„Lasst uns reden“ — oder besser: „Wir müssen reden“

Ges­tern, am Mitt­woch war das Haus der Begeg­nung Schau­platz einer Begeg­nung, die noch lan­ge nach­hal­len wird. Nata­lia Kuche­ren­ko und Leo­nard Sila­kov hat­ten gela­den – nicht, um uns einen Vor­trag zu hal­ten, son­dern um uns ein­zu­la­den: „Lasst uns reden“. Und  schnell wur­de klar: Gemeint ist nicht, dass nur sie reden – gemeint ist, dass wir mit­ein­an­der reden.

Was sich dar­aus ent­wi­ckel­te, war weit mehr als eine Gesprächs­run­de: Nata­lia, Leo­nard, Natal­ja, Svet­la­na und Ali­na tra­fen auf Men­schen aus Wer­mels­kir­chen, und sechs Gäs­te aus unse­rer Stadt schlos­sen sich an, sodass ein Kreis von Leu­ten ent­stand, die neu­gie­rig auf­ein­an­der waren und bereit, ein­an­der zu begeg­nen. Es war ein Ken­nen­ler­nen vol­ler Wär­me, tie­fer Gesprä­che und ehr­li­cher Offen­heit, und vie­le von uns gin­gen mit dem star­ken Ein­druck nach Hau­se, dass wir, die hier groß gewor­den sind, seit Jah­ren in Frie­den und Wohl­stand leben und gera­de des­halb noch viel ler­nen kön­nen. Unse­re ukrai­ni­schen Freun­din­nen und Freun­de haben uns gezeigt, was Durch­hal­te­ver­mö­gen bedeu­tet: nie­mals auf­ge­ben, Hür­den über­win­den und einem neu­en Anfang wagen. Aus ihren Erzäh­lun­gen über die alte Hei­mat und den Beginn in der neu­en Hei­mat in Wer­mels­kir­chen haben wir gelernt, wie wich­tig Wur­zeln sind – alte und neue – und wie sie durch Begeg­nung, Zuhö­ren und den Wil­len, die Zukunft anzu­neh­men, wach­sen.

Die Gesprä­che gin­gen über Spra­che hin­aus: Es ging dar­um, wie wir den­ken, füh­len und mit­ein­an­der umge­hen; wie wir Fes­te fei­ern; wie wir uns begeg­nen und wie wir uns sehen. Es waren Momen­te des Ler­nens – nicht nur des Deutsch­ler­nens, son­dern des Mensch­lich­wer­dens durch Nähe und Aus­tausch.

Ich gehe nach die­sem Abend mit dem tie­fen Gefühl nach Hau­se, wun­der­ba­re Men­schen ken­nen­ge­lernt zu haben. Und ich freue mich dar­auf, jeden Mitt­woch um 17.30 Uhr wie­der­zu­kom­men ins „Haus der Begeg­nung“, um genau die­ses Gespräch fort­zu­set­zen. Denn nach die­ser Begeg­nung den­ke ich nicht mehr nur: „Lass uns reden“ – ich den­ke: „Wir müs­sen reden.“

Dan­ke an Nata­lia, Leo­nard und alle, die die­sen Abend mög­lich gemacht haben. Begeg­nun­gen wie die­se ver­än­dern eine Stadt; sie ver­än­dern Men­schen.


Nata­lia Kuche­ren­ko und Leo­nard Sila­kov laden jeden Mitt­woch um 17:30 Uhr ins “Haus der Begeg­nung”, Schil­ler­stras­se 6 ein.

Foto: Klaus Ulin­ski

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wird gela­den…

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