Wupperverband passt die Wasserabgabe an die Wupper an

Bei­trag von der Web­sei­te des Wup­per­ver­ban­des

Vorsorgliches Talsperrenmanagement: Wasservorrat in Brauchwassertalsperren schonen

Das aktu­el­le Was­ser­wirt­schafts­jahr 2026 ist im Wup­per­ge­biet der­zeit deut­lich zu tro­cken. An der Refe­renz­mess­stel­le Bever-Tal­sper­re lagen sie­ben Mona­te deut­lich unter dem Durch­schnitt. Die bis­he­ri­ge Jah­res­sum­me liegt zum jet­zi­gen Zeit­punkt um ein Drit­tel unter dem lang­jäh­ri­gen Mit­tel.

An die­se Situa­ti­on passt der Wup­per­ver­band pro­ak­tiv sein Tal­sper­ren­ma­nage­ment an: Die Brauch­was­ser­tal­sper­ren am Ober­lauf der Wup­per – ins­be­son­de­re die gro­ßen Spei­cher Wup­per- und Bever-Tal­sper­re – unter­stüt­zen in Tro­cken­pha­sen die Wup­per. Mit die­ser so genann­ten Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung wird eine Min­dest­was­ser­füh­rung in der Wup­per auf­recht­erhal­ten. Was dem Fluss wegen der Tro­cken­heit an Was­ser zur Min­dest­was­ser­füh­rung fehlt, wird aus den Brauch­was­ser­tal­sper­ren aus­ge­gli­chen. 

Die Brauch­was­ser­tal­sper­ren haben in den letz­ten Mona­ten die Wup­per bereits an 111 Tagen mit ins­ge­samt 29 Mio. Kubik­me­tern Was­ser unter­stützt.

Dadurch ist der Was­ser­vor­rat inzwi­schen gesun­ken und liegt bei 33 Pro­zent in der Wup­per-Tal­sper­re und 66 Pro­zent in der Bever-Tal­sper­re. Um für kom­men­de Mona­te – wenn wei­ter­hin kein ergie­bi­ger Regen fällt – vor­zu­beu­gen, passt der Wup­per­ver­band in Abstim­mung mit der Bezirks­re­gie­rung vor­sorg­lich die Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung der Wup­per an.

Die Wup­per-Tal­sper­re wird ab heu­te so gesteu­ert, dass am Pegel Klu­ser­brü­cke in Wup­per­tal nun in Tro­cken­pha­sen rund 3.000 Liter flie­ßen statt 3.500 Liter pro Sekun­de. Die Was­ser­füh­rung der Wup­per liegt somit um knapp 15 Pro­zent unter dem sonst übli­chen Min­dest­pe­gel. Das ent­spricht einem Was­ser­stand von rund 18 Zen­ti­me­tern statt rund 21 Zen­ti­me­tern an die­sem Pegel. Die­se Redu­zie­rung ist zunächst für den Zeit­raum bis 30.  Sep­tem­ber 2026 vor­ge­se­hen.

Mit einem umfang­rei­chen Gewäs­ser­mo­ni­to­ring hält der Wup­per­ver­band kon­ti­nu­ier­lich im Blick, wel­che Aus­wir­kun­gen die nied­ri­ge­re Was­ser­füh­rung für die Was­ser­qua­li­tät der Wup­per hat.

Kli­ma­wan­del: Tal­sper­ren fle­xi­bler bewirt­schaf­ten

Die Fol­gen der Kli­ma­ver­än­de­run­gen füh­ren immer häu­fi­ger zu län­ge­ren und extre­me­ren Dür­re­pha­sen. Daher passt der Wup­per­ver­band sein Tal­sper­ren­ma­nage­ment an und kann so fle­xi­bler auf die geän­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen reagie­ren.

Auch im Tro­cken­jahr 2025 hat­te der Ver­band schritt­wei­se die Nied­rig­was­ser­ab­ga­be aus den Brauch­was­ser­tal­sper­ren an die Wup­per redu­ziert. Dadurch wur­de ein Leer­lau­fen die­ser Tal­sper­ren ver­hin­dert. Sie konn­ten über das gan­ze Jahr hin­durch ihre Auf­ga­be Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung erfül­len und das Öko­sys­tem Wup­per unter­stüt­zen.

