Südfrankreich, Code d’Azur, Saint Raphael – breite (blitzsaubere!) Promenaden laden zum flanieren ein. Für die Autos gilt überall Tempo 30 und mit zahlreichen Bodenschwellern wird massiv daran erinnert. Fußgänger werden an den zahlreich Überwegen und Zebrastreifen so gut wie immer vorgelassen. Ein Kreisverkehr reiht sich an den nächsten und so findet meist ein zügiger Verkehrsfluss statt. Eigentlich ein angenehmes fahren. Eigentlich, denn eine Ausnahme muss man machen: Motorrad- und Rollerfahrer sind wie die Wahnsinnigen unterwegs. Ob rechts oder links überholen – alles machbar und natürlich viel zu schnell.
Zu schnell kann ich Frankreich richtig teuer werden. Und manchmal steht der Preis direkt auf dem Verbotsschild. Mit dem Fahrrad über den Bürgersteig? Da ist man mit 135€ dabei. Offenbar hilft und funktioniert das, denn wir haben dort nie jemanden fahren sehen.
Kaum zu Hause werde ich wahrscheinlich auf dem Fußweg der Telegrafenstraße fast wieder über den Haufen gefahren. Radfahrer und E‑Scooter in alle Richtungen und überall. Aber die brauchen sich ja bei uns keine Sorgen zu machen. Man kann oder will da nichts machen – macht nur Arbeit und Ärger.
Da weisse Bescheid.
Foto: Walter Schubert


Kommentare
3 Kommentare zu „Da weisse Bescheid…“
Ganz kurzer Gedanke dazu: In weiten Teilen Frankreichs fällt einem sofort auf, wie sauber die Orte sind — gepflegte Straßen, ordentliche Straßenränder, kein achtloses Müllliegenlassen. Das gelingt dort nicht durch einen Schilderwald oder neue Verordnungen, sondern weil Rücksicht, Höflichkeit und Achtsamkeit gegenüber Menschen und Dingen weitgehend selbstverständlich sind.Genau diese Haltung fehlt mir hier manchmal: Statt immer neue Regeln und Verbote zu erfinden, könnten wir in Wermelskirchen mehr darauf setzen, dass Nachbarn, Vereine und Verwaltungen miteinander vorbildlich umgehen und Verantwortung füreinander übernehmen. Ein bisschen mehr Respekt vor dem Gemeinraum — das wäre effektiver und angenehmer als noch mehr Vorschriften.Kurz und bündig: Sauberkeit und Ordnung funktionieren besser durch gelebte Höflichkeit als durch zusätzliche Paragraphen.
Lieber Walter Schubert,
Mir gefällt der Vergleich mit der Promenade in St. Raphael an der Côte d’Azur und der Telegrafenstrasse in Wermelskirchen. Radfahrer und E‑Scooter-Nutzer sollten auch auf unserem einzigen Boulevard ‑der zwar nicht direkt am Mittelmeer entlang führt, aber unweit der großen Dhünntalsperre kräftig zur Kasse gebeten werden. Die blieben dann genauso weg, es wäre endlich viel sicherer hier, und man könnte, wenn unsere faulen Verantwortlichen das mal begreifen würden, auch ein paar Kreisverkehre im Stadtverkehr integrieren. Dann würde man sich am Ende so wohlfühlen wie deutsche Touristen in Südfrankreich. 🫣
Vive la France!
P.S. Für allzu lästige, flinke Roller- und Motorfahrer fiele uns in Wk bestimmt auch eine Abhilfe ein, das bekämen wir besser hin, als unsere französischen Freunde!
Ich grüße mit Augenzwinkern!
Als Anmerkung zum Kommentar, ich finde faule Verantwortliche schon ziemlich krass ausgedrückt. Ich finde diese Wortwahl gehört sich nicht.….es gibt auch sehr fleißige Verantwortliche.