Von Walter Schubert
Am 30.Januar 2027 steht die Wahl eines neuen Bundespräsidenten an – oder einer Präsidentin. Da sind sich offenbar alle einig, es könnte mal eine Frau machen, das wäre an der Zeit und das erste Mal.
Aber was ist das für ein Argument? Dieses Amt an eine Frau zu geben nur weil es sich um eine Frau handelt. Sollte nicht die Befähigung für dieses Amt das Wichtigste sein? Aber es wird sicher wieder eine interne Parteien-Mauschelei werden.
Und wer immer es werden wird – ist diese Person dann wirklich der Präsident / die Präsidentin des Volkes? Eine Direktwahl durch die Bürger-/innen sieht das Gesetz ja nicht vor. Hier hätte Hape Kerkeling sicher eine Mehrheit.
Und es kostet richtig viel Geld. Aktuell beträgt die Vergütung 276.000 Euro brutto pro Jahr. Zzgl. einem guten Betrag für Büro, Bedienstete etc. Dazu kommen noch Reisekosten und Unterhaltskosten des Amtssitzes. Ein ganz feines Bonbon ist der sogenannte Ehrensold. Nach der Amtszeit, auch bei freiwilligem, auch bei vorzeitigem Rücktritt, gibt es das volle Gehalt weiter auf Lebenszeit. (Diese Regelung besteht seit 1959 und man mag es sich nicht ausrechnen, was für alle Amtsinhaber ausgegeben wurde). So alt kann ein normaler Arbeitnehmer nicht werden um solch feine Altersbezüge zu erhalten. Warum und wofür?
Aber einfach mal in die Runde gefragt: Brauchen wir diese Position / dieses Amt überhaupt? Sind nicht die König- und Kaiserzeiten vorbei? Sind diese Empfänge mit Militärspalier, Traramusik und festlichem Bankett überhaupt noch zeitgemäß?
Was, außer Spesen, kommt dabei heraus, wenn der Präsident z.B. in den Kongo fährt? Bringt uns das irgendwie voran? Böse Zungen sprachen ja auch schon mal von einem „Gruß-August“.
(Früher war es wenigstens eine Lachnummer als Präsident Heinrich Lübke die Gäste mit „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger…..“ begrüßt haben soll).
Zu bestimmen hat der Präsident nichts. Gut, er kann was sagen, kann sich auch zu aktuellen Dingen äußern, meist bleibt er aber neutral und still. Ab und zu, je nach Anlass, wird professionelle Betroffenheit gezeigt, wird an einem Kranz am Schleifchen gezupft und einmal im Jahr wünscht er Frohe Weihnachten und ein feines Neues Jahr.
Ich könnte auf das ganze Gedöns verzichten und sähe das Geld lieber in einer Kita oder in einer Schule investiert.
Her mit den Kommentaren!
Zeichnung: Walter Schubert


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