Mit diesem T‑Shirt lerne ich auf jedem Oldtimer- bzw. Ententreffen ganz viele Leute kennen.
„Was hast du denn da an? Machst du etwa Werbung für die RAF?“.
Ich stell’ mich dann dumm und unwissend.
„Nö, wieso?“.
„Roter Stern und RAF-Schriftzug. Steht doch da.“
„Da ist ´ne Ente drauf und da steht: Rostiges Altes Fahrzeug.“
„Ja, stimmt. Das ist ja cool.“
Überwiegend ist die Resonanz positiv, die meisten finden die Idee und die grafische Umsetzung gut.
Ich war auch ganz begeistert sonst hätte ich dieses Shirt ja nicht gekauft.
Mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher. Sicher nicht verboten aber sollte man das tun?
In diese Richtung gibt es einige Motive. Es gibt z.B. den „Titanic Swimming Club“ oder den abgewandelten Schriftzug des KdF-Logos („Kraft durch Freude“ Ferienorganisation der Nazis) nun als „Kraft durch Freunde“.
Schwarzer Humor, Satire oder doch geschmacklos? Verhöhnt man damit Opfer und stellt sich auf die Seite der Täter? Findet man damit die Taten oder Ereignisse gut. Macht man sich gemein mit schlimmen Ereignissen?
Ich bin mir unsicher und hab das Shirt erst einmal zur Seite gelegt.
Bin gespannt auf die Kommentare und Meinungen.
Foto: Walter Schubert


Kommentare
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5 Kommentare zu „Kontakt T‑Shirt“
Würden sie auch ein T‑Shirt tragen auf welchem ein stilisierte Jesus am Kreuz abgebildet ist mit der Überschrift: “Hält ewig” und unter dem Bild:“Das Handwerk: Gekonnt, wie!”?
Mir gefällt besonders die grafische Umsetzung .
Mich würde der Urheber des T‑Shirts interessieren?
Urheber kenne ich nicht. Anbietershop schon lange nicht mehr erreichbar.
Shirt taucht teilweise auf Oldtimertreffen auf. Letzte Woche auf dem 2CV-Deutschlandtreffen wurde eins angeboten. Offenbar sehr selten.
Ein Arbeitskollege, Schlosser, sagte mir vor ca. 10 Jahren: “Wir brauchen eine neue RAF”. Ich habe ihm widersprochen. Auch in den heutigen krisenhaften Zeiten, der KI “Revolution”, der Militarisierung der Gesellschaft, des Sozialabbaus, des gewöhnlichen, institutionellen und propagierten Rassismus, ist ein breites Bündnis gegen die Faschisierung der Gesellschaft notwendig.(Faschisierung bezeichnet den gesellschaftlichen oder politischen Prozess, in dem sich Strukturen, Denkmuster, Diskurse oder Herrschaftsformen einer Gesellschaft schleichend oder offen an den Faschismus annähern. Der Begriff betont im Gegensatz zum feststehenden Zustand des „Faschismus“ den dynamischen, prozesshaften Charakter einer solchen Entwicklung)
Bekannte prominente Opfer der RAF: Hanns-Martin Schleyer: Arbeitgeberpräsident, 1977 von der RAF entführt und ermordet – Siegfried Buback: Generalbundesanwalt, 1977 erschossen – Jürgen Ponto: Vorstandssprecher der Dresdner Bank, 1977 bei einem Entführungsversuch erschossen – Alfred Herrhausen: Vorstandssprecher der Deutschen Bank, 1989 durch einen Sprengstoffanschlag getötet – Detlef Karsten Rohwedder: Chef der Treuhandanstalt, 1991 in Düsseldorf erschossen. – Gerold von Braunmühl: Diplomat im Auswärtigen Amt, 1986 ermordet. Insgesamt 34 Menschen getötet: Polizisten, Dienstwagenfahrer oder Personenschützer.
Von der NSU getötete Personen: Enver Şimşek (getötet am 9. September 2000 in Nürnberg) – Abdurrahim Özüdoğru (getötet am 13. Juni 2001 in Nürnberg) – Süleyman Taşköprü (getötet am 27. Juni 2001 in Hamburg) – Habil Kılıç (getötet am 29. August 2001 in München – Mehmet Turgut (getötet am 25. Februar 2004 in Rostock) – İsmail Yaşar (getötet am 9. Juni 2005 in Nürnberg) – Theodoros Boulgarides (getötet am 15. Juni 2005 in München) – Mehmet Kubaşık (getötet am 4. April 2006 in Dortmund) – Halit Yozgat (getötet am 6. April 2006 in Kassel) – Michèle Kiesewetter (Polizistin, getötet am 25. April 2007 in Heilbronn
Für mich würde das Gebot der Empathie
für die Opfer extremistischen Terrors und deren Angehörigen
stets über einer Effekthascherei stehen, die lediglich
der eigenen Selbstinszenierung dienen soll.
Aber jeder Jeck ist halt anders.
Mit freundlichem Gruß
Stefan M. Schäfer