Leistungskürzungen?

Eine auf­kom­men­de Debat­te um Kür­zun­gen bei der Kinder‑, Jugend- und Ein­glie­de­rungs­hil­fe – Was die Debat­te für Wer­mels­kir­chen bedeu­tet

Was der­zeit auf Bundes‑, Lan­des- und Kreis­ebe­ne unter Begrif­fen wie „Effi­zi­enz“„Steue­rung“ oder „Res­sour­cen­ein­satz“ dis­ku­tiert wird, ist für Wer­mels­kir­chen kei­ne abs­trak­te Ver­wal­tungs­fra­ge. Es geht nicht bloß um Zustän­dig­kei­ten oder Haus­halts­tech­nik, son­dern um den All­tag von Kin­dern in Grund­schu­len und Kin­der­ta­ges­stät­ten, um Fami­li­en mit hohem Unter­stüt­zungs­be­darf und um Men­schen mit Behin­de­run­gen in Wohn­an­ge­bo­ten, Werk­stät­ten, ambu­lan­ten Diens­ten und im öffent­li­chen Leben. Es geht also um die sehr kon­kre­te Fra­ge, ob Inklu­si­on vor Ort getra­gen oder schritt­wei­se aus­ge­höhlt wird.

Die Stel­lung­nah­men des Pari­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­bands, der Lebens­hil­fe, der Links­frak­ti­on im LVR und von alpha e.V. zei­gen, wie ernst die Lage ist. Der Pari­tä­ti­sche beschreibt ein inter­nes Arbeits­pa­pier von Bund, Län­dern und kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den mit mas­si­ven Kür­zungs­vor­schlä­gen in der Kin­der- und Jugend­hil­fe und in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe. Er warnt, die Umset­zung die­ser Vor­schlä­ge wür­de „eine Rol­le rück­wärts bedeu­ten“. Die­se For­mu­lie­rung trifft den Kern. Wo indi­vi­du­el­le Ansprü­che geschwächt, Hil­fen pau­scha­li­siert und Ver­ant­wor­tung auf Fami­li­en, Schu­len und Kitas ver­la­gert wer­den, wird nicht moder­ni­siert, son­dern zurück­ge­baut. (https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/massive-kuerzungsvorschlaege-bei-kindern-jugendlichen-und-menschen-mit-behinderung/)
(https://www.lebenshilfe.de/informieren/familie/neuerungen-fuer-menschen-mit-behinderung)

Für Wer­mels­kir­chen hät­te das unmit­tel­ba­re Fol­gen. Beson­ders sicht­bar wird das in den Grund­schu­len. Wenn Inte­gra­ti­ons­hil­fe und Schul­as­sis­tenz beschnit­ten oder aus der Ein­glie­de­rungs­hil­fe her­aus­ge­löst wür­den, trä­fe das Kin­der mit Behin­de­run­gen und För­der­be­darf direkt. Inklu­si­on funk­tio­niert nicht durch gute Absicht oder schö­ne Leit­bil­der, son­dern nur dann, wenn ein Kind die Unter­stüt­zung bekommt, die es tat­säch­lich braucht. Fehlt die­se Unter­stüt­zung, ver­schlech­tert sich nicht nur die Situa­ti­on des betrof­fe­nen Kin­des. Dann gera­ten auch Lehr­kräf­te, Mit­schü­le­rin­nen und Mit­schü­ler, Schul­so­zi­al­ar­beit und Eltern unter zusätz­li­chen Druck. Was dann oft als „Sys­tem­ver­ant­wor­tung der Schu­le“ bezeich­net wird, ist in Wahr­heit nicht sel­ten die Ver­la­ge­rung pro­fes­sio­nel­ler Hil­fe auf ohne­hin belas­te­te Struk­tu­ren.

Die Links­frak­ti­on im LVR hat das klar benannt:

„Die Vor­schlä­ge, Inte­gra­ti­ons­hil­fen und Schul­as­sis­tenz (§112 SGB IX) zu strei­chen und die bedarfs­ge­rech­te Unter­stüt­zung der Kin­der und Jugend­li­chen den Schu­len ohne wei­te­re Unter­stüt­zung auf­zu­bür­den, ver­sto­ßen gegen die UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on.“

Und sie erin­nert dar­an, was bereits erreicht wur­de:

„Ohne Schul­as­sis­tenz besuch­te heu­te in NRW nicht fast jede:r zwei­te Schüler:in mit son­der­päd­ago­gi­schen För­der­be­darf eine all­ge­mei­ne Schu­le – vor zwan­zig Jah­ren war es nur knapp jede:r zehn­te. Es wäre ein Unding, dies zurück­zu­dre­hen.”

