Ich glaube fast alle, also von der älteren Generation, haben in ihrer Jugend mit dem berühmten DUAL-Plattenspieler angefangen. In einfacher Version mit einem Lautsprecher im Klappdeckel oder vielleicht schon die Luxus-Ausführung mit 2 Lautsprecherboxen in Holzoptik. Und dann ging es mit dem Taschengeld zu Saturn um eine Langspielplatte zu kaufen. An einem Tresen durfte man sogar die Schallplatten zur Probe hören. Und die Entscheidung fiel schwer. Welche nehme ich? Was gefällt mir am besten? Für zwei LP’s reichte das Geld nicht. Ganz stolz trug man die Scheibe nach Hause und sie hatte einen Wert.
Etwas später kam dann eine richtige Stereo-Anlage ins Haus. Mit Verstärker, Tuner, Cassettendeck, Plattenspieler und Hifi-Boxen. Oft hatte man sich vor dem Kauf in Fachzeitschriften informiert oder baute auf die Ergebnisse der Stiftung Warentest. Und die Plattensammlung wuchs weiter und auf jedes Teil und auf jede Platte war man stolz. Es hatte einen ganz persönlichen Wert.
Dann kam eine Revolution. Die Compact Disc oder kurz CD wurde vorgestellt. Als Mitarbeiter einer japanischen Hifi-Firma kann ich mich noch gut an die Präsentation auf der Funkausstellung in Berlin erinnern. An einem Verstärker konnte man zwischen LP und CD hin und her schalten um die Unterschiede zu hören. „Man hört ja gar nichts“, sagte ein Besucher erstaunt über die CD und meinte damit das bei Platten übliche Rauschen.
Und so verschwanden mit und mit die Schallplatten und es entstand eine CD-Sammlung.
Und selbst im Auto kam die CD zu Einsatz und nach holprigen Anfängen funktionierte die Technik prima. Und wer einen 10-fach CD-Wechsler im Kofferraum hatte war ganz weit vorne.
Und nach Jahren sitzt man dann auf ein paar hundert CD’s und stellt fest: „Brauch’ ich die noch?“ und „Wann hab ich zuletzt eine CD gehört?“
CD’s zu verkaufen ist fast unmöglich. Ganz schwierig bei ebay da ja noch Porto hinzu gerechnet werden muss. Auf Flohmärkten kommt mit Glück die Standmiete zusammen. Am besten sind vielleicht noch die Musikbörsen, da sich dort die Liebhaber aller Musikrichtungen versammeln. Insgesamt ist es schwierig.
Musik ist zum Verbrauchsgegenstand verkommen. Sie wird konsumiert und vergessen – ganz schnell kommt etwas neues. Nur noch absolute Freaks oder Liebhaber tragen stolz eine Schallplatte oder CD nach Hause.
Mit einem preiswerten Spotify-Familienabo kommt die Musik aus dem Handy zu einem Bluetooth-Lautsprecher und ich muss es zugeben: Mit einem richtig guten Klang! Jede Musikrichtung, fast jeder Interpret, auch Hörbücher und Kabarett – alles dabei und jederzeit verfügbar.
Selbst in meiner 1969-iger Ente läuft diese Technik einwandfrei.
Alles toll aber ohne Emotionen, ohne richtige Freude, ohne Begeisterung, eben ohne Wert. Alles funktioniert, ist einfach zu bedienen aber gefühlt, so im Inneren, fehlt etwas. Die jungen Leute verstehe das gar nicht da sie die Entwicklung nicht erlebt haben.
Schade, aber et is wie et is.
Foto: Walter Schubert


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