Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2023, Kategorie Preis der Jugendjury
Buchempfehlung von Marie-Louise Lichtenberg
Erstveröffentlichung in der Fachzeitschrift JuLit des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V., München, 48. Jahrgang Heft 4/22, Seite 58

Feuerwanzen lügen nicht
Stefanie Höfler
Weinheim: Beltz & Gelberg 2022
232 Seiten
Ab 11
15,00 €
Essen, was die anderen wegwerfen
Was, wenn Armut plötzlich sichtbar wird? Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut bedroht. Stefanie Höfler schreibt darüber eine spannende Geschichte voller Lügen, Geheimnisse und Freundschaft. Nits und Mischa sind seit Kindertagen eng befreundet. Nits, der Unruhegeist aus einer „normalen“ Familie, der gerne rappt und dichtet, und Mischa, der wissbegierig, sehr zuverlässig und immer korrekt ist, mit kleiner Schwester und alleinerziehendem Vater. An dem Tag, an dem Nits zum ersten Mal in die Wohnung seines Freundes kommt, ändert sich (fast) alles. Nits erkennt, dass Mischas Familie arm ist. Jetzt wird ihm auch klar, warum Mischa zur „Tafel“ geht und keine neue Badehose kaufen kann. Aus Scham und Angst lügt Mischa. Nits versteht das erst nach und nach, und durch diese Lügen und die daraus resultierenden Geheimnisse ist ihre Freundschaft gefährdet.
Stefanie Höfler gelingt es, dieses traurige Thema sehr empathisch, oft lustig, von Anfang an spannend und manchmal sehr poetisch zu behandeln. Über das Ende lässt sich streiten, mir gefällt es jedoch besonders gut, weil diese schwere Geschichte für Kinder ein gutes Ende braucht.
Bilder: Marie-Louise Lichtenberg


Schreibe einen Kommentar