Open Table

Ich hab’ jetzt mal Lust auf ´ne schö­ne Geschich­te – kei­ne Kri­tik an nichts, ohne meckern und mau­len.

Vor­stel­len möch­te ich fol­gen­de Idee: Offe­ner Mit­tags­tisch oder neu­deutsch auch Open Table genannt. Das Gan­ze spielt sich im pri­va­ten Bereich ab und basiert auf fol­gen­der Erkennt­nis: „Es kann doch nicht sein, dass wir unse­re Freun­de über­wie­gend nur zu offi­zi­el­len Anläs­sen wie Geburts­ta­gen, Jubi­lä­en oder Beer­di­gun­gen tref­fen.“ Das soll­te häu­fi­ger und auch ein­fa­cher sein.

Der ers­te Ablauf war so:
„Habt ihr am nächs­ten Mon­tag um 12.30 Uhr schon was vor?“
„Nö, eigent­lich nicht. War­um?“
„Dann kommt doch zu uns zum Mit­tag­essen.“
„Zum Mit­tag­essen?“
„Genau. 12.30 Uhr bei uns.“

Pri­va­te Ein­la­dun­gen zum essen fin­den ja meist am Wochen­en­de, meist auch für den Abend statt und haben irgend­wie auch etwas offi­zi­el­les. Und genau das soll es ja nicht sein. Zunächst beschrif­te ich die schwar­ze Tafel unse­rer Infra­rot­hei­zung mit den Namen der Gäs­te. Da ich sowie­so ein Mit­tag­essen vor­be­rei­te mache ich eben nicht zwei son­dern vier Schnit­zel. Oder es gibt Nudeln oder Lin­sen­sup­pe oder einen gro­ßen bun­ten Salat mit Weiß­brot dazu. Ein­fa­che Sachen, die ich sowie­so zube­rei­ten wür­de – nur eben ein biss­chen mehr. „Kommt dazu, setzt euch, esst und trinkt mit uns und wir erzäh­len uns was.“ Da muss nichts mit­ge­bracht wer­den (z.B. Blu­men für die Gat­tin) und nie­mand muss sich ins „klei­ne Schwar­ze“ quet­schen. Gemüt­lich, ent­spannt, ein­fach ganz nor­mal.

Meist löst sich die Run­de so um 15.00 / 15.30 Uhr auf, manch­mal ver­plau­dert man sich auch und es wird etwas spä­ter. Rich­tig schön – wir haben uns noch mal aus­ge­spro­chen. Und – in fort­ge­schrit­te­nem Alter ist ein Mit­tag­essen bekömm­li­cher als ein Essen zu spä­ter Stun­de.

Mitt­ler­wei­le ist ein rol­lie­ren­des Sys­tem dar­aus gewor­den. Mit­tag­essen mal hier, mal da, in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den, auch in unter­schied­li­chen Zusam­men­set­zun­gen. Und im Gegen­satz zu gro­ßen Tref­fen ist hier wirk­lich die Gele­gen­heit in Ruhe mit­ein­an­der zu reden. Ohne Stö­run­gen und ohne Zeit­druck.

Die Erfah­rung zeigt: Zur Nach­ah­mung emp­foh­len.

Mahl­zeit und Prost!

Foto: Wal­ter Schu­bert

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