No Alternative

Buch­emp­feh­lung von Marie-Loui­se Lich­ten­berg

No Alter­na­ti­ve

Dirk Rein­hardt
Gers­ten­berg Ver­lag, 2024, 1. Auf­la­ge
320 Sei­ten
20,00 €
Ab 14

Aus Anlass der schwer­wie­gen­den Ent­schei­dung von Donald Trump, dass die Umwelt­be­hör­de EPA Treib­haus­ga­se nicht län­ger als gesund­heits­schäd­lich ein­stu­fen darf, emp­feh­le ich das Buch „No Alter­na­ti­ve“. Die­se Ent­schei­dung ist ein Schlag für die Kli­ma­po­li­tik, denn erst mit die­ser Grund­la­ge für Regu­lie­run­gen konn­te die Umwelt­be­hör­de Vor­ga­ben für die CO2-Emis­sio­nen von Autos machen und den Aus­stoß von Schad­stof­fen aus Kraft­wer­ken. Die­se Vor­ga­ben zeig­ten Wir­kun­gen und waren wich­tig im Kampf um die wei­te­re Erd­er­wär­mung.

Wir wis­sen, dass die Erd­er­wär­mung und damit der Kli­ma­wan­del alle Men­schen betrifft – auch uns! Schad­stof­fe machen vor kei­ner Gren­ze Halt. Dass vor allem jun­ge Men­schen sich gegen Ent­schei­dun­gen stel­len, die ihr Leben mit Sicher­heit in Zukunft gefähr­den und beein­träch­ti­gen wer­den, ist für mich nach­voll­zieh­bar. Schon jetzt erle­ben wir zuneh­men­de extre­me Wet­ter­la­gen, wie star­ke Stür­me, Dür­ren, Über­schwem­mun­gen, Wald­brän­de und ver­schwin­den­de Glet­scher, um nur eini­ge zu nen­nen.

Des­halb ist die­ses Buch, das von der Jugend­ju­ry des Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­prei­ses 2025 als Sie­ger­ti­tel gewählt wur­de, so aktu­ell.

Der deut­sche Kli­ma­for­scher Mojib Latif ist sich sicher (SWR Tages­schau, 13.2.2026): „Mei­ne Befürch­tung ist, dass Trump damit auch glo­bal einen Pro­zess in Gang setzt, den Kli­ma­schutz auf der Agen­da wei­ter nach unten zu set­zen. Die ers­ten Anfän­ge sehen wir schon in Euro­pa und auch in Deutsch­land.“ Er nennt die neu­en abge­schwäch­ten Kli­ma­zie­le der EU vom ver­gan­ge­nen Jahr, die auf Druck rech­ter Par­tei­en beschlos­sen wur­den. In Deutsch­land sind schon ers­te Stim­men laut gewor­den, die die deut­schen Kli­ma­zie­le infra­ge stel­len.

Jury­be­grün­dung

„Stell dir vor, dei­ne Hei­mat wird gewalt­voll ange­grif­fen – wür­dest du zurück­schla­gen und dich weh­ren? Emma Lar­sen, die Prot­ago­nis­tin in No Alter­na­ti­ve, ent­schei­det sich dafür. Ihre Hei­mat ist die Natur, und sie kämpft mit allem, was sie hat, für ihr Über­le­ben. In die­sem bewe­gen­den Roman über Kli­ma­ak­ti­vis­mus wird mit den Erwar­tun­gen der Gesell­schaft gespielt und poli­ti­sches Den­ken ange­regt. Der Autor schafft es, eine fik­ti­ve Orga­ni­sa­ti­on zu skiz­zie­ren, die authen­tisch kon­zi­piert und lebens­echt dar­ge­stellt ist. Dadurch ermög­licht er allen Leser:innen eine tief­grei­fen­de Aus­ein­an­der­set­zung mit wich­ti­gen Fra­gen zu unse­rer Zukunft und der unse­res Pla­ne­ten.

Obwohl das Mani­fest von „No Alter­na­ti­ve“ sehr klar und ein­drück­lich gestal­tet ist, drängt sich der Autor nicht mit einer deut­li­chen Mei­nung auf, son­dern lässt viel Raum für eige­ne Inter­pre­ta­tio­nen und Dis­kus­sio­nen. Das ist vor allem den unglaub­lich fein und empa­thisch gezeich­ne­ten Figu­ren zu ver­dan­ken, deren Ent­wick­lung man sehr nah beglei­ten kann. Dirk Rein­hardt kre­iert inten­si­ve und inspi­rie­ren­de Cha­rak­te­re, die den indi­vi­du­el­len Umgang mit Ver­ant­wor­tung und vie­le Facet­ten des Kli­ma­ak­ti­vis­mus auf­zei­gen. Es ent­steht ein Lese­er­leb­nis, das lan­ge nach­wirkt. – Ein Roman, der aus dem radi­ka­len Teil des Her­zens schreit und Ver­än­de­rung nicht nur for­dert, son­dern erwar­tet.“

Dirk Rein­hardt wur­de 1963 gebo­ren und wuchs im Ober­ber­gi­schen in der Nähe von Gum­mers­bach auf. Lesen und Schrei­ben begeis­tern ihn von Jugend an. Er stu­dier­te Ger­ma­nis­tik und Geschich­te und war nach sei­ner Pro­mo­ti­on zum Dr. phil. bis 1994 als Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter an der Uni­ver­si­tät Müns­ter tätig. Danach arbei­te­te er als frei­er Jour­na­list. 2009 erschien sein ers­tes Kin­der­buch. 2016 wur­de er mit dem Fried­rich Ger­stä­cker-Preis für Jugend­li­te­ra­tur aus­ge­zeich­net.

Er sagt von sich, dass er jun­ge Men­schen für die Lite­ra­tur und das Lesen begeis­tern möch­te.

Bil­der: Marie-Loui­se Lich­ten­berg /Gerstenberg Ver­lag

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