Wermelskirchen diskutiert – Sind Vereine noch das Herz unserer Stadt – oder verlieren sie immer mehr an Bedeutung?

Wer­mels­kir­chen lebt seit vie­len Jah­ren von Ver­ei­nen, Ehren­amt und Gemein­schaft.
Doch gleich­zei­tig kla­gen vie­le Ver­ei­ne über Nach­wuchs­pro­ble­me und sin­ken­des Enga­ge­ment.

Gera­de jün­ge­re Men­schen ver­brin­gen ihre Frei­zeit heu­te oft anders als frü­her.

👉 Hat das Ver­eins­le­ben in Wer­mels­kir­chen noch den­sel­ben Stel­len­wert wie frü­her – oder ver­än­dert sich unse­re Stadt gera­de grund­le­gend?

Seid ihr selbst in einem Ver­ein aktiv?
Und wie wich­tig ist euch das Ver­eins­le­ben heu­te noch?

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Kommentare

2 Kommentare zu „Wermelskirchen diskutiert – Sind Vereine noch das Herz unserer Stadt – oder verlieren sie immer mehr an Bedeutung?“

  1. Avatar von Joachim Zappe
    Joachim Zappe

    Wenn irgend­et­was in Wer­mels­kir­chen läuft, dann ist es das Ver­eins­le­ben. Ich gehe sogar so weit zu sagen, das „Herz“ der „Klein­stadt“ machen die Ver­ei­ne aus. Wo wäre die Gesell­schaft unse­rer Stadt ohne die Ehren­amt­ler, die in Vor­stän­den, als Trai­ner, als Hel­fer oder Unter­stüt­zer ihre Frei­zeit opfern. Dass heu­te jun­ge Men­schen auf­grund eines Über­an­ge­bots von Frei­zeit­mög­lich­kei­ten sich auch ander­wei­tig enga­gie­ren, ist doch klar und ver­ständ­lich. Die Ver­ei­ne ver­lie­ren trotz­dem nicht an Bedeu­tung, auch wenn es immer schwie­ri­ger und manch­mal unmög­lich wird, Vor­stands­mit­glie­der zu fin­den, die vor­ne ste­hen und Ver­ant­wor­tung über­neh­men wol­len. Wer enga­giert sich schon ger­ne und kann dann die heu­te kaum aus­blei­ben­de Lawi­ne von Shit­s­torms, Hass und Hetz­te in den aso­zia­len Medi­en ertra­gen. Der Ten­nis­ver­ein Blau-Weiß Rem­scheid, in dem ich Gast­mit­glied bin, wird schon seit Jah­ren ohne Vor­sit­zen­den geführt. Es fin­det sich nie­mand. Das gibt es in Wer­mels­kir­chen zum Glück noch nicht. Wenn es Pro­ble­me gibt, wer­den die­se gelöst. Ich spre­che hier aus Erfah­rung, denn in den Ver­ei­nen, in denen ich Mit­glied bin (WTV 60 Jah­re, Tura Pohl­hau­sen Ten­nis 40 Jah­re, Ski­club Wer­mels­kir­chen 30 Jah­re), war ich auch eini­ge Jah­re in den Vor­stän­den tätig. So konn­te sich bei­spiels­wei­se der WTV 1860 nach sei­nem Total­ab­sturz aus dem Hand­ball­him­mel, dem Ver­lust des gesam­ten Ver­eins­ver­mö­gens mit eige­ner Hal­le und Gas­tro­no­mie dank eines Klaus Jun­ge kon­so­li­die­ren und steht heu­te – nicht nur im Hand­ball – wie­der glän­zend da. Mit über 2000 Mit­glie­dern leis­tet der größ­te Wer­mels­kir­che­ner Ver­ein einen unschätz­ba­ren Bei­trag zum Brei­ten­sport. Vie­le Eltern sind froh, dass sie ihre Kin­der zu den Sport­stun­den schi­cken kön­nen. Und in die­sem Zusam­men­hang wün­sche ich dem ande­ren gro­ßen Wer­mels­kir­che­ner Sport­ver­ein 09/35 von gan­zem Her­zen viel Erfolg dabei, die Schwie­rig­kei­ten ihrer Fuß­ball­ab­tei­lung zu lösen!
    Gibt es also nichts, wor­über man sich im hei­mi­schen Ver­eins­le­ben Sor­gen machen müss­te? Doch gibt es. Und zwar vor­wie­gend bei den Ver­ei­nen und deren Sport­grup­pen, die kei­ne eige­nen Ver­eins­hei­me oder Treff­punk­te für ihr Ver­eins­le­ben haben. Seit­dem der WTV kein Ver­eins­zen­trum oder eine Ver­eins­zei­tung hat, weiß ich so gut wie nichts mehr über die Abtei­lun­gen und Sport­ar­ten mei­nes Ver­ei­nes. Es sei denn, es steht in der Lokal­pres­se. Und dann kom­me ich zum eigent­li­chen Dilem­ma. In Wer­mels­kir­chen gibt es kei­ne Knei­pen­kul­tur mehr. Wo tref­fen sich denn die Akti­ven nach dem Trai­ning ein­fach mal so zum Bier oder zur Apfel­schor­le? In frü­he­ren 60iger, 70iger Jah­ren gab es in Wer­mels­kir­chen und Umge­bung 50 sol­cher klei­nen Gast­stät­ten. Mit unse­rer Sport­trup­pe gibt es der­zeit nur noch einen Ort in Wer­mels­kir­chen, wo wir unse­ren Trai­nings­abend aus­klin­gen las­sen kön­nen und das ist die Sports­bar am Bahn­hof. Da hof­fen wir sehr, dass uns unser Lieb­lings­wirt, Cos­ta, noch lan­ge erhal­ten bleibt. Die Hoff­nung stirbt zuletzt, denn lei­der ist das nicht mehr so, wie man das von frü­her kennt, dass näm­lich vie­le Sport­grup­pen fried­lich ver­eint mit den Skat­spie­lern, den Knob­lern, den Stamm­ti­schen oder den ein­fach „Klö­nern“ für Stim­mung sorg­ten und das gesell­schaft­li­chen Leben Wer­mels­kir­chens präg­te.
    In die­sem Zusam­men­hang möch­te ich um Hil­fe bit­ten. Ich suche für einen von mir schon lan­ge geplan­ten Bei­trag genau zu dem The­ma „Knei­pen-Kul­tur“ in Wer­mels­kir­chen Bild­ma­te­ri­al. Mir ist es lei­der bis­her nicht gelun­gen, von mei­nen Lieb­lings­wir­ten Wil­li Keil und Wil­li Iven aus­sa­ge­kräf­ti­ge Fotos zu bekom­men. Und 2. Wer kann mit einer Lis­te aus­hel­fen, auf der die (50) Knei­pen ste­hen, die es in Wer­mels­kir­chen gab. Bei Vol­ker Ernst vom Ber­gi­schen Geschichts­ver­ein habe ich schon ohne Erfolg nach­ge­fragt. Vol­ker Ernst fand aber das The­ma aber span­nend. Viel­leicht gibt es im Geschichts­ver­ein jeman­den, der das The­ma pro­fes­sio­nell anpackt…..

