Normal (Teil II)

Wenn ich mich wun­de­re was aus dem ehe­ma­li­gen „nor­mal“ gewor­den ist, heißt das ja nicht, dass alles Neue schlecht wäre.

Ganz tol­le Din­ge sind ent­wi­ckelt wor­den und heu­te nor­mal: Sicher­heits­gur­te, Air­bags oder ABS. Man hat es gut vor und schießt doch oft übers Ziel hin­aus. Die Eigen­ver­ant­wor­tung und das Kön­nen tre­ten immer mehr in den Hin­ter­grund. Wäre es nicht gut auch ohne elek­tro­ni­sche Hil­fe am Berg anfah­ren zu kön­nen ohne zurück zu rol­len?

Wäre es nicht gut und nor­mal wenn der moder­ne Mensch auch ohne Kame­ras, ohne Sen­so­ren, ohne pie­pen und Blink-Gedöns ein­par­ken könn­te? Das soll­te Pflicht sein bei der Füh­rer­schein­prü­fung. Wenn er spä­ter meint er müss­te die­se Din­ge haben, ist es ja ok.

Auch E‑Bikes sind eine super Sache. Mit der Elek­tro-Unter­stüt­zung ver­liert jede Stei­gung ihren Schre­cken. Sie sind beliebt, die Ver­kaufs­zah­len hoch und plötz­lich die Unfall­zah­len auch. Abso­lu­te Fremd­ein­stei­ger ohne jeg­li­che Aus­bil­dung und ohne jeg­li­che Vor­er­fah­rung sit­zen nun auf einem Zwei­rad mit Motor-Hil­fe.

Auch die Idee der E‑Scooter ist eigent­lich gut. Ein klei­nes hand­li­ches Hilfs­mit­tel, um kur­ze Stre­cken umwelt­freund­lich zurück zu legen. Was damit pas­siert und wie die­se Tei­le genutzt wer­den erle­ben wir jeden Tag in der Stadt. Auf Stra­ßen, auf Geh­we­gen, in alle Rich­tun­gen, viel zu schnell und ger­ne auch zu zweit. Nor­ma­le Nut­zung?

Com­pu­ter und Mobil-Tele­fo­ne sind toll, also so von der Grund­idee. Was die Men­schen dar­aus gemacht haben oder was sie damit machen und anrich­ten, ist uns doch allen klar. Eine „nor­ma­le“ Nut­zung bleibt sicher Wunsch­den­ken.

Auch ein Navi­ga­ti­ons­ge­rät ist über­aus hilf­reich. Ein­mal quer durch Mün­chen und „palim­pa­lim“ hat man sein Ziel erreicht. Mitt­ler­wei­le ist es aber bei vie­len nicht mehr nor­mal, dass sie wis­sen, dass Mün­chen im Süden und Ham­burg im Nor­den liegt. Das moder­ne Hilfs­mit­tel ist eine fei­ne Sache, aber das nor­ma­le Basis­wis­sen ist oft nicht mehr da.

Für mich bedeu­tet „nor­mal“ mich in allen Berei­chen so zu ver­hal­ten, dass nie­mand gestört, beläs­tigt, behin­dert oder gar gefähr­det wird. Din­ge, die mir nicht gehö­ren, las­se ich in Ruhe. Ich beschä­di­ge und zer­stö­re sie nicht. Das ist für mich nor­mal.

Skiz­ze: Wal­ter Schu­bert

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Kommentare

5 Kommentare zu „Normal (Teil II)“

  1. Avatar von Walter Schubert
    Walter Schubert

    Abschlie­ßend fol­gen­des Bei­spiel:
    Für mich ist es abso­lut nicht nor­mal wenn Kin­der ohne Früh­stück zur Schu­le gehen und auch nichts mit­neh­men um in der Schu­le zu früh­stü­cken.
    Aber wahr­schein­lich ist genau dies das neue, aktu­el­le nor­mal.

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  2. Avatar von Frank Hermes
    Frank Hermes

    Why be nor­mal? 😄

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    1. Avatar von Harald Heidbüchel
      Harald Heidbüchel

      “Why be nor­mal when you can be awe­so­me?”

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  3. Avatar von Harald Heidbüchel
    Harald Heidbüchel

    Ich bin gespannt auf Teil III
    Alles normal.…oder!!!

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  4. Avatar von RA Stefan Markel
    RA Stefan Markel

    “Nor­mal” ist, wel­ches mensch­li­che Ver­hal­ten von einem über­wie­gen­den Teil der Dorf‑, Stadt‑, Land- oder Lan­des­be­völ­ke­rung als prä­gend im Rah­men des mensch­li­chen Zusam­men­le­ben emp­fun­den wird.

    Die­se Vor­stel­lung vom “übli­chen Ver­hal­tens­ko­dex” ver­än­dert sich im Zusam­men­hang mit allen sozio­kul­tu­rel­len Ein­zel­fak­to­ren , wie z.B. Alter, Geschlecht, Bil­dung, Her­kunft, Ein­kom­men, Ein­woh­ner­zahl, poli­ti­scher Ein­stel­lung, Vor­lie­ben, Erfah­run­gen, Erzie­hung…

    Eigent­lich ist also Alles “Nor­ma­le” ver­än­der­bar, und was gera­de nor­mal ist, kann man nur an einem bestimm­ten Zeit­punkt fest­ma­chen oder in der Ent­wick­lung, im Fluss, in der fort­wäh­ren­den Beob­ach­tung

    Das ist die Hei­sen­berg­sche Unschär­fe­re­la­ti­on des Nor­ma­len.

    😉

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