Ich bin wieder hier. Bringe 2 gebrauchte motorangetriebene Rollstühle, die von Wermelskirchener Bürgern gespendet wurden.
Im großen Sammel- und Notfalllager des Blau-Gelben-Kreuzes Köln e.V. herrscht kurz vor Weihnachten Hochbetrieb. Die Vereinsvorsitzende und Honorarkonsulin der Ukraine im Bezirk der Bezirksregierung Köln, Linda Mai, nimmt sich trotzdem Zeit für ein kurzes Gespräch. Sie vermittelt mir einen Eindruck von der intensiven Arbeit, die die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hier täglich leisten.
Zwischen hohen Regalen, Paletten mit Hilfsgütern und laufenden Packarbeiten berichtet Linda Mai von den bevorstehenden Aufgaben:
„Bis zum Jahresende werden wir noch mehrere 40-Tonner auf den Weg in die Ukraine schicken – beladen mit Stromgeneratoren, medizinischen Geräten und IBC-Containern. Auch ein Inkubator für Neugeborene wird noch verladen.“
Darüber hinaus bereiten die Ehrenamtlichen derzeit eine besondere Aktion vor:
„In den nächsten Tagen packen wir über 4000 Weihnachtsgeschenke für Kinder in den Kriegsgebieten. Außerdem werden rund 28 Rettungs‑, Feuerwehr- und Evakuierungsfahrzeuge unser Gelände verlassen.“
Eine Entwicklung, die niemand vorhersehen konnte
Das Blau-Gelbe Kreuz wurde vor rund zehn Jahren von Linda Mai und ihrem Mann gegründet – zu einer Zeit, in der das Interesse an der Ukraine in Deutschland noch gering war.
„Bis 2022 sind wir oft auf taube Ohren gestoßen“, erinnert sie sich. „Viele Warnungen – von Energieabhängigkeiten bis zu den bereits damals brutal besetzten Gebieten – wurden kaum ernst genommen. Heute ist das anders. Die Solidarität ist groß, und wir erleben enorme Unterstützung.“
Wie Bürgerinnen und Bürger helfen können
Trotz der großen Hilfsbereitschaft bleibt der Bedarf hoch. Linda Mai betont, wie vielfältig die Unterstützungsmöglichkeiten sind:
„Jeder kann helfen – mit Sachspenden, Geldspenden, oder indem er einfach von unserer Arbeit erzählt. Unsere Lager dürfen nicht leer werden, bevor dieser Krieg endet, und unsere Konten auch nicht. Und es kommt wirklich auf jede noch so kleine Spende an. Die Not ist groß. Wir stellen sicher, dass alles vor Ort ankommt.“
Der Verein kauft viele Spezialprodukte, die im normalen Einzelhandel nicht zu bekommen sind. Doch auch praktische Hilfe wird dringend benötigt:
„Wir brauchen Menschen, die beim Beladen der LKWs helfen, an der Anmeldung stehen oder bei der Sortierung unterstützen. Und wir brauchen eine starke demokratische Haltung. Jeder kann etwas tun – indem man wählen geht und mit Freunden, Kollegen oder Verwandten darüber spricht, warum Freiheit und Demokratie unser höchstes Gut sind.“
Dank und Anerkennung
Der Besuch im Sammellager machte deutlich, welche beeindruckende logistische und menschliche Leistung der Verein täglich erbringt. Die Kombination aus zivilgesellschaftlichem Engagement, internationaler Solidarität und persönlicher Hingabe ist ein starkes Zeichen für die Unterstützung der Ukraine in schwierigen Zeiten. Und ich habe beschlossen. Wenn ich angefordert werde, bin ich beim nächsten Konvoi dabei!
Lothar Dähn
Spendenkonto: Blau-Gelbes Kreuz Deutsch-Ukrainischer Verein e.V.
IBAN: DE78 3705 0299 0000 4763 46
BIC: COKS DE 33 XXX
Bilder: Lothar Dähn

