Das Theater am Ehrenbreitstein war mit einer skurrilen Kriminalkomödie am 8. Oktober im Film Eck zu Gast

Ein Bei­trag des Kul­tur­ver­eins Wer­mels­kir­chen

„Der Enkel­trick“ bot schwar­zen Humor, schrä­ge Figu­ren und reich­lich Gesprächs­stoff

Wie weit darf man für Geld gehen? Und durf­te man über ein Ver­bre­chen lachen? Mit der Kri­mi­nal­ko­mö­die „Der Enkel­trick“ erleb­te das Publi­kum im Film­werk einen Thea­ter­abend, der glei­cher­ma­ßen gro­tesk, schwarz­hu­mo­rig und bis­wei­len maka­ber daher­kam.

Im Mit­tel­punkt stand eine Groß­mutter, die alles ande­re als dem Bild einer harm­lo­sen älte­ren Dame ent­sprach. Reso­lut, selbst­be­wusst und mit einer gehö­ri­gen Por­ti­on Skru­pel­lo­sig­keit ver­folg­te sie ihre eige­nen Inter­es­sen. Dabei blieb es nicht bei klei­nen Schwin­de­lei­en: Die Ereig­nis­se eska­lier­ten, so dass ihr Enkel in einen Stru­del aus Lügen, mora­li­schen Kon­flik­ten und absur­den Ver­wick­lun­gen geriet.

Anni­ka Woy­da als eben­so durch­trie­be­ne wie selbst­be­wuss­te Groß­mutter und Dani­el Lenz als Enkel, der zwi­schen finan­zi­el­len Ver­lo­ckun­gen und sei­nem Gewis­sen stand, über­zeug­ten mit ihrem Spiel. Die Insze­nie­rung setz­te auf schril­le Über­zeich­nun­gen, fri­vo­le Ele­men­te und über­ra­schen­de Wen­dun­gen. So ent­stand eine Mischung aus Komö­die und Kri­mi­nal­stück, bei der das Lachen bis­wei­len im Hal­se ste­cken blieb.

Die Reak­tio­nen im Publi­kum fie­len durch­aus unter­schied­lich aus. Wäh­rend eini­ge Zuschau­er die über­spitz­te Dar­stel­lung als Ver­harm­lo­sung eines erns­ten The­mas emp­fan­den oder die Insze­nie­rung als zu schrill wahr­nah­men, zeig­ten sich ande­re begeis­tert von der Spiel­freu­de und dem Mut, gän­gi­ge Erwar­tun­gen zu durch­bre­chen.

Gera­de dar­in lag der Reiz die­ses Thea­ter­abends: „Der Enkel­trick“ unter­hielt nicht nur, son­dern for­der­te das Publi­kum her­aus. Wo ende­te der Spaß, wo begann die mora­li­sche Grenz­über­schrei­tung? Und wie ehr­lich waren Men­schen wirk­lich, wenn das eige­ne Wohl auf dem Spiel stand? Das Stück lie­fer­te dar­auf kei­ne ein­fa­chen Ant­wor­ten – Gesprächs­stoff für den Heim­weg aber alle­mal.

Viel­leicht muss­te Thea­ter an die­sem Abend nicht jedem gefal­len. Es durf­te über­zeich­nen, pro­vo­zie­ren und anecken. Und es durf­te sein Publi­kum mit der Fra­ge zurück­las­sen, wor­über es gera­de gelacht hat­te – und ob es das eigent­lich durf­te.


Wei­te­re Ter­mi­ne:

05.11.2026: „Schiller-Abend“, Bühne Cipolla, Bremen

Schil­lers berühm­te Bal­la­den wer­den in einer mit­rei­ßen­den Insze­nie­rung neu ent­deckt: Mit Schau­spiel, Live­mu­sik und Pup­pen­spiel brin­gen Sebas­ti­an Kau­tz und Gero John die kraft­vol­len Tex­te auf die Büh­ne. Fern von Kli­schees ent­steht ein leben­di­ger, moder­ner Zugang zu Schil­lers Dicht­kunst – inten­siv, über­ra­schend und hoch­ak­tu­ell.

17.12.2026: „Eine Weihnachtsgeschichte“, Hajo Mans & Nicole Schillings, Wesel

Hajo Mans prä­sen­tiert Charles Dickens’ Klas­si­ker „Eine Weih­nachts­ge­schich­te – Die Geis­ter, die ich rief“ als stim­mungs­vol­le musi­ka­li­sche Lesung. Zusam­men mit der Musi­ke­rin Nico­le Schil­lings (Flöte/Handpan) gestal­tet der Schau­spie­ler einen ein­drucks­vol­len Abend, der Ebe­ne­zer Scr­oo­ges Wan­del besinn­lich und atmo­sphä­risch in Sze­ne setzt.

📍 Ort: Film Eck, Tele­gra­fenstr. 1, 42929 Wer­mels­kir­chen
🕗 Beginn: 20:00 Uhr (Ein­lass ab 19:00 Uhr)
🎟️ Ein­tritt: 20,- €
☎️ Kar­ten: 0152 08086028 | ✉️ tickets@kulturverein-wermelskirchen.de


Pres­se­kon­takt:
Kul­tur­ver­ein Wer­mels­kir­chen e.V.
Dr. Jür­gen Kus­si
02196 93516
Juergen.Kussi@kulturverein-wermelskirchen.de

Foto: Kul­tur­ver­ein Wer­mels­kir­chen

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