Trockenster Juli seit Aufzeichnungsbeginn

Bei­trag von der Web­sei­te des Wup­per­ver­ban­des

Dür­re setzt sich fort. Tal­sper­ren­was­ser wich­tig für Wup­per und Dhünn

Pres­se­mit­tei­lung vom 10.08.2026

Einen tro­cke­ne­ren Juli als in die­sem Jahr hat der Wup­per­ver­band seit Beginn sei­ner Auf­zeich­nun­gen noch nicht gemes­sen. 

An der Messta­ti­on Bever-Tal­sper­re in Hückes­wa­gen fie­len im Juli ledig­lich 12 Liter Regen pro Qua­drat­me­ter. Damit liegt der Wert sehr deut­lich unter dem Mit­tel von 79 Litern. An der Mess­stel­le Lind­scheid an der Gro­ßen Dhünn-Tal­sper­re wur­den 24 Liter gemes­sen, das Mit­tel liegt dort bei 82 Litern. An der Mess­stel­le Klär­an­la­ge Buchen­ho­fen liegt der Wert mit 10 Litern noch nied­ri­ger als an der Bever-Tal­sper­re, 78 Liter fal­len in Buchen­ho­fen im Schnitt in dem Monat. An der Mess­sta­ti­on Klär­an­la­ge Solin­gen Burg wur­den 19 Liter Nie­der­schlag gemes­sen. Im Mit­tel sind es dort 88 Liter. 
Am längs­ten wer­den an der Bever-Tal­sper­re Nie­der­schlags­auf­zeich­nun­gen vor­ge­nom­men, bereits Anfang des 20. Jahr­hun­derts star­te­ten die Auf­zeich­nun­gen. In Lind­scheid wird seit 1954 gemes­sen, in Buchen­ho­fen seit 1961, in Burg seit 1979. An kei­ner der 4 Sta­tio­nen hat es bis­lang einen tro­cke­ne­ren Juli gege­ben als die­ses Jahr.

Der nas­ses­te Tag des Monats war in Burg (16 Liter), Lind­scheid (15 Liter) und Buchen­ho­fen (6 Liter) der 26. Juli. An dem Tag fiel kein Regen an der Messta­ti­on Buchen­ho­fen in Wup­per­tal, hier hat­te es am Vor­tag, also am 25. Juli, 8 Liter gereg­net. 

Die nie­der­schlag­reichs­te Mess­sta­ti­on war die an der Klär­an­la­ge in Schwelm, dort fie­len im Juli ins­ge­samt 29 Liter Nie­der­schlag; der Monats­durch­schnitt liegt hier bei 96 Litern. Am wenigs­ten Nie­der­schlag wur­de in Lever­ku­sen gemes­sen, dort gab es im Juli ledig­lich 7 Liter Nie­der­schlag, im Mit­tel sind es dort 78 Liter. 

Hohe Sonnenstundenanzahl verschärfte laut DWD die Trockenheit

Es hat nicht nur his­to­risch wenig gereg­net, auch gab es vie­le Son­nen­stun­den: Der DWD hat in NRW 262 Son­nen­stun­den gemes­sen, im Schnitt sind es 187 Stun­den. Durch hohe Ver­duns­tung hat dies die Tro­cken­heit noch ver­stärkt. 

Talsperrenwasser unterstützt Wupper und Dhünn

Durch die mona­te­lan­ge Tro­cken­heit füh­ren Bäche und Flüs­se der­zeit nur wenig Was­ser. Klei­ne­re Bäche sind zum Teil ganz aus­ge­trock­net. 
Wup­per und Dhünn hin­ge­gen pro­fi­tie­ren von dem Was­ser aus den Tal­sper­ren. Durch die­se so genann­te Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung haben sie auch in der aktu­el­len Dür­re­pha­se eine aus­rei­chen­de Was­ser­füh­rung und trock­nen nicht aus. Dhünn und Wup­per sind in Tei­len als Lachs­laich­ge­wäs­ser aus­ge­wie­sen und Hei­mat für sen­si­ble Arten. Da Dür­re­pha­sen häu­fi­ger und län­ger auf­tre­ten, gewinnt die Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung aus den Tal­sper­ren für die­se emp­find­li­chen Lebens­räu­me an Bedeu­tung.

Damit die Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung auch bei den durch die Tro­cken­heit sin­ken­den Tal­sper­ren­füll­stän­den wei­ter­hin mög­lich ist, hat der Wup­per­ver­band die Abga­be an die Wup­per aus der Wup­per-Tal­sper­re (Brauch­was­ser­tal­sper­re) und an die Dhünn aus der Trink­was­ser­tal­sper­re Gro­ße Dhünn maß­voll redu­ziert. Die Devi­se heißt hier, den Was­ser­vor­rat in den Tal­sper­ren mit Blick auf mög­li­che wei­te­re Tro­cken­mo­na­te so gut es geht zu scho­nen. 

Wie drin­gend not­wen­dig die­se Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung ist, zeigt ein Rück­blick auf die letz­ten Mona­te: Bis Ende Juli hat der Wup­per­ver­band die Wup­per an 111 Tagen mit ins­ge­samt 29 Mio. Kubik­me­tern Was­ser aus den ober­ber­gi­schen Tal­sper­ren unter­stützt. Das ist mehr als das Fas­sungs­ver­mö­gen der größ­ten Brauch­was­ser­tal­sper­re im Wup­per­ge­biet – der Wup­per-Tal­sper­re.

Für den Wup­per­ver­band ist die fle­xi­ble Steue­rung der Tal­sper­ren – u.a. mit der aktu­ell prak­ti­zier­ten redu­zier­ten Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung – ein Bestand­teil sei­nes Zukunfts­pro­gramms Hoch­was­ser­schutz zur Anpas­sung an die Kli­ma­ver­än­de­run­gen von Dür­re bis Hoch­was­ser.

Die Was­ser­ver­sor­ger, die das Roh­was­ser aus der Gro­ßen Dhünn-Tal­sper­re zu Trink­was­ser auf­be­rei­ten, haben wegen des aktu­el­len Füll­stands die Nut­zung die­ser Tal­sper­re redu­ziert und neh­men ande­re Roh­was­ser­quel­len stär­ker in Anspruch.
Auch die Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher kön­nen signi­fi­kant dazu bei­tra­gen, dass alle gut durch die Dür­re kom­men, indem sie sorg­sam mit der kost­ba­ren Res­sour­ce Was­ser umge­hen.

Im Laufe des Jahres versandte Pressemitteilungen zum Thema:

Gro­ße Dhünn-Tal­sper­re: Was­ser­vor­rat vor­sorg­lich scho­nen | Wup­per­ver­band

Gemein­sam vor­sor­gen: Trink­was­ser bewusst nut­zen | Wup­per­ver­band

Wup­per­ver­band passt die Was­ser­ab­ga­be an die Wup­per an | Wup­per­ver­band

Füllstände im Hochwasserportal einsehbar

https://hochwasserportal.wupperverband.de

Fotos: Doris Kaem­ling für ForumWk.de

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