Von Walter Schubert
Ich oute mich als Frankreich-Freund. Ich mag die Weine, das Essen (nicht alles), französische Musik (obwohl ich kein Wort verstehe), französische Krimis als Buch und als Film. Und vor allem mag ich alte französische Autos. Ich liebe meine 69-iger Ente und auch mein normaler Citroen wird schon 10 Jahre alt. Es gibt eine umfangreiche Buchsammlung zu diesem Thema und ich bin Mitglied im ACC, dem André Citroen-Club. Wir haben einen Franzosen-Stammtisch und ich besuche gerne die entsprechenden Treffen. Vielleicht alles nur Klischee aber ich mag’s einfach, mag die Szene und die Leute.
So habe ich, wahrscheinlich vor lauter Begeisterung, eine kleine französische Kokarde an meinem Nummernschild angebracht. Mittig im Sternen-Feld Europas.
Für mich ein Symbol der deutsch-französischen Freundschaft und es passt so schön in Farbe und Größe eben auch an meinen Citroen.
Diese Begeisterung wurde bei einer Verkehrskontrolle nicht geteilt. Es war alles in Ordnung. Zulassung, frische TÜV-Plakette, Zulassung, Reifenprofil – alles wunderbar. Wenn nur nicht diese kleine Kokarde im Durchmesser von 1,9 cm wäre.
„Das geht gar nicht. Das ist eine Urkundenfälschung“, erklärt mir der Polizist.
Man versteht die Welt nicht. Das Nummernschild ist klar und deutlich lesbar, nicht verbeult oder verschmutzt. Wo ist das Problem?
Es ist einfach nicht zulässig, nicht erlaubt. Jegliche Veränderung an einem Kennzeichen sind verboten, egal ob mit Folie, mit Lack oder eben mit so einem winzigen Aufkleber.
Ich verkneife mir die Frage ob die Polizei nicht wichtigere Aufgaben zu erledigen hätte, ob wir in diesem Land nicht größere Probleme haben als mein kleiner Aufkleber. Da nur geklebt entferne ich die Kokarden vor Ort und so hat die Ordnungskraft keine unruhige Nacht und ich entgehe einer Anzeige und einem Bußgeld.
Formal hat der Polizist natürlich Recht. Die Bestimmungen sind so wie sie sind und sie sind eben einzuhalten. Und trotzdem bleibt so ein Gefühl……….
Foto: Walter Schubert


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