Rhombus – Ist es Liebe? Wo bleibt der Verstand? (Ein weiterer Kommentar)

Hin­weis der Redak­ti­on: Die­ser Bei­trag stammt von einem exter­nen Autor und spie­gelt nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung der Redak­ti­on wider.

Chris­to­pher Haas (FDP), 02.02.2026

Es war der 2. Febru­ar 2026, in der gemein­sa­men Sit­zung der Aus­schüs­se für “Stadt­ent­wick­lung und Ver­kehr” und “Umwelt und Bau” soll­te eine Emp­feh­lung an den Rat gege­ben wer­den, die wei­te­ren Schrit­te zur Umset­zung des Rhom­bus-Are­als ein­zu­lei­ten. Die Vor­la­ge zur Sit­zung ist mit 150 Sei­ten zu einem ein­zi­gen The­ma sehr umfang­reich. Man kann durch­aus von Trans­pa­renz spre­chen, immer­hin sind die Unter­la­gen öffent­lich ein­seh­bar. Sie sind jedoch eines sicher nicht: Leicht ver­dau­lich. Die gemein­sa­me Sit­zung des StuV und des AUB soll nun ent­schei­den, dass Rhom­bus end­lich begon­nen wer­den kann.

Aber feh­len hier­zu nicht ein paar Infor­ma­tio­nen? Ja, es gibt eine umfang­rei­che Kos­ten­schät­zung. Vie­le der Berech­nung kom­men jenen bekannt vor, die schon ein­mal ver­sucht haben ein Haus zu bau­en. Doch ein Kom­men­tar in den Aus­füh­run­gen der Archi­tek­ten lässt auf­hor­chen: “Ein voll­stän­di­ges Betriebs­kon­zept liegt bis­her nicht vor”. Die­ser Halb­satz ist schnell zu über­le­sen und zeigt doch eine essen­ti­el­le Lücke in der Pla­nung. Es gibt tol­le Ideen, wie das viel­be­sun­ge­ne “Haus der Ver­ei­ne” und die “Aka­de­mie”. Ein Kon­zept, wie die­se Flä­chen zu bewirt­schaf­ten sind, fehlt indes. Es liest sich in etwa so, als habe eine Fami­lie vor Bau­be­ginn Ihres Häus­chens im Grü­nen noch nicht ent­schie­den, ob bei­de Kin­der und vllt auch noch die Oma mit ein­zie­hen sol­len. Man kann ja erst­mal bau­en und sich danach über­le­gen, wie das Haus bewohnt wird. Klingt absurd? Ist es auch! Und doch ist das die Rea­li­tät der Pla­nung an die­ser Stel­le. Es ist auch bis­her nicht ver­öf­fent­licht wor­den, wel­che wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le der Bau auf dem Rhom­bus­ge­län­de für die Stadt Wer­mels­kir­chen bringt. Es gibt wie gesagt eine umfang­rei­che Kos­ten­schät­zung. Aber wo sind die Ein­nah­men? Es erwar­tet sicher­lich nie­mand, dass ein Hal­len­bad pro­fi­ta­bel geführt wird, aber wie viel Geld wird denn jedes Jahr in den Betrieb flie­ßen? Dazu kommt die Aka­de­mie und die Räum­lich­kei­ten für Ver­ei­ne. Eine tol­le Idee, die­se wich­ti­gen Funk­tio­nen so zen­tral zu plat­zie­ren. Aber wel­che Ein­nah­men sind hier zu erwar­ten? Wie wer­den die Räu­me ver­ge­ben? Was kos­tet die Bewirt­schaf­tung die­ser Räum­lich­kei­ten und wer kommt für die Kos­ten auf? Die ohne­hin lee­ren Kas­sen der Ver­ei­ne wer­den nicht viel Umsatz­po­ten­zi­al bie­ten. Es bleibt die Fra­ge: Was kos­tet der Betrieb des Are­als jedes Jahr? Was kos­tet die Pfle­ge der Grün­flä­chen? Und wel­che Belas­tung kommt zur Finan­zie­rung des Baus auf die Stadt jedes Jahr zu?

