi­li­ent und zuneh­mend selbst­be­wusst. Bei­des sind unter­schied­li­che Model­le – und Euro­pas Modell ist kei­nes­wegs das schwä­che­re.