Ein Beitrag von Stefan H. Markel
Vor ein paar Tagen erhielten die Anwohner der Innenstadt einen vom Bürgermeister unterschriebenen Brief, in welchem der Ausbau des Glasfasernetzes in der erweiterten Innenstadt angekündigt wurde. Neben den ‑berechtigten Lobhudeleien über Breitbandverbindungen- Beigefügt waren Kontaktdaten bei der Stadt “Amt für Stadtentwicklung” sowie Kontaktdaten bei der Providerfirma “Novanetz” nebst Termin zweier Informationsdaten am 11. und 19. Mai. Im Text wies Herr Bürgermeister Hibst ausdrücklich darauf hin, dass eine gewisse Beteiligung durch Auftragserteilung notwendig ist, da ansonsten nicht abzusehen sei, ob und wann erneut ein Ausbau angeboten werden wird.
Ist das die berühmte Pistole auf die Brust? Oder eventuell gezielte “Wirtschaftsförderung” zugunsten Dritter?
Auf meine Rückfrage wurde mir vom Amt für Wirtschaftsförderung mitgeteilt: Nein , dies Schreiben sei keine Empfehlung von Novanetz, man habe nur mit Novanetz gute Erfahrungen gemacht. Recherchiert auf der HP der Stadt Wermelskirchen: Novanetz hat in 2024 Tente und im März 2025 den Ausbau des Glasfasernetztes in Dabringhausen begonnen, der Anfang 2026 abgeschlossen sein sollte, damit danach neue Gebiete angeschlossen werden können.
Zwei Fragen an die “Tenties” und “Dabbies” (die netten Tentener und Dabringhausener):
Welche Erfahrungen habt Ihr mit Novanetz und der Ausbaufirma Open German Fiber/Primevest gemacht, gute oder schlechte?
Wie funktioniert das Netz? Seid Ihr zufrieden?
An alle anderen: War jemand auf der Informationsveranstaltung am 11. Mai 2026 und kann berichten?
Für Erlebnisberichte hier im ForumWk wäre ich dankbar.
Foto: KI generiert


Kommentare
9 Kommentare zu „Glasfaserausbau Wermelskirchen erweiterte Innenstadt“
Forumwk “eher linksorientiertes Forum”?
Quod erat demonstrandum. Kurz Q.e.d. = Was zu beweisen wäre.
Viele Grüße
Horst Rosen
**Erfahrungsbericht eines Bürgers aus dem ersten Ausbaugebiet und Tente**
Als jemand, der sowohl im ersten Ausbaugebiet als auch mit Immobilien in Tente betroffen ist, möchte ich hier einen sachlichen Erfahrungsbericht beisteuern, der vielleicht einige Fragen beantwortet.
Als der Ausbau damals Richtung Witzhelden kam, habe ich mich intensiv mit den Alternativen befasst und auch Gespräche mit Marion Lück und Norbert Galonska geführt. Die entscheidende Frage war: Gibt es Alternativen, zum Beispiel durch die Telekom? Die Antwort war ernüchternd: Die Telekom konzentriert sich auf Industriegebiete und förderfähige Unterversorgungsgebiete wie Elighausen – weil es dort erhebliche Fördermittel gibt. Die Bundesnetzagentur hat mir bestätigt, dass die Telekom den eigenwirtschaftlichen Ausbau weitgehend eingestellt hat und die nächste Überprüfung erst für 2045 vorgesehen ist. Das bedeutet im Klartext: Ohne Initiative kommt jahrzehntelang kein Glasfaser nach Wermelskirchen.
Nach langen Gesprächen mit der Stadt und Novanetz (Denis Kornehl) haben wir dann die Zusage erhalten, dass bei ausreichender Vorvermarktung der Ausbau wirtschaftlich darstellbar ist. Ich habe daraufhin Feuerwehr, Sportvereine sowie Freunde und Bekannte mobilisiert – und auch die Stadt gebeten, unterstützende Schreiben aufzusetzen, um die geforderte Beteiligungsquote zu erreichen.
Zur Technik und den Konditionen ein paar sachliche Punkte für alle, die sich fragen, ob sich das lohnt:
Der kostenfreie Anschluss gilt nur während der Vorvermarktungsphase, wenn die Mindestquote erreicht wird. Danach kostet ein Hausanschluss 2.000–3.000 Euro, beim Wettbewerb teilweise das Doppelte. Novanetz verlegt den Anschluss bis ins Haus (meist Keller), setzt dort den APL und stellt kostenlos den ONT (das Glasfaser-Modem) zur Verfügung. Dieser wird einfach mit dem vorhandenen Router (z.B. einer Fritzbox) verbunden – für die meisten Haushalte die unkomplizierte Lösung.
Technisch ist Glasfaser dem aktuellen Kupfernetz (DSL/VDSL) überlegen: Die Leitungen sind am absoluten Limit, eine Verbesserung ist dort nicht mehr möglich. Beim Kabelnetz sieht es ähnlich aus – die Anschlüsse werden zwar mit bis zu 1.000 Mbit beworben, arbeiten aber im Halbduplex-Betrieb, was bei gleichzeitiger Nutzung spürbare Einbußen bringt. Glasfaser liefert eine symmetrische Vollduplex-Verbindung: Bereits der kleinste Tarif mit 200 Mbit hat einen Upload von 100 Mbit – in der Praxis meist mehr als vertraglich angegeben.