War­um ist die Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung wich­tig?

Die Brauch­was­ser­tal­sper­ren des Wup­per­ver­ban­des sind Mul­ti­funk­ti­ons­bau­wer­ke mit meh­re­ren Auf­ga­ben. In Tro­cken­zei­ten unter­stüt­zen die Brauch­was­ser­tal­sper­ren – Wupper‑, Bever‑, Bruch­er- und Lin­ge­se-Tal­sper­re – die Wup­per mit Tal­sper­ren­was­ser. Sie sor­gen dafür, dass die Wup­per einen Min­dest­was­ser­stand hat und nicht aus­trock­net. Außer­dem wird mit dem Tal­sper­ren­was­ser eine gute Durch­mi­schung in der Wup­per gewähr­leis­tet, in die unter ande­rem auch das in den Klär­an­la­gen gerei­nig­te Abwas­ser abge­ge­ben wird.

Die Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung durch die Tal­sper­ren ist daher eine wich­ti­ge Stüt­ze des Öko­sys­tems Wup­per.

Außer­dem die­nen die Tal­sper­ren dem Hoch­was­ser­schutz.

Wie ist der Füll­stand der Trink­was­ser­tal­sper­ren des Wup­per­ver­bands?

Der Wup­per­ver­band betreibt drei Trink­was­ser­tal­sper­ren und stellt dar­aus Roh­was­ser für die Trink­was­ser­auf­be­rei­tung bereit. Die Her­bring­hau­ser Tal­sper­re ist aktu­ell zu 88 Pro­zent gefüllt. Der Füll­stand der Kerspe-Tal­sper­re liegt bei 77 Pro­zent.

Die Gro­ße Dhünn-Tal­sper­re erfüllt meh­re­re Auf­ga­ben gleich­zei­tig: Roh­was­ser­be­reit­stel­lung, Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung der Dhünn und Hoch­was­ser­schutz. Ihre Haupt­sper­re ist der­zeit zu 46 Pro­zent gefüllt.

Um den Was­ser­vor­rat der Gro­ßen Dhünn-Tal­sper­re zu scho­nen, hat der Wup­per­ver­band seit März 2026 die Nied­rig­was­ser­ab­ga­be an die Dhünn maß­voll redu­ziert von 1.000 Liter pro Sekun­de auf 700 Liter pro Sekun­de am Pegel in Lever­ku­sen. Seit April 2026 haben zudem die Was­ser­ver­sor­ger die Nut­zung der Tal­sper­re redu­ziert und neh­men ande­re Roh­was­ser­quel­len stär­ker in Anspruch.

Gemein­sam vor­sor­gen: Trink­was­ser bewusst nut­zen | Wup­per­ver­band

Wie tro­cken war es bis­lang im Wup­per­ge­biet?

In den letz­ten Mona­ten seit Anfang Novem­ber 2025 gab es im Wup­per­ge­biet an der Mess­stel­le Bever-Tal­sper­re nur einen sehr nas­sen Monat (Febru­ar 2026) und einen etwa durch­schnitt­li­chen Monat (Mai 2026). Alle ande­ren Mona­te waren ent­we­der sehr tro­cken oder sogar extrem tro­cken. Aktu­ell liegt die Jah­res­nie­der­schlags­men­ge für das Was­ser­wirt­schafts­jahr (1. Nov. 2025 bis 31. Okt. 2026) an der Mess­stel­le Bever-Tal­sper­re mit 643 Litern pro Qua­drat­me­ter deut­lich unter dem Durch­schnitt von 988 Litern für die­sen Zeit­raum. Es sind bis­lang also nur zwei Drit­tel der durch­schnitt­li­chen Regen­men­ge gefal­len.

Bei­trags­bild: Wup­per­ver­band / Nied­ri­ger Füll­stand der Wup­per-Tal­sper­re im Juli 2026

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