Viele Wermelskirchener kennen den Namen Forst (Lausitz) von offiziellen Anlässen, Vereinsbegegnungen oder Berichten über die Städtepartnerschaft. Doch wie steht es um unsere Partnerstadt heute?
Forst liegt im Südosten Brandenburgs direkt an der deutsch-polnischen Grenze und zählt heute rund 18.000 Einwohner. Die Stadt blickt auf eine lange Tradition als Textil- und Industriestandort zurück. Bekannt ist sie vor allem als „Rosenstadt“, deren historischer Rosengarten Besucher aus ganz Deutschland anzieht.
Wie alle Städte in der Lausitz hat Forst seit der Wiedervereinigung tiefgreifende Veränderungen erlebt. Der Verlust zahlreicher Industriearbeitsplätze, der demografische Wandel und die Abwanderung jüngerer Menschen stellt Forst bis heute vor große Herausforderungen. Die Kommune bemüht sich um neue wirtschaftliche Perspektiven und die Stärkung ihrer Innenstadt.
Prägend ist der Strukturwandel in der Lausitz. Mit dem Ausstieg aus der Braunkohle endet für die Region ein wichtiger Wirtschaftszweig. Zugleich fließen erhebliche Fördermittel in Infrastruktur, Forschung und Wirtschaftsförderung. Viele sehen darin die Zukunft, andere sorgen sich, zum Beispiel nach der Abkehr von der Braunkohle, um den Verlust weiterer Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Das spiegelt auch die Kommunalpolitik wider. Bei der Kommunalwahl 2024 wurde die AfD mit 11 von 28 Sitzen stärkste Kraft im Stadtrat. Es folgen CDU mit 5 und SPD mit 4 Sitzen. Die übrigen Mandate verteilen sich auf kleinere Parteien und Wählergruppen. Eine „regierungsfähige“ Mehrheit besitzt die AfD somit nicht. Die politischen Diskussionen werden vor allem von Themen wie Strukturwandel, Energiepolitik, Gesundheitsversorgung und der Zusammenarbeit mit dem polnischen Nachbarn geprägt.
Die Grenznähe bietet nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen. Denn die Zusammenarbeit mit polnischen Kommunen gehört längst zum Alltag und wird durch europäische Förderprogramme unterstützt.
Für Wermelskirchen ist die Partnerschaft mit Forst mehr als eine formale Verbindung zweier Städte. Sie entstand unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung und steht seit 35 Jahren für Begegnung, Austausch und gegenseitiges Verständnis. Gerade weil sich die Lebenswirklichkeiten in verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich entwickelt haben, bleibt dieser direkte Kontakt wertvoll.
Wer heute nach Forst kommt, erlebt eine Stadt im Wandel: geprägt von ihrer Geschichte, konfrontiert mit den Herausforderungen der Gegenwart und auf der Suche nach neuen Perspektiven für die Zukunft.
Foto: Die Großen Wasserspiele im Rosenpark / Patrick Licia bei Wikipedia. Diese Datei ist unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International Lizenz lizenziert.


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