Ähn­lich pro­ble­ma­tisch ist die Lage in Kin­der­gär­ten und Kitas. Der Pari­tä­ti­sche kri­ti­siert die Idee, all­ge­mei­ne Infra­struk­tur­an­ge­bo­te zu prio­ri­sie­ren und indi­vi­du­el­le Hil­fen zurück­zu­drän­gen. Auf dem Papier klingt das nach Ver­net­zung und Effi­zi­enz. In der Pra­xis bedeu­tet es oft, dass Kitas und Fami­li­en­zen­tren Auf­ga­ben über­neh­men sol­len, für die ihnen Per­so­nal, Zeit und fach­li­che Aus­stat­tung feh­len. Der Pari­tä­ti­sche for­mu­liert es unmiss­ver­ständ­lich:

„Erzieher*innen der Kita kön­nen dies nicht leis­ten und sind dafür auch nicht aus­ge­bil­det.”

Das ist kei­ne Gering­schät­zung päd­ago­gi­scher Fach­kräf­te, son­dern die rea­lis­ti­sche Beschrei­bung einer längst über­las­te­ten Pra­xis. Für Wer­mels­kir­chen heißt das: Inklu­si­ve För­de­rung in Kitas wür­de schwe­rer, Fami­li­en wür­den häu­fi­ger mit Pro­ble­men allein gelas­sen, und Fach­kräf­te müss­ten erneut aus­ba­den, was poli­tisch als „Reform“ ver­kauft wird.

Noch deut­li­cher wird die­se Logik in der Rede von der „mehr Selbst­ver­ant­wor­tung in den Fami­li­en“. Der Pari­tä­ti­sche über­setzt das so:

„Mehr Selbst­ver­ant­wor­tung der Fami­li­en bedeu­tet über­setzt: Betreu­ungs­zeit, Betreu­ungs­per­so­nal und Qua­li­tät her­un­ter­set­zen, um Kos­ten zu spa­ren und die Betreu­ung auf Fami­li­en zu ver­la­gern.”

Dar­in liegt die sozia­le Här­te die­ser Debat­te. Fami­li­en mit einem Kind mit Behin­de­rung oder mit hohem Unter­stüt­zungs­be­darf leben oft schon heu­te an ihrer Belas­tungs­gren­ze. Sie orga­ni­sie­ren The­ra­pien, Anträ­ge, Fahr­ten, Arzt­ter­mi­ne, Kri­sen und Pfle­ge neben Beruf und All­tag. Wenn in die­ser Situa­ti­on der Staat sich wei­ter zurück­zieht und das als Stär­kung von Eigen­ver­ant­wor­tung ver­kauft, dann ist das kei­ne Hil­fe zur Selbst­hil­fe. Es ist eine Abwäl­zung von Las­ten.

Auch ambu­lan­te Diens­te, Bera­tungs­stel­len, Wohn­an­ge­bo­te und ande­re Ein­rich­tun­gen der Behin­der­ten­ar­beit in Wer­mels­kir­chen wären betrof­fen. Wenn Ein­zel­fall­hil­fen zurück­ge­drängt, Leis­tun­gen stär­ker gepoolt und das Wunsch- und Wahl­recht ein­ge­schränkt wer­den, ver­lie­ren Men­schen mit Behin­de­run­gen rea­le Selbst­be­stim­mung. Der Pari­tä­ti­sche warnt des­halb zu Recht:

„Eine Ein­schrän­kung des Leis­tungs­spek­trums macht Teil­ha­be zu einer Fra­ge des Geld­beu­tels.”

Das ist viel­leicht der här­tes­te Satz in die­ser Debat­te, aber auch der ehr­lichs­te. Wer Hilfs­mit­tel über Lis­ten und Ober­gren­zen deckelt, wer pau­scha­le Lösun­gen über indi­vi­du­el­le Bedar­fe stellt und wer Men­schen in stan­dar­di­sier­te Ange­bo­te drängt, macht aus Teil­ha­be ein Haus­halt­s­kal­kül.

