Habe gerade dieses Buch beendet und es hat nicht dazu beigetragen dass die Stimmung besser wurde. Kann man ja auch nicht erwarten bei diesem Thema. Dieses kleine Taschenbuch (ca.220 Seiten) beschreibt deutlich wo die Reise hingeht wenn wir nichts dagegen tun.
Ergebnis: Sofortiges Verbot dieser rechten Partei ! Dargelegt werden die unzähligen Gründe die ein Verbot ermöglichen, rechtfertigen und zum Erfolg führen.
Nur, wer sollte es tun? Etwa die CDU, die in einigen Bereichen versucht die AfD zu kopieren?
Ein Beispiel: In Thüringen warb die AfD mit folgender Aussage auf Plakaten: „Ich liebe die Nacht. Aber nicht den Nachhauseweg. Für sichere Städte.“
Die CDU in Thüringen machte daraus:
„Nacht allein nach Hause? Die Angst läuft mit.“
Ist das Verzweiflung, Dummheit, Unfähigkeit oder bereits ein anbiedern an das rechte Gesindel?
Es macht mir Angst dass die aktuelle Regierung nichts unternimmt, nicht handelt. Wir haben noch nie (über alle Bereiche) soviel gewusst wie heute.
Wir wissen wie Dinge entstehen, wir wissen über Zusammenhänge und Entwicklungen und es scheint – wir lernen nichts daraus.
Foto: Walter Schubert
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Kommentare
6 Kommentare zu „Es ist 5 vor 1933“
Der Rechtspopulismus ist ein bewußt vorangetriebenes Projekt durch konservative Männer, die ihr eigenes Unternehmen leiten. Diese These vertreten Thomas Biebricher, Melinda Cooper, Tobias Moorstedt, Lukas Haffert, Anton Jäger, Moira Weigel in ihrem Sachbuch “Oben rechts -
Rechtspopulismus als Klassenprojekt” (Suhrkamp Verlag).
Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Rede Hitlers vor dem Industrieclub Düsseldorf 1932.
Google KI fasst diese wie folgt zusammen:
“Die Rede Adolf Hitlers vor dem Industrie-Club Düsseldorf am 26. Januar 1932 (oft auch 27. Januar, basierend auf dem Veröffentlichungsdatum) war ein entscheidender Schritt zur Annäherung zwischen der NSDAP und führenden Vertretern der deutschen Großindustrie. Vor etwa 650 Wirtschaftsführern im Parkhotel Düsseldorf warb Hitler um Unterstützung, versprach den Kampf gegen den Marxismus und präsentierte sich als Garant für eine autoritäre Ordnung, wobei er antisemitische Rhetorik weitgehend ausklammerte.
Wichtige Aspekte der Rede:
Datum & Ort: 26. Januar 1932 im Parkhotel Düsseldorf.
Zielsetzung: Hitler wollte Skepsis bei Unternehmern abbauen, die die NSDAP als antikapitalistisch einstuften.
Inhalt: Er betonte das „Leistungsprinzip“, forderte eine Abkehr von der Demokratie und versprach die Zerschlagung von Gewerkschaften und Marxismus.
Auswirkungen: Die Rede war ein taktischer Erfolg. Sie reduzierte Vorbehalte in Wirtschaftskreisen und ebnete den Weg für finanzielle Unterstützung der NSDAP durch Teile der Industrie, u.a. durch Fritz Thyssen.
Wenn die »kulturelle Linke«, so Rorty 1998, materielle Fragen weiterhin ignoriere, werde es einen Bruch geben – »something will crack«. »Ärmere Wähler« würden einen starken Mann an die Macht bringen, es drohe eine Rückkehr des Sadismus.
Evident ist zudem der Zusammenhang zwischen Neoliberalismus und Faschismus.
Die Hoffnung diese Partei „stoppen“ zu können habe ich leider schon verloren. Die AfD arbeitet gezielt mit Elementen die schon in der Vergangenheit und in der Gegenwart (siehe USA) zum Erfolg führen.
