Meinungsbeitrag
„Die Kommunen brauchen Hitzeschutzpläne.“ sagte Dunja Hayali gestern Abend im Heute-Journal. Sie deutete dabei die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen an, wenn diese ausblieben. Haben unsere Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker sowie die Verwaltung in Wermelskirchen gut zugehört – und sind sie bereit zu handeln?
Denn während überall über die Notwendigkeit von Kühlung Einigkeit zu bestehen scheint, zeigt sich vor Ort noch ein anderes Bild. In Wermelskirchen ist eine als Übergang gedachte Containerschule nahezu unbemerkt zur Dauerlösung geworden. Und der Hitzeschutz? Laut Verwaltung können aus technischen Gründen maximal die Jalousien heruntergelassen werden und nachträglich beschaffte Ventilatoren auf kurze Distanz für ein wenig Erleichterung sorgen. Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass auch andere städtische Gebäude nicht klimatisiert seien. Doch ist das angesichts immer häufiger auftretender Extremtemperaturen wirklich ein Argument – oder eher ein Zeichen von Machtlosigkeit?
Nicht öffentlich wurde im Rathaus darüber diskutiert den Erhalt unseres Krankenhauses möglicherweise über eine nochmalige Erhöhung der Grundsteuer B zu subventionieren und damit zunächst zu sichern. Gut so! Aber ist angesichts der desolaten städtischen Finanzen der Gedanke an das Rhombus-Areal, dass für viele die neue Visitenkarte der Stadt sein soll, zulässig. Man kann diese Themen nicht eins zu eins vergleichen – aber, ich finde, man darf sie während dieser Hitzeperiode nebeneinander stellen auch deshalb, weil sie schnell zu unbequemen, aber verständlichen Fragen führen: Wie hilfreich ist in genau solchen Zeiten, beispielsweise, ein Klimateich, der ausschließlich mit Regenwasser gespeist werden soll? Was passiert, wenn ausreichender Regen so lange ausbleibt? Wird dann am Ende etwa steuerfinanziertes Trinkwasser eingesetzt?
Die Entscheidung für das Rhombus-Areal fiel selbstverständlich demokratisch. Keine Frage. Die Verträge sind rechtswirksam. Wermelskirchen steht in der Pflicht. Eine Ausstiegserwägung ist selbst angesichts neuer Erkenntnisse völlig absurd!?
Wer heute noch die Prognosen der Meteorologen negiert, steht bald alleine da. Hitzewellen kommen unbestritten häufiger, dauern länger und sind intensiver. Jeder Euro in der fast leeren Stadtkasse muss auch unter diesem Aspekt richtig angelegt werden. Es bleibt zu hoffen, dass unser Engagement für ein Projekt, dass uns in einem bislang unbekanntem Ausmaß belasten wird, nicht zu einem äußerst problematischen Dilemma führt, denn der gesetzlich vorgeschriebene Vorsorgeschutz für die Gesundheit, insbesondere von Kindern, älteren Menschen und Kranken muss doch ganz sicher die höchste Priorität haben! Und da passt sie wieder, die gedankliche Verbindung zu der Diskussion um den Erhalt unseres Krankenhauses.
In einer Woche beginnen die Sommerferien in NRW. In sechs Wochen werden die Temperaturen vermutlich wieder sinken. Auch wenn sich manche kommunale Entscheiderinnen und Entscheider heute wünschen mögen, dass der Blick dann auf andere Themen gerichtet wird, die Notwendigkeit der Erstellung eines Hitzeschutzkonzepts für Wk bleibt noch sehr lange ganz oben auf ihrer To-Do Liste.
Foto: Ki generiert


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