Warme Tage

Unser Ther­mo­me­ter am Bal­kon zeigt zum ers­ten Mal 40 Grad an und in unse­rer Dach­woh­nung sind es gemüt­li­che 31 Grad. Zu warm für alles, zu warm um etwas zu tun und so darf man sich lang­wei­len ohne eine schlech­tes Gewis­sen zu haben.

Die Fens­ter in mei­nem Zim­mer habe ich mit Pap­pe ver­klei­det und ein Ven­ti­la­tor macht das Gan­ze ein biss­chen ange­neh­mer. Nicht gemes­sen – nur gefühlt. Mit einem T‑Shirt in Über­grö­ße und einer wei­ten Schlab­ber­ho­se bin ich nicht „aus­geh­fein“ aber ich will ja auch nir­gend­wo hin. Ein küh­les Getränk wird immer nach­ge­füllt und ein nas­ses Hand­tuch in den Nacken gelegt tut auch gut. Also abwar­ten und das Bes­te draus machen.

Habe mir wun­der­ba­re Sati­re­sen­dun­gen ange­se­hen – Vol­ker Pis­pers um Bei­spiel, lan­ge her aber immer noch aktu­ell. Oder Andre­as Rebers und die alten Klas­si­ker wie Die­ter Hil­de­brand oder Hans Die­ter Hüsch. Nor­ma­ler­wei­se ist ja immer was zu tun aber jetzt hab’ ich Zeit und Muße dafür. Dann habe ich mei­ne Citro­en-Bild­band-Samm­lung auf den Tisch geholt. Habe mich „ver­blät­tert“ und schon war wie­der eine Stun­de rum.

Mit mei­ner CD-Samm­lung habe ich mich auch lan­ge nicht beschäf­tigt. Ist durch Spo­ti­fy in Ver­ges­sen­heit gera­ten. Fast jede CD ist mit einer Erin­ne­rung ver­bun­den. Wann, wo und war­um gekauft? Alles noch prä­sent.

Essen muss auch sein. Ein gemisch­ter Salat, ein Stück­chen Lachs, ein biss­chen Weiß­brot und, den Umstän­den geschul­det, ein Glas Rosé mit Eis­wür­feln. Sor­ry, mach’ ich sonst nicht.

Und dann ist schon wie­der Abend und ein wei­te­rer Tag ist fast geschafft. WDR – Aktu­el­le Stun­de – Lokal­zeit. Mitt­ler­wei­le Qua­li­täts­jour­na­lis­mus vom Feins­ten. Ja, es ist warm in Deutsch­land, ja, es bleibt die nächs­ten Tage warm und ja, so warm war es noch nie im Juni. So, damit wäre es gut und alles gesagt. Nein, es gibt noch ein „Extra“, eine Son­der­sen­dung und außer, dass es auch dort sehr warm ist, gibt es kei­ne neu­en Erkennt­nis­se. „Unser Repor­ter Uwe Sowie­so steht am Sowie­so-See. Uwe, wie ist es?“. Uwe sagt: „Warm, sehr, sehr warm.“ Aha, das hät­ten wir nicht gedacht und sind über die­se neue Erkennt­nis sehr glück­lich, die wir ja antei­lig mit unse­ren Gebüh­ren bezahlt haben.

Und da wir ja schon bezahlt haben schau­en wir uns auch noch das umfang­rei­che Som­mer­wie­der­ho­lungs­pro­gramm an. Ganz fei­ne Sachen zum ein­schla­fen. Man könn­te auch irgend­was mit Fuß­ball schau­en aber der Tag soll ja schön aus­klin­gen.

Foto: Wal­ter Schu­bert

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Kommentare

Ein Kommentar zu „Warme Tage“

  1. Avatar von RA Stefan Markel
    RA Stefan Markel

    Oh, ges­tern habe ich mir die CD von IDEAL “Der Ernst des Lebens” ange­hört, von 1981.
    Der Text – gera­de­zu pro­phe­tisch und ohne kul­tu­rel­le Anei­gung auf Dell­mans­hau­sen über­trag­bar:

    “Am Strand von Tan­ga
    In der glü­hend hei­ßen Son­ne lie­gen sie nar­ko­ti­siert
    Am Rand der Wüs­te
    Der Sand ist weiß

    Kein Schat­ten weit und breit, die Cola kocht
    Man liegt im eig­nen Schweiß
    Der Hori­zont rückt näher
    Und was kei­ner weiß
    Jeder denkt das Eine
    Doch dafür ist’s zu heiß

    Sex
    Sex in der Wüs­te
    Sex
    Sex in der Wüs­te

    Der Hori­zont rückt näher
    Und was kei­ner weiß
    Jeder denkt das Eine
    Doch dafür ist’s zu heiß

    Sex
    Sex in der Wüs­te
    Sex

    Die Luft vibriert
    Die Son­ne sticht in hel­le Haut und nicht geschieht
    Nur ein Gefühl wird gestaut
    Der Wind ist still
    Der Him­mel end­los blau, die Lei­ber rot gebrannt
    Liegt man im Sand

    Der Hori­zont rückt näher
    Und was kei­ner weiß
    Jeder denkt das Eine
    Doch dafür ist’s zu heiß

    Sex
    Sex in der Wüs­te
    Sex

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