Die Lebens­hil­fe ergänzt die­se Kri­tik auf wich­ti­ge Wei­se. Ihr Über­blick zu den gesetz­li­chen Ände­run­gen 2026 ist sach­lich und nüch­tern. Gera­de des­halb zeigt er, wie wider­sprüch­lich die Ent­wick­lung ist. Einer­seits gibt es Ver­bes­se­run­gen, etwa höhe­re Frei­be­trä­ge in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe oder ver­län­ger­te Wei­ter­zah­lung des Pfle­ge­gel­des in bestimm­ten Situa­tio­nen. Ande­rer­seits benennt die Lebens­hil­fe klar: „Die Regel­sät­ze stei­gen nicht.“

Das klingt tech­nisch, ist aber sozi­al­po­li­tisch bri­sant. Wenn Regel­sät­ze sta­gnie­ren, wäh­rend Lebens­hal­tungs­kos­ten und Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge stei­gen, ver­schärft sich der Druck auf Men­schen mit Behin­de­run­gen und ihre Fami­li­en. Gera­de in einer Stadt wie Wer­mels­kir­chen, in der Mobi­li­tät zu Werk­stät­ten, The­ra­pien, Pra­xen und Bera­tungs­stel­len orga­ni­siert wer­den muss, ent­schei­den sol­che Belas­tun­gen mit dar­über, ob Teil­ha­be gelingt oder schei­tert. Zugleich erin­nert die Lebens­hil­fe an den ent­schei­den­den Grund­satz: Teil­ha­be ist Men­schen­recht“

Dort ver­läuft die rote Linie. Rech­te, die nur gel­ten, solan­ge sie bil­lig sind, sind kei­ne ver­läss­li­chen Rech­te mehr.

Auch alpha e.V. warnt in sei­ner Stel­lung­nah­me deut­lich. Geschäfts­füh­rer Flo­ri­an Schä­fer schreibt:

„Die aktu­ell dis­ku­tier­ten Ein­spa­run­gen im Bereich der Ein­glie­de­rungs­hil­fe, Schul­as­sis­tenz sowie wei­te­rer Unter­stüt­zungs- und Teil­ha­be­leis­tun­gen betrach­ten wir bei alpha e.V. mit gro­ßer Sor­ge.“

Und wei­ter:

„Gera­de in Städ­ten wie Wer­mels­kir­chen mit ver­gleichs­wei­se über­schau­ba­ren Unter­stüt­zungs­struk­tu­ren kön­nen Kür­zun­gen erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die kon­kre­te Lebens­rea­li­tät von Men­schen mit Behin­de­run­gen, psy­chi­schen Erkran­kun­gen, Kin­dern, Jugend­li­chen und Fami­li­en ent­fal­ten.“

Das trifft den loka­len Punkt genau. In einer Groß­stadt las­sen sich Defi­zi­te mit­un­ter noch durch grö­ße­re Ange­bots­dich­te abfe­dern. In einer Klein­stadt schla­gen Ein­schnit­te schnel­ler durch. Flo­ri­an Schä­fer von alpha e.V. for­mu­liert daher zu Recht:

„Aus unse­rer Sicht sind Teil­ha­be­leis­tun­gen kei­ne frei­wil­li­gen Zusatz­an­ge­bo­te, son­dern zen­tra­le Vor­aus­set­zun­gen für gesell­schaft­li­che Teil­ha­be, Bil­dungs­ge­rech­tig­keit und sozia­le Sta­bi­li­tät.“

Und mit Blick auf Schu­len und Kitas bemerkt Schä­fer:

„Päd­ago­gi­sche Fach­kräf­te kön­nen feh­len­de the­ra­peu­ti­sche, sozi­al­päd­ago­gi­sche oder assis­tie­ren­de Unter­stüt­zung nicht dau­er­haft kom­pen­sie­ren.“

Das ist kei­ne Theo­rie, son­dern All­tags­er­fah­rung. Wer indi­vi­du­el­le Hil­fen kürzt, erzeugt Mehr­be­las­tung an genau den Orten, an denen die Sys­te­me längst unter Druck ste­hen.

