Es gibt E‑Mails, die man wirklich nicht gerne schreibt. Zum Beispiel die, mit der man mitteilt, dass der eigene kleine Hund nicht mehr da ist. Ein trauriger Anlass: Der kleine Rüdiger musste eingeschläfert werden. Also eine E‑Mail an die Stadtverwaltung – Abmeldung von der Hundesteuer. Und gleich noch eine an die Hunde-Haftpflicht-Versicherung.
Die Reaktionen könnten unterschiedlicher kaum sein. Die Versicherung antwortet zeitnah, spricht ihr Bedauern aus und kündigt an, die zu viel gezahlten Beiträge selbstverständlich zeitnah zurückzuerstatten.
Kurz gesagt: Eine E‑Mail genügt.
Und die Stadtverwaltung? Sie antwortet ebenfalls.
Mit einem FORMULAR. Natürlich.
Denn was wäre eine deutsche Verwaltung ohne Formular? Offenbar reicht es im Jahr 2026 noch nicht, einer Behörde per E‑Mail mitzuteilen: „Unser Hund ist leider verstorben, bitte melden Sie ihn von der Hundesteuer ab.“ Nein, dafür braucht es offenbar ein offizielles Stück Papier. Vermutlich muss der Verstorbene darin noch einmal ordnungsgemäß aus dem Verwaltungsleben verabschiedet werden. Man fragt sich unweigerlich:
Digitalisierung – oder nur Papierkram per E‑Mail?
Die Versicherung schafft es, eine traurige Nachricht menschlich, unkompliziert und digital zu bearbeiten. Die Stadt schafft es immerhin ihr Bedauern auszudrücken, versendet aber eine PDF-Datei. Fortschritt ist Fortschritt. Vielleicht kommt irgendwann auch die Hundesteuer-Abmeldung online. Ganz ohne Formular. Ganz ohne Ausdruck. Ganz ohne Unterschrift.
Man darf ja noch träumen.
Und vielleicht bekommt der kleine Rüdiger dann irgendwann sogar eine digitale Abmeldebestätigung.
Amtlich bestätigt: Der Hund Rüdiger ist tot. Deutschland 2026.
Digitalisierung auf vier Pfoten.
Teil 2 folgt zeitnah.
Bild: Mit Ki erstellt


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