Irgendwann wiederholen sich die Ausfahrten durchs Bergische. Viele Strecken sind bekannt und trotzdem schön. Immer wieder komme ich durch eine kleine Hofschaft mit den typischen Fachwerk- und Schieferhäusern. Und vor einem dieser Häuschen steht eine Bank. Und bei gutem Wetter sitzt oft ein älterer Herr darauf. Und nach dem ich ihn ein paar Mal, so im vorbeifahren, gesehen habe, denke ich: „Warum hältst du nicht mal an und sagst hallo?“. Na, man will sich nicht aufdrängen, vielleicht stört man ja auch und so geht die Zeit ins Land.
Und dann hab ich’s gemacht. Ich war mit meiner Ente unterwegs, der Mann saß wieder auf der Bank und ich habe angehalten. Als ich auf ihn zuging schaute er mich grimmig an und ich dachte jetzt kommt bestimmt so ein Spruch wie: „Hier dürfen Sie nicht halten und parken.“ Nein, es kam kein Spruch. Er schaute mich staunend an als ich mich vorstelle. „Ich habe Sie schon so oft hier auf der Bank gesehen und ich wollte nur mal hallo sagen.“ Und dann passierte etwas mit dem ich nicht gerechnet hatte. Der Mann fing an zu weinen und dann sagte er: „Welch eine schöne Idee.“ Ich nahm Platz auf der Bank und dann kamen wir ins Gespräch wobei meine Ente, wie so oft, ein Türöffner ist. Dieses alte, einfache Auto, aktuell 57 Jahre alt, ist ein absoluter Sympathieträger. Viele Leute haben früher so ein Auto gefahren und fast alle kennen es. „Ich wollte auch mal so ein Auto haben“, erzählte der Mann auf der Bank. „Mein Vater hat es verboten weil es ein ausländisches Auto ist.“ Und dann lachten wir beide über dieses blödsinnige Argument. Er erzählte viel aus seinem Leben, ganz ungefragt auch ganz privates und er freute sich dass jemand zuhörte. So dauerte das Gespräch eben etwas länger und die Tour wurde etwas kürzer. Macht ja nichts, war ein schönes Erlebnis.
Foto: Walter Schubert


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