40 Grad – und jetzt?

Na, wie war’s? Irgend­wie die 40 Grad über­lebt?

Und jetzt? Abha­ken, nicht dra­ma­ti­sie­ren und hof­fen, dass die nächs­ten Hit­ze­som­mer lan­ge auf sich war­ten las­sen?

So ein­fach scheint es nicht zu sein. Kli­ma­ge­rä­te sind vie­ler­orts aus­ver­kauft. Tau­sen­de Men­schen inves­tie­ren inzwi­schen in ihren pri­va­ten Hit­ze­schutz. Sie zie­hen Kon­se­quen­zen aus dem, was sie erlebt haben.

Und die Stadt Wer­mels­kir­chen?

Wie gut sind unse­re Schu­len, Kin­der­gär­ten, Senio­ren­hei­me und öffent­li­chen Gebäu­de auf immer häu­fi­ge­re Hit­ze­wel­len vor­be­rei­tet? Wel­che poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen wur­den getrof­fen, wel­che Vor­sor­ge­kon­zep­te gibt es – und was wur­de tat­säch­lich umge­setzt?

Gera­de am Bei­spiel der neu­en Gesamt­schu­le in der alten Con­tai­ner-Modul­bau­wei­se lässt sich das beson­ders gut fest­stel­len. Dort zeigt sich exem­pla­risch, wel­chen Stel­len­wert Hit­ze­schutz bei Pla­nung und Umset­zung hat­te. Es geht dabei nicht um par­tei­po­li­ti­sche Schuld­zu­wei­sun­gen, son­dern um eine nüch­ter­ne Bestands­auf­nah­me. Denn wenn Tem­pe­ra­tu­ren von nahe­zu 40 Grad künf­tig kei­ne Aus­nah­me mehr sind, darf Hit­ze­schutz nicht län­ger als Luxus oder frei­wil­li­ge Zusatz­leis­tung betrach­tet wer­den.

Die eigent­li­che Fra­ge lau­tet des­halb: Haben Poli­tik und Ver­wal­tung die wis­sen­schaft­li­chen War­nun­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re ernst genug genom­men – oder wer­den wir auch beim nächs­ten Hit­ze­re­kord wie­der über­rascht sein?

Ver­mut­lich wird der­zeit sowohl juris­tisch als auch poli­tisch geprüft, ob man unse­re Fra­gen über­haupt beant­wor­ten muss. Es bleibt span­nend, wie belast­bar die immer wie­der ver­spro­che­ne Trans­pa­renz tat­säch­lich ist.

Die längst nicht mehr weg­zu­dis­ku­tie­ren­den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels wer­den spä­tes­tens in die­sem Som­mer auch im Ber­gi­schen Land für vie­le Men­schen zur per­sön­li­chen Rea­li­tät. Es geht um uns alle – um unse­re Eltern und Groß­el­tern, um kran­ke und beson­ders gefähr­de­te Men­schen, vor allem aber um unse­re Kin­der.

Nach unse­ren Infor­ma­tio­nen haben sich bis­lang ledig­lich der Frak­ti­ons- und der Orts­ver­bands­vor­sit­zen­de der FDP, Mar­co From­men­kord und Tim Bos­bach, bei der Schul­lei­tung der Gesamt­schu­le gemel­det, um sich vor Ort ein eige­nes Bild von der Situa­ti­on zu machen. Unter ande­rem die­se Erkennt­nis: 32 Grad in einem Klas­sen­zim­mer am Nach­mit­tag des 29.06.26.

Weder Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der ande­ren Rats­frak­tio­nen noch der Vor­sit­zen­de des Schul­aus­schus­ses, Jochen Bil­stein (SPD), oder der Vor­sit­zen­de des Aus­schus­ses für Umwelt und Bau­en, Ben­ja­min Schmidt (CDU) Frank Kalu­scha (Grü­ne) [Kor­rek­tur], haben sich bis­lang öffent­lich zu die­sem The­ma posi­tio­niert. Auch von jenen kom­mu­nal­po­li­ti­schen Akteu­ren, die sich bei The­men wie Kran­ken­hau­ser­halt oder Sicher­heit regel­mä­ßig enga­giert zu Wort mel­den, war bis­lang nichts zu hören.

Wir wer­den auf­merk­sam beob­ach­ten, wer sich nach dem Über­ste­hen der hei­ßen Tagen dau­er­haft und kon­kret für mehr Hit­ze­schutz und Kli­ma­an­pas­sung in Wer­mels­kir­chen ein­setzt. Schließ­lich geht es nicht um Sym­bol­po­li­tik, son­dern um das beschwo­re­ne Wohl unse­rer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger.


Pres­se­an­fra­ge vom Forum Wer­mels­kir­chen an die Stadt Wer­mels­kir­chen vom 22. Juni 2026

Sehr geehr­te Damen und Her­ren,

das Forum Wer­mels­kir­chen berich­tet regel­mä­ßig über kom­mu­nal­po­li­ti­sche The­men und ver­öf­fent­licht jour­na­lis­tisch-redak­tio­nel­le Inhal­te. Die nach­fol­gen­den Fra­gen die­nen der Bericht­erstat­tung und wer­den im Rah­men unse­rer publi­zis­ti­schen Tätig­keit gestellt.

Vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren bit­ten wir um Beant­wor­tung der fol­gen­den Fra­gen zur Con­tai­ner­bau­wei­se an der Gesamt­schu­le Wer­mels­kir­chen:

1. Han­delt es sich bei den in Con­tai­ner­bau­wei­se errich­te­ten Gebäu­de­tei­len der Gesamt­schu­le um eine vor­über­ge­hen­de Über­gangs­lö­sung oder um eine dau­er­haft vor­ge­se­he­ne Ein­rich­tung?

