Buchempfehlung “Hundertsiebenundachtzig Tage”

Das Forum Wer­mels­kir­chen ver­öf­fent­licht regel­mä­ßig Buch­emp­feh­lun­gen für sei­ne Lese­rin­nen und Leser. Denn – Das gan­ze Jahr über ist Lese­zeit! Schon Goe­the wuss­te: “Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zau­ne!”

Buch­emp­feh­lung von der Buch­hand­lung van Wah­den

Ludo­vic Lecomte
Hun­dert­sie­ben­und­acht­zig Tage
Über­set­zung aus dem fran­zö­si­schen von Nadi­ne Püschel
Ab 14 Jah­re

Mixtvi­si­on, 978–3‑95854–254‑9
€ 14,00

“Die Hand an die Tür­klin­ke legen

die Tür auf­ma­chen

die Schwel­le über­schrei­ten…” (Klap­pen­text)

Der Ich-Erzäh­ler in die­sem Jugend­ro­man ist sech­zehn Jah­re alt und kann das Haus, in dem er mit sei­nen Eltern lebt, nicht ver­las­sen. Allein der Gedan­ke dar­an, die Tür­klin­ke zu berüh­ren und so die Tür zu öff­nen, ver­setzt ihn in Panik.

Seit einem hal­ben Jahr ist er in The­ra­pie bei Madame Arnaud. Die The­ra­pie­stun­den fin­den tele­fo­nisch statt. “Höh­len­syn­drom” lau­tet die Dia­gno­se.

Ein­dring­lich und zugleich sen­si­bel lässt Ludo­vic Lecomte die Lesen­den am All­tag des Ich-Erzäh­lers teil­ha­ben. Der Erzähl­ton wech­selt je nach Tages­ver­fas­sung oder der Situa­ti­on ent­spre­chend von Tage­buch­ein­trä­gen, in Lis­ten oder inne­ren Mono­lo­gen. Und zwi­schen­drin immer wie­der die Beschrei­bung der Atmung, um sich aus der Panik und den Tur­bu­len­zen der Gedan­ken zu befrei­en.

Ein beein­dru­cken­der Roman eines Jugend­li­chen, geprägt von Ängs­ten zum Kli­ma­wan­del und der Welt­la­ge und der Hilf­lo­sig­keit von Fami­lie und Freun­den, die sei­nem Krank­heits­bild oft macht­los gegen­über­ste­hen.

Das offe­ne Ende lässt Raum für ein Ende aus Sicht der Lesen­den.

Bei­trags­bild: Marie-Loui­se Lich­ten­berg / Fotos: Buch­hand­lung van Wah­den

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