Ein Beitrag des Kulturvereins Wermelskirchen
„Der Enkeltrick“ bot schwarzen Humor, schräge Figuren und reichlich Gesprächsstoff
Wie weit darf man für Geld gehen? Und durfte man über ein Verbrechen lachen? Mit der Kriminalkomödie „Der Enkeltrick“ erlebte das Publikum im Filmwerk einen Theaterabend, der gleichermaßen grotesk, schwarzhumorig und bisweilen makaber daherkam.
Im Mittelpunkt stand eine Großmutter, die alles andere als dem Bild einer harmlosen älteren Dame entsprach. Resolut, selbstbewusst und mit einer gehörigen Portion Skrupellosigkeit verfolgte sie ihre eigenen Interessen. Dabei blieb es nicht bei kleinen Schwindeleien: Die Ereignisse eskalierten, so dass ihr Enkel in einen Strudel aus Lügen, moralischen Konflikten und absurden Verwicklungen geriet.
Annika Woyda als ebenso durchtriebene wie selbstbewusste Großmutter und Daniel Lenz als Enkel, der zwischen finanziellen Verlockungen und seinem Gewissen stand, überzeugten mit ihrem Spiel. Die Inszenierung setzte auf schrille Überzeichnungen, frivole Elemente und überraschende Wendungen. So entstand eine Mischung aus Komödie und Kriminalstück, bei der das Lachen bisweilen im Halse stecken blieb.
Die Reaktionen im Publikum fielen durchaus unterschiedlich aus. Während einige Zuschauer die überspitzte Darstellung als Verharmlosung eines ernsten Themas empfanden oder die Inszenierung als zu schrill wahrnahmen, zeigten sich andere begeistert von der Spielfreude und dem Mut, gängige Erwartungen zu durchbrechen.
Gerade darin lag der Reiz dieses Theaterabends: „Der Enkeltrick“ unterhielt nicht nur, sondern forderte das Publikum heraus. Wo endete der Spaß, wo begann die moralische Grenzüberschreitung? Und wie ehrlich waren Menschen wirklich, wenn das eigene Wohl auf dem Spiel stand? Das Stück lieferte darauf keine einfachen Antworten – Gesprächsstoff für den Heimweg aber allemal.
Vielleicht musste Theater an diesem Abend nicht jedem gefallen. Es durfte überzeichnen, provozieren und anecken. Und es durfte sein Publikum mit der Frage zurücklassen, worüber es gerade gelacht hatte – und ob es das eigentlich durfte.
Weitere Termine:
05.11.2026: „Schiller-Abend“, Bühne Cipolla, Bremen
Schillers berühmte Balladen werden in einer mitreißenden Inszenierung neu entdeckt: Mit Schauspiel, Livemusik und Puppenspiel bringen Sebastian Kautz und Gero John die kraftvollen Texte auf die Bühne. Fern von Klischees entsteht ein lebendiger, moderner Zugang zu Schillers Dichtkunst – intensiv, überraschend und hochaktuell.
17.12.2026: „Eine Weihnachtsgeschichte“, Hajo Mans & Nicole Schillings, Wesel
Hajo Mans präsentiert Charles Dickens’ Klassiker „Eine Weihnachtsgeschichte – Die Geister, die ich rief“ als stimmungsvolle musikalische Lesung. Zusammen mit der Musikerin Nicole Schillings (Flöte/Handpan) gestaltet der Schauspieler einen eindrucksvollen Abend, der Ebenezer Scrooges Wandel besinnlich und atmosphärisch in Szene setzt.
📍 Ort: Film Eck, Telegrafenstr. 1, 42929 Wermelskirchen
🕗 Beginn: 20:00 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr)
🎟️ Eintritt: 20,- €
☎️ Karten: 0152 08086028 | ✉️ tickets@kulturverein-wermelskirchen.de
Pressekontakt:
Kulturverein Wermelskirchen e.V.
Dr. Jürgen Kussi
02196 93516
Juergen.Kussi@kulturverein-wermelskirchen.de
Foto: Kulturverein Wermelskirchen


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