Wenn der Faschismus kommt

“Wenn der Faschis­mus kommt, scheint noch immer die Son­ne. Die Vögel sin­gen. Sie gehen zur Arbeit.

Alles ist nor­mal.

Nur Trans-Men­schen ver­lie­ren ihre Rech­te. Und Asyl­su­chen­de. Und Immi­gran­ten. Und Behin­der­te. Und Mus­li­me. Und Juden. Und lin­ke Jour­na­lis­ten.

Und dann ande­re Jour­na­lis­ten.

Und ich.

Und Sie.

Und nie­man­dem ist mehr klar, wann es eigent­lich zu spät wur­de.”


Mari­na Weis­band aus einer Rede zur Gedenk­fei­er der 80. Jah­res­ta­ges zur Befrei­ung des KZ Buchen­wald am 11. April 2025

Bild: KI gene­riert

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Kommentare

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2 Kommentare zu „Wenn der Faschismus kommt“

  1. Avatar von Lutz Balschuweit

    “Als die Nazis die Kom­mu­nis­ten hol­ten, habe ich geschwie­gen; ich war ja kein Kom­mu­nist.

    Als sie die Gewerk­schaft­ler hol­ten, habe ich geschwie­gen, ich war ja kein Gewerk­schaft­ler.

    Als sie die Juden hol­ten, habe ich geschwie­gen, ich war ja kein Jude.

    Als sie mich hol­ten, gab es kei­nen mehr, der pro­tes­tie­ren konn­te.”

    – Mar­tin Niem­öl­ler

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    1. Avatar von Lutz Balschuweit

      DIE BRILLENTRÄGER SIND SCHULD!

      “Papa, in der Schu­le neh­men wir grad den Hit­ler durch. Wie konn­ten die Leu­te so dumm sein und den wäh­len?“

      “Weil er ein­fa­che Lösun­gen ver­sprach!”

      “Was heißt das, Papa?”

      “Pass auf, das funk­tio­niert so:
      Sagen wir, du willst an die Macht. Als ers­tes brauchst du dazu Wäh­ler. Die müs­sen einen Grund haben, dich zu wäh­len. Der ein­fachs­te Grund ist: Du machst ihnen Angst vor etwas.”

      “Wie funk­tio­niert das, Papa?”

      “Du musst ihnen einen Feind geben, den sie has­sen und vor dem sie sich fürch­ten. Sagen wir: Bril­len­trä­ger.”

      “War­um Bril­len­trä­ger?”

      “Wuss­test du, dass 65% aller Ver­bre­chen von Bril­len­trä­gern began­gen wer­den? Und die Poli­zei tut nichts dage­gen. Im Gegen­teil, man för­dert die noch!”

      “Wahn­sinn! Was kann man dage­gen tun, Papa?”

      “Und schon bist du rein­ge­fal­len. Du hast nicht bezwei­felt, dass mei­ne Zah­len stim­men. Obwohl ich sie gera­de erfun­den habe.”

      “Ähm – wie kann man das auch über­prü­fen?”

      “Damals beim Hit­ler war das schwer. Heu­te brauchst du nur ein wenig zu goo­geln. Oder ein wenig nach­zu­den­ken. Ganz schlimm sind übri­gens die Bril­len­trä­ger zwi­schen 20 und 30. Letz­tens hat einer ein klei­nes Mäd­chen ermor­det, der hat nur eine The­ra­pie bekom­men und die Eltern des Mäd­chens wur­den ein­ge­sperrt, weil sie nicht auf sie auf­ge­passt haben!”

      “Das stimmt jetzt wie­der nicht, Papa, oder?”

      “Nein, das stimmt ganz sicher. Schau mal auf Face­book, da wird das gera­de über­all geteilt. Glaubst du echt, tau­send Leu­te wür­den das tei­len, wenn es erfun­den wäre?”

      “Puhhhh. Und was tun wir dage­gen?”

      “Wei­ter­tei­len, demons­trie­ren, auf die Stra­ße gehen. Die­se Bril­len­trä­ger muss man ein­sper­ren, damit wir wie­der sicher sind!”

      “Darf man das bei uns?”

      “Was ist wich­ti­ger? Dass man die Rech­te sol­cher Ver­bre­cher schützt oder dass man das gan­ze Volk vor ihnen schützt? Wo geho­belt wird, fal­len eben Spä­ne!”

      “Das Volk schüt­zen ist wich­ti­ger, oder?”

      “Dazu müs­sen wir dann eben eini­ge Geset­ze ändern. Die Poli­zei muss mehr Macht bekom­men, dann sind wir wie­der sicher. Wir brau­chen eine star­ke Hand, die uns und unse­re Frei­heit schützt, ver­stehst?”

      “Ja, das klingt logisch.”

      “Siehst du? So funk­tio­niert das. Zuerst einen Sün­den­bock suchen. Die Grup­pe darf nicht zu klein sein, aber auch nicht zu groß. Dann sucht man sich Ver­bre­chen, die Leu­te aus die­ser Grup­pe bege­hen. In jeder Grup­pe gibt es immer auch Ver­bre­cher. Wenn man kei­ne fin­det, erfin­det man eben wel­che und behaup­tet das so lan­ge, bis alle es glau­ben. Dann kommt der “Volks­zorn”, dem lässt man frei­en Lauf. Dann gewinnt man eine Wahl und ändert Geset­ze. irgend­wann ist der Punkt erreicht, wo das Gesetz dich nicht mehr schützt, son­dern unter­drückt, aber das hast du jetzt über­se­hen. Das nennt man dann auto­ri­tä­re Regie­rung. Schau dir an, wie das in Deutsch­land bei den Nazis lief, in der Sowjet­uni­on, in Chi­na, etc.”

      “Und wie kann man das ver­hin­dern?

      “Nach­den­ken, mein Sohn. Kei­ne Angst davor haben, nicht alles zu glau­ben. Alles hin­ter­fra­gen und nach­prü­fen. Und ein­fach bei der Het­ze nicht mit­ma­chen. Dann sind die Bril­len­trä­ger auf ein­mal gar kei­ne Bedro­hung mehr.”

      “Papa, war­um hast du dei­ne Bril­le nicht auf?”

      (Essay von Gün­ter Lei­ten­bau­er)

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