Die Kraniche kehren heim

Heu­te früh am Eif­gen­bach, wo das Was­ser noch im ers­ten Licht glit­zert, hör­te ich sie zum ers­ten Mal wie­der: die­ses fer­ne, trom­pe­ten­de Rufen am Him­mel. Die Kra­ni­che – unse­re alten Freun­de aus dem Süden – zie­hen wie­der gen Nor­den.

Ich stand am Rand des Fel­des, die Axt noch in der Hand, und sah nach oben. In lan­gen Kei­len glit­ten sie über die Hügel, laut und klar, als wür­den sie uns Zwer­gen sagen: Der neue Früh­ling naht.

Im Dorf schmun­zeln man­che, wenn ich erzäh­le, dass die Kra­ni­che Weis­heit brin­gen. Doch ich weiß es bes­ser: Jedes Jahr fol­gen sie dem Ruf des Lichts, wie wir dem Ruf der Ber­ge. Und wie wir, keh­ren sie nach lan­gen Rei­sen an ver­trau­te Orte zurück.

Als der letz­te Ruf ver­klang, blieb ich noch einen Moment ste­hen, lausch­te dem Echo im Tal und spür­te, wie die alten Wege wie­der leben­dig wur­den. Die Kra­ni­che sind zurück – und mit ihnen wächst die Sehn­sucht nach war­mem Wind und offe­nem Land.

Foto: Forum Wer­mels­kir­chen