Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen – Teil 3

Eine Tri­lo­gie von Micha­el Jak­s­tait

In den Urlaub mit dem Elektroauto – ein Reisebericht in drei Teilen

Teil 3 (Sta­tis­tik und Rück­weg):

Um es kurz zu sagen: die gesam­te Hin­rei­se ist abso­lut pro­blem­los und ent­spannt von­stat­ten­ge­gan­gen – inso­fern man 22,5 Stun­den in einem Fahr­zeug ent­spannt zurück­le­gen kann. Wie ich im ers­ten Teil schrieb, ging es nicht um einen Tem­po­re­kord, wir haben uns dank Tem­po­mat aus­nahms­los an die län­der­spe­zi­fi­schen Geschwin­dig­keits­be­gren­zun­gen gehal­ten und außer den vom Wagen vor­ge­schla­ge­nen Lade­stopps auch Pau­sen nach Lust und Lau­ne gemacht. Was wirk­lich her­vor­ra­gend ging, waren die in Frank­reich nöti­gen Zwi­schen­stopps an den Maut­stel­len, die möch­ten näm­lich wirk­lich Geld für die Auto­bahn­nut­zung haben. Man bestellt sich bei Bip&Go für ca. 20 € eine klei­ne Telemaut-Badge, die man rechts neben den Rück­spie­gel innen an die Wind­schutz­schei­be klebt. Durch die Maut­stel­len, die mit einem gro­ßen oran­ge­nen „T“ gekenn­zeich­net sind, fährt man dann mit maxi­mal 30 km/h bis sich die Schran­ke öff­net, díe Ampel auf Grün schal­tet und das Käst­chen kurz piept. Der fäl­li­ge Betrag wird auto­ma­tisch von der hin­ter­leg­ten Zah­lungs­me­tho­de ein­ge­zo­gen. Ver­gli­chen mit frü­her – ran­fah­ren, in die Schlan­ge stel­len, Bon zie­hen oder abge­ben, beim Kas­sie­rer bezah­len – eine wah­re Wohl­tat und Zeit­er­spar­nis.

Und was hat der Spaß gekos­tet? Hier ein paar Zah­len­spie­le­rei­en zur Hin­rei­se.

Lade­stopps:
1. Laxou/F – 39,6420 kWh zu je 19 ct/kWh macht 7,53 € (24 min)
2. Macon/F – 57,4139 kWh zu je 35 ct/kWh macht 20,09 € (32 min)
3. Nimes/F – 58,5320 kWh zu je 35 ct/kWh macht 20,48 € (33 min)
4. Salt/E – 54,1590 kWh zu je 36 ct/kWh macht 19,49 € (29 min)
5. Torredembarra/E – 30,0180 kWh zu je 34 ct/kWh macht 10,20 € (19 min)
6. Torrent/E – 33,8098 kWh zu je 37 ct/kWh macht 12,50 € (14 min)
7. Alicante/E – 58,3762 kWh zu je 20 ct/kWh macht 11,67 € *)

Macht in Sum­me 331,9509 kWh für ins­ge­samt 101,96 € = 30,7 ct/kWh

*) Als Ergän­zung noch zur Hin­fahrt: ich bin mit 97% los­ge­fah­ren und mit 26% ange­kom­men. Den feh­len­den Strom habe ich spä­ter in Ali­can­te nach­ge­la­den.

Maut­ge­büh­ren:
Für ins­ge­samt 875 km haben wir in Frank­reich 92,60 € Maut bezahlt.

Das macht für die gesam­te Hin­rei­se 194,56 € für 1.964 km.

Die sum­mier­te Zeit für die Lade­stopps sind 2 h und 31 min.

Die Effi­zi­enz beträgt 16,9 kWh pro 100 km bei gefah­re­nen 1.964 km.
Das sind bei ange­nom­me­nen 30,7 ct/kWh genau 5,19 € pro 100 km.

Die Rück­rei­se lis­te ich nur auf, sie ver­lief ähn­lich pro­blem­los wie der Hin­weg, danach kurz die Gesamt­rech­nung.

Rück­rei­se:
1. Abfahrt in Ali­can­te um 17:36 Uhr mit 97 % Ladung
2. Laden in L’Hospitalet de L’Infant /E von 13% auf 81%, Abfahrt 21:43 Uhr
3. Kur­zes Abend­essen beim Schach­tel­wirt von 22:03 bis 22:33 Uhr bei 76%
4. Gren­ze von E nach F um 0:50 Uhr bei 26%
5. Laden in Rivesaltes/F um 1:20 Uhr von 16% auf 91%, Anfahrt um 1:57 Uhr
6. Um 3:55 Uhr kur­ze 15-minü­ti­ge Pau­se in einer Bedürf­nis­an­stalt bei 41%
7. In Valence/F Lade­stopp von 5:05 bis 5:40 Uhr von 17% auf 82%
8. Um 7:50 dann bis 8:20 Uhr eine schö­ne Früh­stücks­pau­se im Frei­en
9. In Arc-sur-Til­le/F dann um 9:05 Uhr rund 30 min von 23% auf 83% gela­den
10. Lade­stopp von 12:11 bis 12:41 Uhr in Terville/F und Laden von 29 auf 83%
11. Gren­ze von F nach Lux um 12;54 Uhr mit 79%
12. Gren­ze von Lux nach D um 13:20 Uhr mit 70%
13. Ankunft zu Hau­se um 16:36 Uhr mit 31% nach ins­ge­samt 23 h.
14. Spä­ter dann nach­la­den vor Ort auf 97 %, aller­dings am „Schnarch­la­der“.

