“Die Riesinnen”

Das Forum Wer­mels­kir­chen ver­öf­fent­licht regel­mä­ßig Buch­emp­feh­lun­gen für sei­ne Lese­rin­nen und Leser. Denn – Das gan­ze Jahr über ist Lese­zeit! Schon Goe­the wuss­te: “Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zau­ne!”

Hier nun ein Buch­tipp von Bar­ba­ra Busch von der Buch­hand­lung Mara­bu.

“Die Rie­sin­nen” von Han­nah Häff­ner
ISBN: 9783328604334
Erschie­nen 02.2026 im Ver­lag Pen­gu­in Ran­dom House
Gebun­den 24,00€

Han­nah Häff­ner – “Die Rie­sin­nen” gele­sen und für Sie vor­ge­stellt von Bar­ba­ra Busch.

Die­sen Roman hat­te ich tat­säch­lich auf­grund des doch eher blas­sen Covers nicht auf dem Schirm, wur­de dann aber auf­grund von eini­gen posi­ti­ven Rezen­sio­nen auf ihn auf­merk­sam und habe ihn genos­sen.

Im Mit­tel­punkt ste­hen drei Frau­en aus der Fami­lie Riess­ber­ger: Lie­se, Cora und Eva. Drei Gene­ra­tio­nen, die alle auf ihre eige­ne Wei­se mit dem Gefühl kämp­fen, nicht rich­tig dazu­zu­ge­hö­ren. Auf­fäl­lig sind alle drei (grö­ßer als alle ande­ren, extrem dünn und kup­fer­ro­te, locki­ge Haa­re) und damit im Dorf immer ein biss­chen außen vor. Lie­se wird im Ort Wit­ten­moos im Schwarz­wald nur die „Rie­sin“ genannt. Sie führt kein leich­tes Leben. Ihre Ehe ist von Gewalt geprägt, ihr Mann wünscht sich unbe­dingt einen Sohn. Doch sie bekommt Cora. Nach sei­nem Unfall­tod ver­sucht sie, die Metz­ge­rei wei­ter­zu­füh­ren, was zu der Zeit für eine Frau alles ande­re als selbst­ver­ständ­lich ist. Sie bleibt, hält und setzt sich durch und stellt ihre eige­nen Wün­sche immer wie­der zurück. Cora wächst schon als Kind mit dem Gefühl auf, anders zu sein. In der Grund­schu­le wird sie gehän­selt und fin­det kei­nen Anschluss. Erst spä­ter im Gym­na­si­um wird sie selbst­be­wuss­ter. Nach dem Abitur nutzt sie die ers­te Chan­ce, um weg­zu­ge­hen. Sie sucht Frei­heit und Abstand, kehrt jedoch schwan­ger wie­der nach Wit­ten­moos zurück. Eva, Coras Toch­ter, ist die Jüngs­te. Sie wirkt ange­pass­ter, aber auch sie trägt die­se inne­re Unru­he in sich. Nach dem Abitur geht auch sie weg, aller­dings mit viel mehr Zwei­fel und Heim­weh. Man merkt, wie sehr sie an ihrer Hei­mat hängt. Am Ende fin­det sie ihren eige­nen Weg, der viel mit Natur und Ruhe zu tun hat.

Der Roman beglei­tet die drei Frau­en ange­fan­gen in den 1960er Jah­ren über vie­le Jah­re hin­weg. Es geht viel um Hei­mat, um das Weg­ge­hen und Wie­der­kom­men und dar­um, wie stark einen die eige­ne Fami­lie prägt. Der Schreib­stil ist ruhig und ange­nehm zu lesen, stel­len­wei­se fast poe­tisch, aber nie über­la­den. Ich habe jedoch eini­ge Sät­ze mehr­mals gele­sen, da ich von der Aus­drucks­wei­se so sehr fas­zi­niert war. Sehr zu emp­feh­len für Leser*innen, die Gene­ra­tio­nen­ro­ma­ne in einer beson­de­ren lite­ra­ri­schen Spra­che lie­ben.

Bil­der: Marie-Loui­se Lich­ten­berg / Buch­hand­lung Mara­bu

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