Aus der Stel­lung­nah­me von Hen­ning Reh­se, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der Frei­en Wäh­ler in der Land­schafts­ver­samm­lung, wird ein ande­rer Schwer­punkt deut­lich. Reh­se betont vor allem die Finan­zie­rungs­fra­ge und schreibt, der Aus­gangs­punkt sei die soge­nann­te „Frei-AG“ gewe­sen, in der wegen „stei­gen­der Fall­zah­len und stän­dig stei­gen­den Kos­ten“ nach Lösun­gen gesucht wor­den sei. Er ver­weist auf die kom­mu­na­le For­de­rung, die Kos­ten der Ein­glie­de­rungs­hil­fe künf­tig zu drit­teln und dyna­misch zwi­schen Bund, Län­dern und Kom­mu­nen zu ver­tei­len. Das ist als Hin­weis auf die kom­mu­na­le Finanz­kri­se nicht falsch. Auch sei­ne per­sön­li­che Bemer­kung ist bemer­kens­wert:

„Las­sen Sie mich per­sön­lich anmer­ken, dass aus mei­ner Sicht mit einem Steu­er­ein­kom­men von über einer Bil­li­on Euro über alle Ebe­nen genug Geld in die­sem Land vor­han­den ist, um alle nöti­gen anfal­len­den Auf­ga­ben sach­ge­recht zu finan­zie­ren.“

Das ist ein wich­ti­ger Satz, weil er der beque­men Behaup­tung wider­spricht, Kür­zun­gen sei­en zwangs­läu­fig. Gleich­zei­tig rela­ti­viert Reh­se die Debat­te stark, wenn er von einer „nicht­ab­ge­stimm­ten Vor­schlags­lis­te“ spricht und erklärt, man sei durch die Aktu­el­le Stun­de im Bun­des­tag der Lösung „kein Stück näher­ge­kom­men“. Mit die­ser Ein­ord­nung liegt er im Prin­zip rich­tig: Denn die eigent­li­che Kon­tro­ver­se dreht sich nicht nur um Stil­fra­gen, Leaks oder den Ver­lauf einer Bun­des­tags­de­bat­te (die im Grun­de nichts sub­stan­ti­el­les zu der wich­ti­gen The­ma­tik bei­getra­gen hat), son­dern um sehr kon­kre­te Vor­schlä­ge, die für behin­der­te Men­schen, Kin­der und Fami­li­en rea­le Fol­gen hät­ten. Wer den Schwer­punkt fast nur auf Ver­fah­ren und Finan­zie­rung legt, ver­harm­lost leicht die sozia­le Sub­stanz des Kon­flikts. (s. hier­zu: https://dip.bundestag.de/vorgang/kein-sozialabbau-auf-kosten-von-kindern-jugendlichen-familien-und-menschen/334282 – HIER: Zusatz­punkt 15: „Kein Sozi­al­ab­bau auf Kos­ten von Kin­dern, Jugend­li­chen, Fami­li­en und Men­schen mit Behin­de­run­gen“)

Kei­ne Stel­lung­nah­me von Bür­ger­meis­ter, CDU und Bür­ger­fo­rum

Bezeich­nend ist des­halb auch, dass es vor Ort an kla­ren poli­ti­schen Ant­wor­ten man­gelt. Der Bür­ger­meis­ter, das Bür­ger­fo­rum und die CDU in Wer­mels­kir­chen haben eine Stel­lung­nah­me abge­lehnt oder unse­re Anfra­gen unbe­ant­wor­tet gelas­sen. Auch das gehört zur Wahr­heit. Wenn es um so grund­le­gen­de Fra­gen von Teil­ha­be, Inklu­si­on und sozia­ler Infra­struk­tur geht, ist Schwei­gen kei­ne Neben­sa­che. Schwei­gen ist dann selbst eine poli­ti­sche Aus­sa­ge.

Wer­den also wei­te­re Ein­schnit­te auf die Men­schen in Wer­mels­kir­chen zukom­men? Wenn sich die Rich­tung die­ser Vor­schlä­ge durch­setzt, ist die­se Sor­ge berech­tigt. Die Ver­schlech­te­run­gen müs­sen nicht immer als offe­ne Strei­chung sicht­bar wer­den. Sie kön­nen schlei­chend auf­tre­ten: durch stren­ge­re Bewil­li­gun­gen, län­ge­re Ver­fah­ren, stär­ke­re Ver­wei­se auf Grup­pen­an­ge­bo­te, höhe­re Hür­den bei Hilfs­mit­teln oder die stil­le Erwar­tung, dass Schu­len, Kitas und Fami­li­en schon irgend­wie auf­fan­gen, was an pro­fes­sio­nel­ler Unter­stüt­zung ver­schwin­det. Gera­de die­se schlei­chen­de Form des Sozi­al­ab­baus ist gefähr­lich, weil sie sich sprach­lich so gut als „Neu­ord­nung“ oder „Reform“ tar­nen lässt.