2. Wur­den im Rah­men der Pla­nung die­ser Gebäu­de­tei­le Maß­nah­men zur Beschat­tung sowie zur Kli­ma­ti­sie­rung bezie­hungs­wei­se Küh­lung der Räu­me geprüft oder kon­zep­tio­nell vor­ge­se­hen?

3. Falls ent­spre­chen­de Maß­nah­men geprüft wur­den: Wur­de die Instal­la­ti­on einer Kli­ma­an­la­ge oder ande­rer tech­ni­scher Kühl­sys­te­me ver­wor­fen? Falls ja, aus wel­chen Grün­den?

4. Sofern Kon­zep­te zur Beschat­tung oder Kli­ma­ti­sie­rung vor­la­gen: War­um wur­den die­se nicht umge­setzt?

5. Wur­de die Mög­lich­keit geprüft, eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge zur Unter­stüt­zung der Strom­ver­sor­gung einer Kühl- oder Kli­ma­an­la­ge zu instal­lie­ren? Falls ja, mit wel­chem Ergeb­nis?

6. Lie­gen der Stadt Erkennt­nis­se dar­über vor, ob die Wär­me­ent­wick­lung in den Räu­men der Con­tai­ner­bau­wei­se an hei­ßen Som­mer­ta­gen mit der Situa­ti­on in ande­ren Schul­ge­bäu­den im Stadt­ge­biet ver­gleich­bar ist? Falls ent­spre­chen­de Mes­sun­gen oder Bewer­tun­gen vor­lie­gen, bit­ten wir um Dar­stel­lung der Ergeb­nis­se.

Foto: Lothar Dähn

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Kommentare

3 Kommentare zu „40 Grad – und jetzt?“

  1. Avatar von Ernst-Walter Müller
    Ernst-Walter Müller

    Wie kann es sein, dass die Kom­mu­nal­po­li­tik bei die­sen Zustän­den erst jetzt reagiert? Und SPD und CDU über­haupt nicht reagiert? Schon im letz­ten Jahr wur­de über den man­gel­haf­ten Hit­ze­schutz geklagt, pas­siert ist offen­bar zu wenig oder nichts. Von der SPD hört man viel, wenn es um die Gesamt­schu­le geht – aber wo bleibt das Han­deln? Oder ist das Inter­es­se am „alten Gym­na­si­um“ am Ende doch grö­ßer als das an der Gesamt­schu­le? Nach der Wahl scheint man sich jeden­falls gern zurück­zu­leh­nen, Sit­zungs­gel­der mit­zu­neh­men und nach außen Enga­ge­ment zu demons­trie­ren, wäh­rend vor Ort die Pro­ble­me wei­ter­be­stehen.

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  2. Avatar von RA Stefan Markel
    RA Stefan Markel

    wie nennt man es eigent­lich, wenn die kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tungs­s­or­ga­ne der staat­li­chen Pflicht­auf­ga­be “Daseins­für­sor­ge” nicht, nur wider­wil­lig oder nach­läs­sig nach­kommt?

    Daseins­vor­sor­ge beinhal­tet nicht nur das Recht, son­dern auch die
    Pflicht zur Schaf­fung und Unter­hal­tung von Ein­rich­tun­gen zum Wohl der Ein­woh­ner. Dies
    gehört zum geschütz­ten Kern­be­reich der gemeind­li­chen Selbst­ver­wal­tungs­ga­ran­tie
    (BayVGH, Urt. vom 9.4.1979, DVB1. 1979 S. 673, 678, 680; OVG Koblenz, Urt. vom
    3.6.1986, NVwZ 1987 S. 71).

    Gehört kör­per­li­cher Schutz vor Wet­ter- und Kli­ma­ein­flüs­sen zum “Wohl der Ein­woh­ner”? Gehö­ren Kin­der und Jugend­li­che auch zu den “Ein­woh­nern”, die zu schüt­zen wären? Und wenn ja, obwohl sie weder Steu­ern, noch Bei­trä­ge oder Gebüh­ren (§ 1 Komm­AbgG) in den kom­mu­na­len Haus­halt zah­len und auch nicht wäh­len dür­fen? Sind Kin­der nur unter Finan­zie­rungs­vor­be­halt die “Zukunft”?

    Las­sen sich die Kom­mu­nal­po­li­ti­ker nicht mal wie­der auf ihre Kern­auf­ga­ben hin­wei­sen? Ist ein Ver­sa­gen in die­sem Bereich nicht schon “Unter­las­se­ne Hil­fe­leis­tung”?

    Fra­gen über Fra­gen…

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    1. Avatar von Ernst-Walter Müller
      Ernst-Walter Müller

      Not­falls wäre hier ja doch ein­mal über eine Kla­ge nach­zu­den­ken! Es wer­den Mil­lio­nen raus­ge­schmis­sen für ein Rhom­bus-Are­al um die Stadt zu ver­schö­nern und in den Schu­len pas­siert nichts. Con­tai­ner! Ist das denn die Mög­lich­keit? Soll­ten nicht erst ein­mal die Über­gangs­lö­sun­gen in Form von Con­tai­nern besei­tigt wer­den, bevor die Stadt an einer “attrak­ti­ven Visi­ten­kar­te” arbei­tet? Wie sagt man noch so schön? Oben Hui – unten pfui.

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