Die wirt­schaft­li­che Betrach­tung des Pro­jek­tes fehlt, und doch soll­ten StuV und AUB eine Ent­schei­dung tref­fen und als Fach­aus­schuss dem Rat der Stadt emp­feh­len, end­lich mit dem Bau zu begin­nen, da es sich um eine “ein­zig­ar­ti­ge Gele­gen­heit” han­de­le. Es scheint fast so, als haben sich gro­ße Tei­le der Ver­wal­tung und der ört­li­chen Poli­tik in ein Pro­jekt ver­liebt. Mit der rosa­ro­ten Bril­le wird von einem “Schmuck­stück” und einem wert­vol­len Juwel mit­ten in der Innen­stadt gespro­chen. Toll! Ja, bit­te! Der wirt­schaft­li­che Fak­tor wird jedoch ver­ges­sen. Wie wäre es mit einem Spon­so­ring durch loka­le Unter­neh­men? Ein­zel­ne Räum­lich­kei­ten oder gar das Hal­len­bad selbst könn­ten unter Schirm­herr­schaft loka­ler Unter­neh­men gestellt wer­den und wür­den von die­sen finan­zi­ell unter­stützt. Laut gedacht: Es könn­te ein Dön­ges-Bad oder ein Obi-Becken geben. Viel­leicht könn­te es den Ten­te-Saal geben, um Ver­ei­nen gro­ße Ver­an­stal­tun­gen zu ermög­li­chen. Lie­be Wer­mels­kir­che­ner Unter­neh­men, füh­len Sie sich ger­ne ange­spro­chen.

Nur damit wir uns rich­tig ver­ste­hen: Ich möch­te die­ses Hal­len­bad. Ich wün­sche mir, dass mei­ne Kin­der dar­in schwim­men gehen und viel Freu­de haben kön­nen. Ich möch­te aber auch, dass mei­ne Kin­der nicht durch wei­te­re immense Steu­er­erhö­hun­gen, wie die vor Kur­zem durch­ge­führ­ten +27% auf die Grund­steu­er B, belas­tet wer­den. Sind wir in Wer­mels­kir­chen blind vor (Rhom­bus-) Lie­be?

Über den Autor: Chris­to­pher Haas lebt mit sei­ner Frau und zwei Kin­dern (3 Jah­re und 6 Mona­te) in Wer­mels­kir­chen und ist stell­ver­tre­ten­der Orts­vor­sit­zen­der der FDP Wer­mels­kir­chen. Seit 2023 ist er als sach­kun­di­ger Bür­ger in der FDP-Frak­ti­on aktiv und seit Ende 2025 Mit­glied im Aus­schuss Umwelt und Bau (AUB).

Foto: Lutz Bal­schu­weit

Kommentare

Ein Kommentar zu „Rhombus – Ist es Liebe? Wo bleibt der Verstand? (Ein weiterer Kommentar)“

  1. Avatar von Frank Kaluscha
    Frank Kaluscha

    Also echt, ich kann ver­ste­hen, dass ihr finan­zi­el­le Beden­ken hin­sicht­lich der Kos­ten habt. Was aber die “Invs­ti­ti­ons­kos­ten” angeht, kommt die Stadt mehr als super weg. Du bekommst ne Anbin­dung an die Innen­stadt (damit lei­der auch ein hoch­prei­si­ges Wohn­um­feld) mit viel Grün, ein Hal­len­bad, ein Zuhau­se für die VHS und dazu Mehr­zweck­räu­me (für 38 Mios). Also was soll das Geheu­le.
    Betriebs­kos­ten: Hal­len­bad fet­tes plus, wäre sonst auch pein­lich. Ansons­ten muss man Grün­flä­chen hin und wie­der mähen. Soll­te man hin­be­kom­men. Bleibt der Teich, da fällt der Ver­wal­tung schon was ein. Und ach ja, Haus der Ver­ei­ne: Ich hab letz­tens von Raum­pro­ble­men bei Chö­ren gele­sen.