Seit Monaten, vielleicht schon Jahren, wandert eine kleine Notiz durch meinen Kalender. Ausgeschnitten aus einer Oldtimer-Zeitung ist es ein Hinweis auf eine Ausstellung in Köln. Und da diese Ausstellung nur einmal im Monat geöffnet ist (immer am 1.Samstag), hatte sich diese Notiz immer verschoben, von einem Monat zum nächsten. Nun war es soweit.
In Köln-Marsdorf, in der Toyota-Allee 2, gibt es die „TOYOTA-COLLECTION“. Diese Sammlung zählt zu den größten Ausstellungen außerhalb Japans.
DieSammlung geht auf Peter Pichert aus Passau zurück, einem der ersten Toyota-Händler in Deutschland. Seine private Sammlung bildete den Grundstock für die heutige „TOYOTA COLLECTION“.
Die ersten Toyotas kamen 1963 nach Dänemark, Schweden und Norwegen. 1946 wurde eine Vertriebsgesellschaft in den Niederlanden und 1965 in Großbritannien gegründet. Seit 1979 ist die Toyota Deutschland GmbH in Köln am heutigen Standort.
Die Anreise ist, wie fast immer rund um Köln, etwas holprig. An diesem Samstagvormittag benötige ich gut 3 Stunden für Hin- und Rückfahrt.
Man kennt es: Köln und die Autobahnen und die Baustellen …
Angekommen ist schon der Parkplatz sehenswert. Viele Toyotas aus Holland, viele umgebaut und besonders. Feine Limousinen, Autos gestaltet im japanischen Manga-Stil, tief gelegte Sportwagen bis hin zu einem ganz modernen Elektro-Bus.
Der Eintritt ist frei, es gibt einen kleinen Imbiss mit humanen Preisen und bei schönem Wetter kann man auch draußen sitzen. In einer großen Halle werden die Fahrzeuge präsentiert und es gibt eine Besonderheit: Alle Fahrzeuge sind offen, man darf die Türen öffnen und auch Platz nehmen. Toll!
An jedem dieser geöffneten Samstag gibt es eine besondere Aktion. Bei meinem Besuch war es die Verleihung von Urkunden für den höchsten Kilometer-Stand. Man startete dabei erst mit 200.000 Kilometern und als ich ging war man bei 690.000 Kilometern angelangt. In der Ausstellung gibt es eine Limousine mit 1 Million Kilometern, mit erstem Motor und erstem Getriebe.
Ich kann mich noch gut erinnern als der erste Arbeitskollege, vielleicht so 1975, mit einem Toyota-Corolla zur Arbeit kam. Das Design noch angelehnt an den amerikanischen Geschmack und mit einer tollen, kompletten Ausstattung. So wird der Besuch ein bisschen verklärte Nostalgie. Nimmt man Platz empfängt einen ein spindeldürres Lenkrad, die Sitzverstellung reicht nur für kleine Japaner. Man sitzt heute in jedem Kleinwagen sicher besser. Aber das Design! Der Japaner nahm eine Blechschere, schnitt ein Stück aus der Haube oder aus dem Kotflügel heraus und setzte eine wunderbare Chrom-Blende hinein. Ohne jede Funktion aber schön.
Ein Toyota IQ, ein Kleinwagen ähnlich einem Smart, wurde komplett mit kleinen Spiegel-Quadraten beklebt. Und fertig war der „IQ-DISCO“.
Eine private Zeichengruppe hatte sich eingefunden und in der Halle verteilt. „Für jedes Treffen gibt es ein Thema. Und jetzt in der kalten Jahreszeit passt es hier richtig gut. Und heute sind mal Autos dran“, erzählt ein Teilnehmer.
Ein Highlight ist der Toyota 2000 GT, der erste japanische Supersportwagen. Dieses Modell wurde durch den James Bond Film „Man lebt nur zweimal“ im Jahr 1967 bekannt. Für den Film entstanden zwei Cabrios, die nie in Serie gingen. Wahrscheinlich weil Sean Connery nicht in das Coupé gepasst hätte.
Also, schöne Sache, diese Collection.
TOYOTA COLLECTION
Toyota Allee 2
50858 Köln-Marsdorf
(direkt neben der Toyota-Niederlassung)
Parkplatz und Eintritt frei.
Freie Schau an jedem 1.Samstag im Monat
von 10.00 bis 14.00 Uhr
Alle Infos: www.toyotacollection.de
Fotos: Walter Schubert


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