Die diesjährige Buchmesse in Frankfurt a.M. ging am Sonntag, 11. Oktober, zu Ende. Am Freitag, 9. Oktober, verfolgte ich mit über 1500 Gästen die Preisverleihung im Congress Center, die größte Einzelveranstaltung auf der Buchmesse. In einer beeindruckenden Feierstunde fieberte ich mit, welche Titel dieses Jahr mit dem begehrten Preis ausgezeichnet werden. Der Preis gibt Orientierung auf dem unübersichtlichen Büchermarkt und wird seit 1956 vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet. Ausrichter ist der Dachverband Jugendliteratur e.V.
Die Siegertitel als auch die Ansprachen machten deutlich, dass es heute wichtiger denn je ist, dass Kinder und Jugendliche mutige Literatur brauchen. Literatur, die etwas wagt, ästhetisch anspruchsvoll und mitunter aufwühlend ist. Literatur, die sie zu Kritik und eigenen Gedanken und Ideen befähigt. Meine Nachfolgerin im Dachverband Jugendliteratur, die stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. Julia Abel, brachte es in ihrer Ansprache auf den Punkt: „In einer Zeit, in der einfache Antworten attraktiv erscheinen, muss Literatur die Sehnsucht nach Eindeutigkeit nicht bedienen. Sie kann Mehrdeutigkeit und Widerspruch entgegensetzen – und jungen Leser:innen zeigen, dass nicht jede Frage nur eine Antwort hat und dass ein eigenes Urteil möglich ist. – Das gilt umso mehr jetzt, da politische Kräfte stärker werden, die Kunst und Kultur inhaltlich festlegen und begrenzen wollen.“
Die Kritikerjury wählte je einen Titel in den Sparten Bilder‑, Kinder‑, Jugend- und Sachbuch. Die Jugendjury vergab ihren eigenen Preis.
Die Siegertitel sind:
„Hier kommt ein T‑Rex vor“ von Julie Douine (Bilderbuch ab 6)
„Keine Party ist auch keine Lösung“ von Anna Maria Praßler (Kinderbuch ab 9)
„Das falsche Leben“ von Maja Nielsen (Jugendbuch ab 13)
„Schweigen“ von Birgit Weyhe (ab 16)
„Badjens“ von Delphine Minoui (ab 14)
Den Sonderpreis Gesamtwerk erhält die Autorin Jutta Richter.
Der Sonderpreis „Neue Talente“ geht an die Autorin Franziska Hörner mit ihrem Roman „Und mir bleibt der häßliche Hund“ (ab 13)
In der Pressemitteilung des Dachverbandes Jugendliteratur e.V. werden die Siegertitel vorgestellt.
Viel Spaß beim Lesen, Vorlesen und Verschenken!
Fotos: Marie-Louise Lichtenberg und Antje Damm / AKJ


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