Der 17. Juni 1953 war der Tag des Volksaufstands in der DDR. Ausgelöst wurde er durch die Erhöhung der Arbeitsnormen: Arbeiter sollten mehr leisten, ohne mehr Lohn zu erhalten. Besonders Bauarbeiter in Ost-Berlin protestierten dagegen und traten am 16. Juni in den Streik. Am 17. Juni breiteten sich die Proteste auf die gesamte DDR aus. In Hunderten Städten und Gemeinden demonstrierten Arbeiter, Angestellte und Studenten. Die Forderungen gingen schnell über wirtschaftliche Fragen hinaus. Viele Menschen verlangten freie Wahlen, politische Freiheit und den Rücktritt der Regierung.
Die DDR-Führung konnte die Lage nicht kontrollieren und rief die Sowjetunion zu Hilfe. Sowjetische Panzer und Soldaten schlugen den Aufstand gewaltsam nieder. Dabei kamen zahlreiche Menschen ums Leben, Tausende wurden verhaftet. Der Aufstand war die erste große Massenerhebung gegen ein kommunistisches Regime im Ostblock und zeigte, dass viele DDR-Bürger die Diktatur ablehnten. In Westdeutschland wurde der 17. Juni später zum Nationalfeiertag („Tag der Deutschen Einheit“). Nach der Wiedervereinigung wurde dieser Feiertag durch den 3. Oktober ersetzt.
Ein aktueller Blick in den „Nahen Osten“ nährt den Eindruck, dass die Gesellschaft dort einen geschichtlichen Rückwärtsgang einlegt. Oder täuscht der Eindruck?
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Kommentare
3 Kommentare zu „Erinnerungskultur – Der 17. Juni 1953. Ein Stück Zeitgeschichte.“
Der Untertitel könnte auch lauten:
“Was Herrn Merz noch blühen könnte”
L.G.
Stefan Schäfer
Einen umfassenderen Blick auf das Streikgeschehen nach 1945 bietet ein Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung: “Wegmarken der deutschen Streikgeschichte seit 1945” von Peter Birke,
vom 08.11.2024. Interessant in diesem Zusammenhang sicher auch, dass in der Bundesrepublik politische Streiks 1953 bereits verboten waren und wo sie stattfanden, zu hohen Schadenersatzforderungen führten. Jedenfalls erfüllt die offizielle Geschichtsschreibung und auch dieser Artikel, das landläufige Narrativ der Unmöglichkeit des Aufbaus einer sozialistischen Gesellschaft. Was angesichts der weltweiten Krisenentwicklung und der Favorisierung militärischer “Lösungen”, danach verlangt an Rosa Luxemburg zu erinnern, deren Analyse komprimiert zusammengefasst zu dem Schlagwort führte: “Sozialismus oder Barberei”, welches die marxistische Überzeugung auf den Punkt bringt, dass die Menschheit vor der Wahl steht, den Kapitalismus durch eine solidarische Gesellschaft zu überwinden oder in Krieg, Faschismus und ökologische Zerstörung zurückzufallen.
Ich stimme Ihnen hinsichtlich der gegenwärtigen Krisenentwicklungen – nicht nur der militärischen – grundsätzlich zu. In Bezug auf Rosa Luxemburg muß man jedoch bedenken, dass sie ein Kind ihrer Zeit war, die verglichen mit der unsrigen zwar ähnlich umwälzend und bedrohlich ist aber vor ganz anderen Herausforderungen steht. Dennoch: Geschichte scheint sich zu wiederholen – nur kommt sie in neuen Gewändern daher. Generell bin ich Ihrer Meinung, dass Marxismus vor dem Hintergrund der aktuellen Umwälzungen in all unseren Lebensbereichen einer Neubewertung bedarf.