Quaggamuschel: Wupperverband will der Ausbreitung vorbeugen

Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men an Tal­sper­ren

Inva­si­ve gebiets­frem­de Arten stel­len in Zei­ten kli­ma­ti­scher Ver­än­de­run­gen eine gro­ße Her­aus­for­de­rung in der Was­ser­wirt­schaft dar. Sie eta­blie­ren sich in neu­en Lebens­räu­men und ihre rasan­te Ver­meh­rung und Aus­brei­tung kann uner­wünsch­te Aus­wir­kun­gen haben. Hier­zu gehö­ren u.a. die Ver­drän­gung ein­hei­mi­scher Arten, hohe Kos­ten durch Nut­zungs­ein­schrän­kun­gen und das Risi­ko der Ver­brei­tung von Krank­hei­ten.

Eine Art, die sich zuneh­mend in Deutsch­land aus­brei­tet, ist die Quag­gamu­schel. Sie gehört wie die eben­falls gebiets­frem­de Zebra­mu­schel zu den Drei­kant­mu­scheln. Bis­lang wur­de sie noch nicht in den Gewäs­sern im Wup­per­ge­biet nach­ge­wie­sen. Da sie aber in ande­ren Tal­sper­ren schon gefun­den wur­de, greift auch der Wup­per­ver­band die­ses The­ma vor­sorg­lich auf. Denn die Prä­ven­ti­on der wei­te­ren Aus­brei­tung ist die wich­tigs­te Maß­nah­me zum Schutz der Gewäs­ser. Durch die Fach­ab­tei­lung Lim­no­lo­gie des Wup­per­ver­bands wer­den in die­sem Jahr Unter­su­chun­gen zur Früh­erken­nung der Muschel­art durch­ge­führt.

Hin­wei­se für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger: Equip­ment rei­ni­gen

Außer­dem weist der Wup­per­ver­band Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auf die The­ma­tik Quag­gamu­schel hin. Denn Frei­zeit­gäs­te an den Wup­per­ver­band­s­tal­sper­ren kön­nen einen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten, um die Ver­brei­tung der Quag­gamu­schel zu ver­hin­dern.

Dies betrifft ins­be­son­de­re die Brauch­was­ser­tal­sper­ren, an denen vie­le Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten statt­fin­den: Wupper‑, Bever‑, Bruch­er- und Lin­ge­se-Tal­sper­re.

Sämt­li­ches Frei­zei­t­equip­ment, das in Gewäs­sern ver­wen­det wird (wie Boo­te, SUPs, Angel- und Tauch­aus­rüs­tung), soll­te gründ­lich gerei­nigt und vor erneu­ter Benut­zung voll­stän­dig getrock­net wer­den. Das gilt vor allem, wenn das Equip­ment in unter­schied­li­chen Gewäs­sern ver­wen­det wird.

Bei der Rei­ni­gung sol­len fol­gen­de Punk­te berück­sich­tigt wer­den:

  • Voll­stän­di­ge Ent­fer­nung von Bil­gen-/Rest­was­ser und Ent­lee­rung was­ser­ge­füll­ter Behält­nis­se
  • Gründ­li­che Rei­ni­gung mög­lichst mit hei­ßem Was­ser (Emp­feh­lung: min­des­tens 60 Grad Cel­si­us)
  • Kei­ne Rei­ni­gung in unmit­tel­ba­rer Gewäs­ser­nä­he
  • Voll­stän­di­ge Trock­nung über län­ge­re Dau­er vor erneu­ter Benut­zung (Emp­feh­lung: eini­ge Tage)

Ent­spre­chen­de Bestim­mun­gen wer­den auch in die gel­ten­den Was­ser­nut­zungs­ord­nun­gen und Bestim­mun­gen zur Fische­rei­aus­übung auf­ge­nom­men.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind auf der Home­page des Wup­per­ver­bands zu fin­den: https://www.wupperverband.de/service/wissen-und-lernen/themen/invasive-arten/quaggamuschel

Hin­ter­grund­in­fos zur Quag­gamu­schel

Die Quag­gamu­schel lebt vor allem in Seen und lang­sam flie­ßen­den Gewäs­sern. Ursprüng­lich stammt sie aus dem Schwarz­meer­raum. Seit eini­gen Jah­ren ist sie aber auch in euro­päi­schen Gewäs­sern wie dem Boden­see eta­bliert und wur­de u.a. bereits in Gewäs­sern des benach­bar­ten Sau­er­lands nach­ge­wie­sen.

Die Quag­gamu­schel ver­mehrt sich beson­ders stark und kann extrem hohe Bestands­dich­ten bil­den.

Da die Quag­gamu­schel gro­ße Men­gen an Plank­ton aus dem Was­ser fil­triert, wird ande­ren plank­ton­fres­sen­den Gewäs­ser­or­ga­nis­men, wie z.B. eini­gen Fischen, die Nah­rungs­grund­la­ge ent­zo­gen. Das hat erheb­li­che Fol­gen für das öko­lo­gi­sche Gleich­ge­wicht.

Die Muscheln kön­nen zudem tech­ni­sche Anla­gen besie­deln und bei­spiels­wei­se Ent­nah­me­vor­rich­tun­gen und Rohr­lei­tun­gen ver­stop­fen, was hohe Kos­ten zur Fol­ge hat.

Sobald sich die Muschel ein­mal im Sys­tem eta­bliert hat, ist die Bekämp­fung höchst auf­wän­dig und kos­ten­in­ten­siv. Daher ist beson­ders wich­tig, der Ver­brei­tung vor­zu­beu­gen.

Für Men­schen ist die Muschel unge­fähr­lich.

Die Trink­was­ser­qua­li­tät wird nicht beein­träch­tigt.

Foto: Ruhr­ver­band / Ansamm­lung von Quag­gamu­scheln

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