1. Angst: Angst ist ein mächtiges Motiv das alle rationalen Erwägungen in den Hintergrund stellt.
2. Emotionale Ansprache: Emotionen vs. Fakten. Leider gibt unser Gehirn immer den Emotionen den Vorzug.
3. Aktuelle internationale politische und ökonomische Situationen: diese konfrontieren jede Regierung mit extremen Herausforderungen die nicht immer kurzfristig zu bewältigen sind. Der AfD fällt es in diesem Umfeld leicht einfache populistische Pseudolösungen zu präsentieren, an die viele Menschen glauben.
4. Soziale Medien und entsprechende Algorithmen: Teile der AfD spielen erfolgreich auf der Klaviatur der Manipulation und des Populismus. Nicht umsonst ist vor drei Jahren der Meister des manipulativen Populismus, Steve Bannon, durch Europa gereist um den rechten Parteien zu zeigen wie man die Menschen durch Fakenews erfolgreich manipuliert.
Was könnte doch noch helfen? Vielleicht mehr Zusammenarbeit zwischen den Regierungsparteien? Zurückstellen eigener ideologischer Motive und stattdessen mehr Focus auf gemeinsame Schnittmengen. Konsequente Arbeit an den aktuellen Problemen ohne Rücksicht auf evtl. Lobbyinteressen und Interessen des eigenen Wählerklientels! Ob Energiewirtschaft, Beamten- oder Gesundheitslobby, Krankenkassen oder Pharmaindustrie! Langfristig zahlt sich ein solches Verhalten auch bei den eigenen Wählern aus. Klare externe und interne Kommunikation, die Menschen müssen sehen und hören das sich etwas in die richtige Richtung bewegt. Fakten, Fakten, Fakten…gegen den dauernden Ansturm von dem unsäglich Dreck und den permanenten Lügen mit denen uns stündlich bestimmte Medien belästigen. Ob das noch hilft?….Na ja, wünschen darf man sich das ja noch.
Was könnte doch noch helfen? Vielleicht mehr Zusammenarbeit zwischen den Regierungsparteien? Zurückstellen eigener ideologischer Motive und stattdessen mehr Focus auf gemeinsame Schnittmengen.
Lieber Stefan Janosi…das wäre wünschenswert.…aber…Egoismus und Selbstdarstellung gewählter Volksvertreter stehen meines Erachtens im Vordergrund. Der Bürger hat nur eine Chance, so sehe ich das, wenn das Feld an der Basis…sprich Kommunen aufgerollt wird.
Und hier sehe ich schwarz (nicht CDU) sondern allgemein formuliert.
Das ist ein Problem, das uns im “Großen wie im Kleinen betrifft.“
Herr Schubert…sie schreiben:
Wir wissen wie Dinge entstehen, wir wissen über Zusammenhänge und Entwicklungen und es scheint – wir lernen nichts daraus.
Ich sehe das genauso.…wenn ich die letzte Ratswahl betrachte und sehe das die etablierten Parteien nichts dazu gewonnen bzw. erheblich verloren haben und die AFD mit 8,4% dazugewonnnen hat stimmt einen das sehr nachdenklich.
Ist nach der Ratswahl überhaupt was passiert bzw hat eine Analyse stattgefunden?
Was machen die etablierten Parteien in Wermelskirchen um dagegen zu steuern.…das wäre meine Frage!!!
Wie gesagt im “Großen wie im Kleinen” , stimmt das?
Ich habe keine Ahnung ob und wie die Parteien auf das Abschneiden der AfD reagiert haben.
Mir ist dazu nichts bekannt. Wahrscheinlich wollen sie es “aussitzen” und hoffen dass es sich eines Tages von selbst erledigt. Wenn man sich da nicht mal täuscht – im Großen und im Kleinen.
Lieber Walter,
wäre es Dir möglich, uns zum 2. Teil des Titels “… und wie wir sie stoppen”? Maßnahmen zu nennen?
Jeder Schritt ist hier wichtig, jeder gute Hinweise in die richtige Richtung Gold wert, jeder Millimeter schon ein großer Schritt für die Deutschen und die Menschlichkeit.
Danke