Wermelskirchen lebt seit vielen Jahren von Vereinen, Ehrenamt und Gemeinschaft.
Doch gleichzeitig klagen viele Vereine über Nachwuchsprobleme und sinkendes Engagement.
Gerade jüngere Menschen verbringen ihre Freizeit heute oft anders als früher.
👉 Hat das Vereinsleben in Wermelskirchen noch denselben Stellenwert wie früher – oder verändert sich unsere Stadt gerade grundlegend?
Seid ihr selbst in einem Verein aktiv?
Und wie wichtig ist euch das Vereinsleben heute noch?
Wir freuen uns auf eure Erfahrungen und Meinungen.
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Kommentare
2 Kommentare zu „Wermelskirchen diskutiert – Sind Vereine noch das Herz unserer Stadt – oder verlieren sie immer mehr an Bedeutung?“
Wenn irgendetwas in Wermelskirchen läuft, dann ist es das Vereinsleben. Ich gehe sogar so weit zu sagen, das „Herz“ der „Kleinstadt“ machen die Vereine aus. Wo wäre die Gesellschaft unserer Stadt ohne die Ehrenamtler, die in Vorständen, als Trainer, als Helfer oder Unterstützer ihre Freizeit opfern. Dass heute junge Menschen aufgrund eines Überangebots von Freizeitmöglichkeiten sich auch anderweitig engagieren, ist doch klar und verständlich. Die Vereine verlieren trotzdem nicht an Bedeutung, auch wenn es immer schwieriger und manchmal unmöglich wird, Vorstandsmitglieder zu finden, die vorne stehen und Verantwortung übernehmen wollen. Wer engagiert sich schon gerne und kann dann die heute kaum ausbleibende Lawine von Shitstorms, Hass und Hetzte in den asozialen Medien ertragen. Der Tennisverein Blau-Weiß Remscheid, in dem ich Gastmitglied bin, wird schon seit Jahren ohne Vorsitzenden geführt. Es findet sich niemand. Das gibt es in Wermelskirchen zum Glück noch nicht. Wenn es Probleme gibt, werden diese gelöst. Ich spreche hier aus Erfahrung, denn in den Vereinen, in denen ich Mitglied bin (WTV 60 Jahre, Tura Pohlhausen Tennis 40 Jahre, Skiclub Wermelskirchen 30 Jahre), war ich auch einige Jahre in den Vorständen tätig. So konnte sich beispielsweise der WTV 1860 nach seinem Totalabsturz aus dem Handballhimmel, dem Verlust des gesamten Vereinsvermögens mit eigener Halle und Gastronomie dank eines Klaus Junge konsolidieren und steht heute – nicht nur im Handball – wieder glänzend da. Mit über 2000 Mitgliedern leistet der größte Wermelskirchener Verein einen unschätzbaren Beitrag zum Breitensport. Viele Eltern sind froh, dass sie ihre Kinder zu den Sportstunden schicken können. Und in diesem Zusammenhang wünsche ich dem anderen großen Wermelskirchener Sportverein 09/35 von ganzem Herzen viel Erfolg dabei, die Schwierigkeiten ihrer Fußballabteilung zu lösen!
Gibt es also nichts, worüber man sich im heimischen Vereinsleben Sorgen machen müsste? Doch gibt es. Und zwar vorwiegend bei den Vereinen und deren Sportgruppen, die keine eigenen Vereinsheime oder Treffpunkte für ihr Vereinsleben haben. Seitdem der WTV kein Vereinszentrum oder eine Vereinszeitung hat, weiß ich so gut wie nichts mehr über die Abteilungen und Sportarten meines Vereines. Es sei denn, es steht in der Lokalpresse. Und dann komme ich zum eigentlichen Dilemma. In Wermelskirchen gibt es keine Kneipenkultur mehr. Wo treffen sich denn die Aktiven nach dem Training einfach mal so zum Bier oder zur Apfelschorle? In früheren 60iger, 70iger Jahren gab es in Wermelskirchen und Umgebung 50 solcher kleinen Gaststätten. Mit unserer Sporttruppe gibt es derzeit nur noch einen Ort in Wermelskirchen, wo wir unseren Trainingsabend ausklingen lassen können und das ist die Sportsbar am Bahnhof. Da hoffen wir sehr, dass uns unser Lieblingswirt, Costa, noch lange erhalten bleibt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, denn leider ist das nicht mehr so, wie man das von früher kennt, dass nämlich viele Sportgruppen friedlich vereint mit den Skatspielern, den Knoblern, den Stammtischen oder den einfach „Klönern“ für Stimmung sorgten und das gesellschaftlichen Leben Wermelskirchens prägte.
In diesem Zusammenhang möchte ich um Hilfe bitten. Ich suche für einen von mir schon lange geplanten Beitrag genau zu dem Thema „Kneipen-Kultur“ in Wermelskirchen Bildmaterial. Mir ist es leider bisher nicht gelungen, von meinen Lieblingswirten Willi Keil und Willi Iven aussagekräftige Fotos zu bekommen. Und 2. Wer kann mit einer Liste aushelfen, auf der die (50) Kneipen stehen, die es in Wermelskirchen gab. Bei Volker Ernst vom Bergischen Geschichtsverein habe ich schon ohne Erfolg nachgefragt. Volker Ernst fand aber das Thema aber spannend. Vielleicht gibt es im Geschichtsverein jemanden, der das Thema professionell anpackt…..
Das Vereinsleben hat in Wermelskirchen auf jeden Fall einen geänderten Stellenwert.
Die jungen Menschen unter 50 lassen sich nicht mehr in verkrustete Vereins‑, vereinsrechtliche und Terminstrukturen pressen. Die “Jetztzeit” erfordert in jeder Hinsicht Flexibilität, Ungebundenheit und neugierde Neugierde, wer will / kann sich denn da auf eingefahrenen Vereinsschienen bewegen?
Es gibt auf dieser Welt soviel Ineressantes mehr als das traditionelle, rückwärts gerichtete Vereinangebot einer Kleinstadt, um Zeit zu invesstieren”. Richtig, Zeit wird “investiert”, dient der Selbstoptimierung und soll körperliche oder geistige Renditeerwartungen erfüllen.
Selbstverständlich bleibt da das Zwischenmenschliche des Vereinserlebens auf der Strecke.
Na und – in den anderen bereichen des Lebens wird genau dieses gefordert.
So what?