Lade­ge­büh­ren sind sum­miert 100,96 € für 334,9109 kWh = 30,1 ct/kWh

Maut­ge­büh­ren:
Für ins­ge­samt 855 km haben wir 88,80 € Maut bezahlt

Das macht für die gesam­te Rück­rei­se 189,76 € für 1.958 km.

Die sum­mier­te Zeit der Lade­stopps sind hier 2 h und 45 min.

Bei 1.958 gefah­re­nen km war die Effi­zi­enz 17.1 kWh pro 100 km.
Bei berech­ne­ten 30,1 ct/kWh sind das 5,15 € pro 100 km.

Gesam­te Rei­se:
666,8614 kWh für ins­ge­samt 202,92 € plus Maut in Höhe von 181,40 €
macht einen Gesamt­be­trag von 384,32 €.

Dafür bin ich mit vier Per­so­nen und vol­lem Wagen nach Spa­ni­en gefah­ren.

Drei Zah­len zum Ver­gleich: Euro­wings hät­te für drei Erwach­se­ne, zwei­mal mit und ein­mal ohne Gepäck min­des­tens 1.350 € auf­ge­ru­fen, mit vier Erwach­se­nen (2 mit/2 ohne) dann min­des­tens 1.750 €. Ein Miet­wa­gen, mit­tel­groß (Ford Focus oder ähn­li­ches Fahr­zeug) hät­te ca. 450 € für die Zeit gekos­tet.

Schreibt mir bit­te mal eure Mei­nun­gen dazu.

Fotos: Micha­el Jak­s­tait pri­vat


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Kommentare

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2 Kommentare zu „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen – Teil 3“

  1. Avatar von Stefan Janosi
    Stefan Janosi

    Wir haben vor drei Jah­ren eine ähn­lich lan­ge Stre­cke (1950km) nach Apu­li­en mit unse­rem E‑Auto zurück­ge­legt. Mei­ne Erfah­run­gen decken sich in eini­gen Tei­len mit den im Arti­kel beschrie­be­nen. Aller­dings muss ich sagen das in Deutsch­land und der Schweiz die Lade­infra­struk­tur deut­lich ver­bes­se­rungs­wür­dig ist. Gra­de in Feri­en­zei­ten sind vie­le Lade­sta­tio­nen belegt oder die Leis­tung sub­op­ti­mal. In der Schweiz muss­ten wir teil­wei­se auf der Auto­bahn mit 50kw/hLadeleistung aus­kom­men. Ganz anders in Ita­li­en. Auf den Auto­bah­nen nahe­zu alle 60km bei den Tank­stel­len meh­re­re HPC Lader mit 400kw/h. Trotz­dem war die Fahrt ent­spannt und im Ver­hält­nis deut­lich preis­güns­ti­ger wie mit einem Ver­bren­ner.

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    1. Avatar von Michael Jakstait
      Michael Jakstait

      Dan­ke für die Rück­mel­dung. Ich habe kei­ner­lei Erfah­run­gen mit der Schweiz, kann dazu also nichts sagen. Auf­grund der Stre­cken­füh­rung konn­te ich auch ein Laden in Deutsch­land ver­mei­den – zumin­dest was die Rei­se in den Urlaub betrifft.

      Was ich fest­ge­stellt habe: in Frank­reich und Spa­ni­en gibt es an jeder Auto­bahn­rast­stät­te zumin­dest ein paar Schnell­la­der irgend­ei­nes Anbie­ters. Ich bin natür­lich nicht über­all ran­ge­fah­ren, aber auf der Rück­rei­se aus Spa­ni­en haben wir an jeder Rast­stät­te Lader gese­hen.

      Wie ich oben schrub, lie­gen die von mir bevor­zug­ten Lade­sta­tio­nen ein paar Meter abseits. Dass da nachts wenig los ist, ist sicher klar. Aber auch tags­über muss­te ich tat­säch­lich nir­gends war­ten und konn­te sofort laden. Der Lader beim letz­ten Stopp auf der Hin­rei­se in Torrent/E war tat­säch­lich bis auf den letz­ten Platz aus­ge­bucht. Ich bin aber nach 15 Sekun­den dran gekom­men, weil ein Auto weg­fuhr. Dort wird man im Zwei­fel auch nach Errei­chen von 80% Ladung unter Andro­hung von Blo­ckier­ge­büh­ren zum wei­ter­fah­ren auf­ge­for­dert.

      Auch mit­ten in der Nacht war an den Lade­sta­tio­nen ein all­ge­mei­nes “Gewu­sel” von ankom­men­den und weg­fah­ren­de Autos, tags­über natür­lich deut­lich mehr. Eine defek­te Sta­ti­on wur­de mir schon beim Auf­fah­ren auf den Lade­park ange­zeigt.

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