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  2. Avatar von RA Stefan Markel
    RA Stefan Markel

    Das Ver­eins­le­ben hat in Wer­mels­kir­chen auf jeden Fall einen geän­der­ten Stel­len­wert.

    Die jun­gen Men­schen unter 50 las­sen sich nicht mehr in ver­krus­te­te Vereins‑, ver­eins­recht­li­che und Ter­min­struk­tu­ren pres­sen. Die “Jetzt­zeit” erfor­dert in jeder Hin­sicht Fle­xi­bi­li­tät, Unge­bun­den­heit und neu­gier­de Neu­gier­de, wer will / kann sich denn da auf ein­ge­fah­re­nen Ver­eins­schie­nen bewe­gen?

    Es gibt auf die­ser Welt soviel Iner­es­san­tes mehr als das tra­di­tio­nel­le, rück­wärts gerich­te­te Ver­ein­an­ge­bot einer Klein­stadt, um Zeit zu inves­s­tie­ren”. Rich­tig, Zeit wird “inves­tiert”, dient der Selbst­op­ti­mie­rung und soll kör­per­li­che oder geis­ti­ge Ren­di­te­er­war­tun­gen erfül­len.

    Selbst­ver­ständ­lich bleibt da das Zwi­schen­mensch­li­che des Ver­eins­er­le­bens auf der Stre­cke.
    Na und – in den ande­ren berei­chen des Lebens wird genau die­ses gefor­dert.

    So what?

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