Beitrag von der Webseite der Stadt Wermelskirchen
Das Gerüst ist ab- und damit kehrt ein Stück Wermelskirchener Geschichte in seine volle Pracht zurück: Nach anderthalb Jahren Sanierungsarbeiten strahlt das denkmalgeschützte Kontorgebäude der Kattwinkelschen Fabrik wieder in neuem Glanz. Ein Zeugnis der industriellen Vergangenheit, das jetzt für die Zukunft bereit ist.
Im Rahmen einer bewilligten Fördermaßnahme in Höhe von 259.000 Euro wurde das Gebäude zwischen 2021 und 2026 teilsaniert. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Sanierung des Gebäudes aus den 1890er Jahren auf etwa eine Million Euro. Ziel der umfassenden Maßnahme war es, die historische Substanz des Kontorgebäudes zu bewahren, zu sichern und nachhaltig zu erhalten. Dabei stand nicht nur die Funktionalität im Fokus, sondern vor allem der Erhalt des historischen Erscheinungsbildes. „Das ist alles in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden erfolgt“, erklärt Kirsten Mäntele, die als Architektin in der Stadtverwaltung das Projekt betreute.
Von der Planung bis zur Ausführung: ein Weg mit Sorgfalt
2021–2023: Planung & Vorbereitung
In der ersten Projektphase standen vorbereitende Untersuchungen und Planungsleistungen im Vordergrund, um den baulichen Zustand sowie die fundierten Planung der denkmalgerechten Sanierung zu ermitteln. Das ist geschehen durch:
- Bauteilöffnungen und Beprobungen der Fassaden
- Detaillierte Begutachtung des Dachstuhls und der Dachdeckung
Durch diese Erkenntnisse konnte ein fachlich fundiertes Sanierungskonzept erstellt werden. Anschließend erfolgte die Ausschreibung und Beauftragung der Fachplanung unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Anforderungen. „Die Planung war kein „Baukasten“, sondern ein Dialog mit der Geschichte um sicherzustellen, dass jede Maßnahme denkmalgerecht und historisch angemessen ist“, sagt das Team des Gebäudemanagements der Stadt, das für die Sanierung zuständig war.
2024–2026: Die Sanierung im Detail
Im Jahr 2024 begann die aktive bauliche Umsetzung der Sanierungsmaßnahme. Zunächst wurde ein umfassendes Arbeits- und Schutzgerüst für die Fassaden- und Dachbereiche gestellt, um die erforderlichen Arbeiten sicher und denkmalgerecht durchführen zu können.
Fassade & Fenster: Handwerkliche Sorgfalt
- Das historische Ziegelmauerwerk wurde nicht nur vollständig saniert, sondern auch liebevoll restauriert. „Die geschädigten Fugen wurden ausgekratzt, gereinigt und mit neuem Mörtel verfüllt. Alle Ziegel, die ersetzt werden mussten, wurden in Handarbeit und in exakt passender Farbe und Form in einer Spezialwerkstatt bei Chemnitz gebrannt“, erklärt Bauleiter Andreas die aufwendigen Arbeiten für die material- und farbgleiche Ersatzsteine. Jeder Stein wurde in Handarbeit gefertigt. Ziel war der dauerhafte Erhalt des historischen Erscheinungsbildes bei gleichzeitiger Verbesserung des baulichen Zustands.
- Die Fenster, von denen viele noch aus der Bauzeit um 1890 stammen, wurden sorgfältig aufgearbeitet und instandgesetzt. Beschädigte Teile wurden vom Tischler repariert oder in traditioneller Handwerkskunst ersetzt.
Dach: Tradition trifft Technik
- Der Dachstuhl wurde umfassend saniert: Schadstellen ertüchtigt, geschädigte Hölzer ausgetauscht oder verstärkt – und in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. „Bei den Planungen haben uns historische Fotos geholfen“, sagt Kirsten Mäntele. Die Dachüberstände wurden wie ursprünglich vergrößert und herausgezogen, um auch einen besseren Witterungsschutz für die Fassade zu gewährleisten – und das historische Gesamtbild zu bewahren. Bei einer früheren Sanierung in den 70er Jahren waren diese verkleinert worden.
- Das Dach wurde denkmalgerecht von einer Fachfirma mit Schiefer in historischer altdeutscher Deckung neu eingedeckt, die dem ursprünglichen Erscheinungsbild entspricht.
Abschluss der Maßnahme: Ein Zeugnis der Vergangenheit für die Zukunft
Bis Ende 2025 waren alle wesentlichen Arbeiten abgeschlossen. Im Januar 2026 wurde das Gerüst zurückgebaut – und das Kontorgebäude strahlt nun wieder in seiner historischen Pracht. Durch die durchgeführten Maßnahmen konnte die historische Bausubstanz des denkmalgeschützten Gebäudes nachhaltig gesichert und in ihrem Erscheinungsbild bewahrt werden.
Die Sanierung ist dabei mehr als nur ein Bauprojekt:
- Sie sichert ein bedeutendes Zeugnis der lokalen Industriegeschichte.
- Sie bewahrt die architektonische Identität Wermelskirchens.
- Sie erfüllt die Zielsetzung der Fördermittel im Sinne des Denkmalschutzes und der Bestandssicherung.
„Das Kontorgebäude der Kattwinkelschen Fabrik ist ein Stück der Geschichte unserer Stadt. Mit dieser Sanierung haben wir auch ein Erbe bewahrt für kommende Generationen“, sagt Bürgermeister Bernd Hibst.
Beitrag und Foto: Stadt Wermelskirchen / Kathrin Kellermann


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