Natür­lich sind Refor­men nötig. Zustän­dig­kei­ten müs­sen kla­rer, Ver­fah­ren ein­fa­cher und Büro­kra­tie klei­ner wer­den. Aber Reform ist nicht das­sel­be wie Kür­zung. Reform darf nicht hei­ßen, dass indi­vi­du­el­le Ansprü­che geschleift, inklu­si­ve Bil­dung unter­fi­nan­ziert und fami­liä­re Über­las­tung zur stil­len Nor­ma­li­tät erklärt wer­den. Die Belas­tungs­gren­ze ist dort erreicht, wo Inklu­si­on zwar fei­er­lich beschwo­ren, im All­tag aber nicht mehr ermög­licht wird. Sie ist dort erreicht, wo ein Kind in der Grund­schu­le for­mal dabei ist, aber ohne Assis­tenz schei­tert. Sie ist dort erreicht, wo eine Kita zusätz­li­che Auf­ga­ben über­neh­men soll, ohne die Mit­tel dafür zu haben. Und sie ist dort erreicht, wo Men­schen mit Behin­de­run­gen wie­der ler­nen müs­sen, dass ihr Recht auf Teil­ha­be nur so lan­ge gilt, wie es der Kas­sen­la­ge passt.

Für Wer­mels­kir­chen heißt das: Die Stadt und ihre Ein­rich­tun­gen brau­chen ver­läss­li­che Unter­stüt­zung, per­so­nen­zen­trier­te Hil­fen und einen poli­ti­schen Wil­len, Inklu­si­on nicht nur in Sonn­tags­re­den zu fei­ern, son­dern im All­tag abzu­si­chern. Die Links­frak­ti­on im LVR hat dafür den rich­ti­gen Maß­stab for­mu­liert:

“Wir ver­ste­hen den Land­schafts­ver­band Rhein­land nicht nur als Kos­ten- und Leis­tungs­trä­ger, son­dern auch als Anwalt der Inklu­si­on sowie der Men­schen, die der Unter­stüt­zung bedür­fen.”

Dar­an soll­ten sich alle Ver­ant­wort­li­chen mes­sen las­sen. Wer bei Ein­glie­de­rungs­hil­fe, Schul­as­sis­tenz, Ein­zel­fall­hil­fen oder Hilfs­mit­teln kürzt, spart nicht an abs­trak­ten Struk­tu­ren. Er spart an Kin­dern, an Fami­li­en, an pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen und an Men­schen, die ohne­hin schon mehr Hür­den über­win­den müs­sen als ande­re.

Eine anstän­di­ge Gesell­schaft erkennt man nicht dar­an, wie schnell sie bei den Schwächs­ten spart. Man erkennt sie dar­an, ob sie gera­de dann Hal­tung zeigt, wenn der Spar­druck groß wird. Wenn aus­ge­rech­net die­je­ni­gen die Rech­nung zah­len sol­len, die sich am wenigs­ten weh­ren kön­nen, dann ist Wider­spruch kei­ne Unhöf­lich­keit, son­dern Pflicht. Wer­mels­kir­chen braucht Refor­men mit Ver­nunft und Gerech­tig­keit. Was es nicht braucht, ist ein Rück­schritt, der als Moder­ni­sie­rung ver­kauft wird und am Ende die Fal­schen trifft.

Bild: Pri­vat Klaus Ulin­ski

Quel­len:

https://dip.bundestag.de/vorgang/kein-sozialabbau-auf-kosten-von-kindern-jugendlichen-familien-und-menschen/334282

https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/massive-kuerzungsvorschlaege-bei-kindern-jugendlichen-und-menschen-mit-behinderung

https://www.lebenshilfe.de/informieren/familie/neuerungen-fuer-menschen-mit-behinderung

Bewer­te die­sen Post!
[Gesamt: 0 Durch­schnitt: 0]

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert