Am Donnerstagabend folgten 35 Bürgerinnen und Bürger der Einladung von ForumWk zu einer Bürger-Fragestunde im Gemeinschaftsraum des Wermelskirchener Bauvereins. Bereits zu Beginn wurde deutlich, dass die Erwartungen an eine erstmalige Veranstaltung dieser Art durch das ForumWk sehr unterschiedlich waren. Während einige Teilnehmende konkrete Antworten und neue Erkenntnisse zum Großprojekt Rhombus suchten, nutzten die zahlreich vertretenen Kommunalpolitiker die Gelegenheit, ihre teils sehr unterschiedlichen Positionen zum Rhombus-Areal darzulegen.
Als besonders hilfreich erwiesen sich im Verlauf des Abends die Klärung zentraler Begrifflichkeiten sowie die zahlreichen Hintergrundinformationen, die von politiknahen Teilnehmern eingebracht wurden. Bedauerlich war jedoch, dass der eingeladene Bürgermeister sowie der ebenfalls eingeladene technische Beigeordnete aus formalen Gründen nicht teilnehmen konnten. Ihre Expertise fehlte, um zu einem noch besseren Informationsstand zukommen.
Die anfängliche Skepsis – insbesondere bei einzelnen Politikern – legte sich im Laufe der Diskussion. Offenbar war im Vorfeld die Vermutung vorhanden, ForumWk plane eine mehr oder minder verkappte Gegenkampagne. Stattdessen entwickelte sich ein überwiegend konstruktiver Informationsaustausch, der dem gemeinsamen Ziel größerer Transparenz durchaus diente. Auf die Kritik, dass die Bürgerschaft kurz vor der Beantragung von Fördermitteln nicht ausreichend über dieses historische Projekt informiert worden sei, entgegnete SPD-Politiker Jochen Bilstein, Bürgerinnen und Bürger hätten hier auch eine Holschuld, da alle relevanten Informationen digital abrufbar seien. Das löste deutlich vernehmbaren Widerspruch aus.


Nach rund zwei Stunden konnten wir als Gastgeber das Fazit ziehen, dass sich der Informationsstand zum Projekt Rhombus für alle Anwesenden deutlich verbessert hat. Gleichzeitig wurde jedoch klar, dass weiterhin erheblicher Klärungsbedarf besteht. Offen blieb unter anderem, wie sich die Folgekosten entwickeln werden, in welcher Höhe unvermeidbare Kostensteigerungen den städtischen Haushalt belasten könnten und ob ein ohnehin drohendes Haushaltssanierungskonzept – das insbesondere die freiwilligen Leistungen der Stadt, aber auch andere Projekte betreffen würde – dadurch beschleunigt wird.
Unklar blieb zudem, ob es ein schlüssiges und tragfähiges Konzept für das geplante Haus der Vereine geben wird. Aktuell zeichnete sich ebenso wenig eine brauchbare Lösung für eine Trainingsfläche des wohl erfolgreichsten Sportvereins der Stadt, des Judoclubs, ab. Auch die Planungen der privaten Investoren für die übrigen Flächen des Areals blieben vage: Genannt wurden unter anderem ein Seniorenheim sowie eine bislang nicht näher konkretisierte Anzahl hoffentlich bezahlbarer Wohnungen.
Ebenfalls offen blieb die Frage, ob der angesetzte Kostensteigerungsindex, mit dem die jüngste Erhöhung der Investitionskosten um nahezu zehn Millionen Euro pauschal erklärt wird, tatsächlich eine realistische Begrenzung darstellt – oder ob das Projekt am Ende in ein kostenseitiges Dilemma münden könnte, wie es von Großprojekten wie dem Berliner Flughafen, der Elbphilharmonie oder der Kölner Oper bekannt ist.
Neben den kritischen Punkten wurden jedoch auch die nachvollziehbaren Vorteile des Projekts benannt. Dazu zählt insbesondere die zentrale Lage des geplanten neuen Hallenbads, das – eingebettet in ein Gesamtkonzept – deutlich kostengünstiger realisiert werden kann als eine isolierte Einzellösung. Unbestritten blieb zudem, dass das neue Rhombus-Quartier, um das seit vielen Jahren mit viel Engagement hinter den Kulissen gerungen wird, einen Beitrag zur städtebaulichen Aufwertung Wermelskirchens leisten kann. Immerhin stünden den Kosten auch ein wachsendes zumindest theoretisches Immobilienvermögen gegenüber.
Am kommenden Montag tagt ab 17.00 Uhr der zuständige Ausschuss und bereitet eine Beschlussvorlage zu den Förderanträgen für die Ratssitzung am 9. Februar vor. Wir vom ForumWk werden dabei sein und berichten. Es bleibt zu hoffen, dass nach dem intensiven und spannenden Austausch an diesem Abend weitere Antworten gegeben werden, um für noch mehr Transparenz zu sorgen.
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Fotos: Lutz Balschuweit


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