Zur Zuverlässigkeit: In der gesamten bisherigen Betriebszeit gab es eine größere Störung – verursacht durch eine Fremdfirma, die eine Hauptleitung auf mehreren Metern beschädigt hat. Novanetz hat darauf transparent und schnell reagiert. Vergleichbare Schäden am Kupfernetz, etwa in Burg oder Arnshäuschen, haben sich hingegen über Jahre hingezogen.
Was die Wirtschaftlichkeit betrifft: Novanetz baut nicht aus sozialem Idealismus, sondern weil es sich bei ausreichender Beteiligung rechnet. Das ist normales Marktgeschehen. Die Stadt nimmt dabei zu Recht eine neutrale, aber vermittelnde Rolle ein – sie wirbt nicht für Novanetz, aber sie stellt klar, dass ohne die nötige Quote unklar ist, ob und wann überhaupt ein Ausbau stattfindet. Das ist keine “Pistole auf die Brust”, sondern eine ehrliche Darstellung der Marktrealität.
Mein Fazit: Novanetz ist derzeit einer der wenigen Anbieter, der hier überhaupt noch baut. Wer jetzt dabei ist, bekommt den Anschluss kostenfrei. Wer wartet, zahlt später – oder wartet sehr lange. Ein Glasfaseranschluss ist zudem eine nachgewiesene Wertsteigerung für jede Immobilie.
Ich bin kein Novanetz-Mitarbeiter, sondern ein Bürger dieser Stadt, der sich seit Jahren ehrenamtlich dafür einsetzt, dass Wermelskirchen in der digitalen Infrastruktur nicht zurückfällt.
Ralf Rauchel, Wermelskirchen
Hallo Herr Rauchel, vielen Dank für die ausführlichen Informationen!!!
Danke Herr Rauchel.
Sehr geehrter Herr Balschuweit,
hier geht es nicht darum ob eine Firma wie Novanetz
“gepuscht” werden soll.
Wir reden hier von Unternehmen die trotz der politischen
Zielsetzung der flächendeckenden Digitalisierung mit Refinanzierungsproblemen,
explodierenden Tiefbaukosten, mangelndem Kundeninteresse und Baustopps kämpfen.
Viele Subunternehmer haben hier schon die Segel streichen müssen und sind mittlerweile
insolvent.
Und ja, mir sind die Hintergründe, Vorgespräche mit BEW, Novanetz u.a. bezogen auf unsere
Kommune bereits seit der Planungsphase bestens bekannt.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Schäfer
Hallo Herr Schäfer,
Danke für Ihr Pro- Plädoyer!
Darf ich demzufolge annehmen, Sie haben einen Glasfaseranschluss über NOVANETZ beauftragt, oder bereits erhalten und sind zufrieden?
Da hat der Autor bestimmt die grundlegenden Marktprinzipien
außer Acht gelassen.
Sei es drum in einem “eher linksorientiertem Forum”.
Novanetz reißt sicherlich nicht die Straßen für das
“sozialistische Gemeinwohl in der Kommune auf”,
sondern möchte hier gewinnorientiert Investition
und Nachfrage abwägen.
Insofern normales Gebaren in einer gesunden Volkswirtschaft
und Lob an unsere Stadtführung,
hier zwischen Anbietern u. Interessenten vermitteln zu wollen.
Liebe Grüße
Stefan Schäfer
Lieber Herr Schäfer,
Der Punkt des Blogbeitrags von Herrn RA Markel war doch gar nicht, wie Marktwirtschaft funktioniert, sondern die Frage nach Transparenz und konkreten Erfahrungen mit Novanetz und dem Ausbau.
Wenn die Stadt einen vom Bürgermeister unterschriebenen Brief verschickt und gleichzeitig betont wird, man müsse sich jetzt entscheiden, ist die Frage legitim, wie neutral die Kommunikation ist.
Haben Sie denn konkrete Erfahrungen mit Novanetz oder waren Sie auf der Infoveranstaltung?
Klären Sie uns bitte auf.
Besten Dank
Huch – Herr Schäfer,
Sie wecken gerade meine Angst vor Leuten in WK, die Dellmännern und ‑frauen mit Trenchcoats, Hüten und Sonnenbrillen unauffällig folgen. Vor ebenjenen Leuten, die den Güllekessel “sozialistisches Gemeinwohl” über der Stadt auszuschütten und dafür unter Zwang Helferlein rekrutieren wollen.
Oh je, Herr Schäfer,
woher nehmen Sie die Idee, das Forum selbst rekrutiert worden??
Mal Ernst, Herr Schäfer,
für jemanden, der ‑wie ich ‑schlicht und technisch interessiert an die Sache herangegangen ist, ist Ihr Einwurf intellektuell vernachlässigenswert.
Viele Grüße