Kirchenasyl nach dem Brand: Ein wichtiger Punkt fehlte im Bericht

Der Bericht der Rhei­ni­schen Post vom 03.05.2026 13:05 Uhr über den Brand im Ste­pha­nus-Gemein­de­zen­trum ver­mit­telt einen Über­blick über die Ereig­nis­se, lässt jedoch einen ent­schei­den­den Aspekt unbe­rück­sich­tigt:

Nach Aus­sa­gen aus der Gemein­de wur­den die im Kir­chen­asyl befind­li­chen Per­so­nen von Poli­zei und Feu­er­wehr ange­wie­sen, das Gelän­de zu ver­las­sen. Dies ist inso­fern rele­vant, als der Schutz des Kir­chen­asyls in der Regel an den Auf­ent­halt auf kirch­li­chem Gelän­de gebun­den ist. Dass die Betrof­fe­nen die­ses ver­las­sen muss­ten, führ­te letzt­lich erst dazu, dass ihre Per­so­na­li­en über­prüft und die bestehen­den Fahn­dun­gen fest­ge­stellt wur­den.

Dabei ist zu berück­sich­ti­gen, dass es offen­bar auch die Mög­lich­keit gege­ben hät­te, die Men­schen auf dem Außen­ge­län­de – etwa im Gar­ten­be­reich der Kir­che – zu belas­sen, ohne den Schutz­rah­men voll­stän­dig auf­zu­ge­ben. Ob und war­um die­se Opti­on nicht genutzt wur­de, bleibt offen und soll­te aus mei­ner Sicht auf­ge­klärt wer­den.

Eben­falls erwäh­nens­wert ist, dass sei­tens der Stadt eine Unter­brin­gung in einer kom­mu­na­len Unter­kunft ange­bo­ten wur­de. Die­ses Ange­bot wur­de jedoch von Doro­thea Hof­f­rog­ge abge­lehnt, da damit das Kir­chen­asyl fak­tisch been­det wor­den wäre.

Gera­de vor dem Hin­ter­grund der ohne­hin belas­ten­den Situa­ti­on durch den Brand wäre ein sen­si­ble­rer Umgang mit den Betrof­fe­nen wün­schens­wert gewe­sen. Es erscheint daher sinn­voll, die Abläu­fe im Nach­gang trans­pa­rent zu prü­fen, um für zukünf­ti­ge Fäl­le eine huma­ni­tä­re und recht­lich kla­re Vor­ge­hens­wei­se sicher­zu­stel­len.

Hier die Stel­lung­nah­me von Dorthea Hof­f­rog­ge (Kir­chen­ge­mei­ne Neu­en­haus und Will­kom­men in Wer­mels­kir­chen) an das Forum Wer­mels­kir­chen:

Die jüngs­ten Ereig­nis­se im Zusam­men­hang mit dem Kir­chen­asyl in unse­rer Gemein­de wer­fen Fra­gen auf. Poli­zei und Feu­er­wehr wie­sen die bei uns unter­ge­brach­ten Men­schen an, das Gelän­de zu ver­las­sen; anschlie­ßend wur­den ihre Per­so­na­li­en auf­ge­nom­men. Dabei wur­de fest­ge­stellt, dass drei Per­so­nen per Haft­be­fehl gesucht wur­den, weil sie flüch­tig sei­en – obwohl ihre Auf­ent­halts­or­te den Behör­den auf­grund der ord­nungs­ge­mä­ßen Mel­dung des Kir­chen­asyls bekannt waren. Die Haft­be­feh­le wur­den für drei der Per­so­nen von den jeweils zustän­di­gen Aus­län­der­be­hör­den in Zirn­dorf und Leip­zig ver­an­lasst.

Die­se drei Per­so­nen und Säug­ling wur­den zur Poli­zei­wa­che nach Ber­gisch Glad­bach gebracht.

Irri­tie­rend war zudem der Umgang mit einer jun­gen Mut­ter (eine der drei Per­so­nen), die sich weni­ger als drei Wochen nach der Ent­bin­dung befand. Ihr wur­de unter­sagt, das Pfarr­haus zur Nut­zung der Toi­let­te zu betre­ten, mit der Begrün­dung, sie wür­de sich damit erneut in kirch­li­chen Räu­men auf­hal­ten.

Wir sind dank­bar, dass wir die Men­schen von der Poli­zei­wa­che in Ber­gisch Glad­bach wie­der zu uns holen konn­ten. Sie wur­den ange­wie­sen, sich umge­hendst bei den zustän­di­gen Aus­län­der­be­hör­den zu mel­den. Der Jurist der Lan­des­kir­che hat die ent­spre­chen­den Aus­län­der­be­hör­den dar­über infor­miert, dass das Kir­chen­asyl fort­ge­setzt wird.

Das Vor­ge­hen der Behör­den war eine gro­ße Belas­tung für die Men­schen, den gera­de der Schutz­raum durch Feu­er abhan­den gekom­men war. Wir wer­den mit den Ver­ant­wort­li­chen das Gespräch suchen, damit in Zukunft sol­che Situa­tio­nen huma­ni­tär ange­mes­sen gehand­habt wer­den kön­nen.

Nach der Kon­takt­auf­nah­me des Forum Wer­mels­kir­chen mit Doro­thea Hof­f­rog­ge und ihrer Kennt­nis­nah­me des Arti­kels in der Rhei­ni­schen Post, hat Doro­thea Hof­f­rog­ge die Autorin gebe­ten den ent­spre­chen­den Pas­sus zu ver­än­dern.

Nach­trag 16:45 Uhr: Mitt­ler­wei­le wur­de eine Text­stel­le im Bericht der Rhei­ni­schen Post ver­än­dert.

Nach­trag 18:15 Uhr: Doro­thea Hof­f­rog­ge reicht nach, dass die jun­ge Mut­ter zwar die Toi­let­te auf­su­chen durf­te, aber nur unter poli­zei­li­cher Beglei­tung.

Foto: KI erzeugt

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