Viele Anwohner in Lüffringhausen sind stinksauer.
2006 wurde die kleine Straße in Lüffringhausen mit Bürgersteig und Kanal neu gebaut. Eine Abschlagszahlung, gestaffelt nach Grundstücksgröße, war fällig.
Gute 4‑stellige Beträge waren zu bezahlen. Das auch noch eine Restzahlung drohte war klar.
Doch die Art und Weise, wie die Stadt mit ihren Bürgern umgeht, stößt auf Unverständnis. Die Stadt hat sage und schreibe 20 Jahre Zeit, um die endgültige Endabrechnung vorzulegen. Die Bürger müssen die Restzahlungen innerhalb eines Monats leisten. Sie können auch Einspruch einlegen, allerdings hat dies keine aufschiebende Wirkung. Bezahlt werden muss in der Frist auf jeden Fall.
Viele halten es für keinen Zufall, dass diese Bescheide ausgerechnet in den Ferien zugestellt wurden. Ein Schelm wer sich da etwas Böses denkt.
Schön auch, dass per Gesetzesänderung die 20-Jahresfrist wegen Corona um ein Jahr verlängert wurde. Klar, in Corona konnte natürlich keine Berechnung vorgenommen werden. Wir alle haben ja erlebt, dass die Verwaltungen die Arbeit fast komplett eingestellt hatten.
Alle, die schon mal etwas größeres gebaut haben kennen die Reihenfolge.
Planung, Genehmigungen einholen, Aufträge ausschreiben, Aufträge erteilen, bauen und Bauüberwachung, Prüfung und Abnahme. Rechnungen und Leistungen prüfen, freigeben und bezahlen. Ja, ein aufwendiger Vorgang aber braucht es wirklich 20–21 Jahre? Was hat denn die zuständige Behörde in ca. 18 oder 19 Jahren gemacht? Nichts? Einfach liegen lassen?
Unverständlich ist auch folgendes: Wenn die Verwaltung zeitnah abgerechnet hätte, wären die Restzahlungen fast 20 Jahre eher eingegangen und hätten angelegt ordentlich Zinsen bringen können. Ordentlicher Umgang mit Steuern und Einnahmen?
Die Unstimmigkeiten in den Abrechnungen würden diese Geschichte sprengen. 2006 wurde der beitragsfähige Erschließungsaufwand auf 642.000 Euro beziffert. Die Endabrechnung aus Juli 2026 weist einen Betrag von 231.300 Euro aus. Irgendwie und irgendwann wurde die Baumaßnahme offenbar geteilt oder aufgesplittet. Wer kann es wissen und wer kann es verstehen.
„Der Umgang mit uns Bürgern ist einfach eine Sauerei“, so ein Zitat eines Betroffenen. Und Fakt ist, dass einige es nicht hinnehmen werden und Klage einreichen. Mal sehen was da noch zu Tage kommt.
Foto: Walter Schubert


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