Das Grundgesetz feiert sein Jubiläum – eine gute Gelegenheit, seinen Wert für unser Zusammenleben in Wermelskirchen klar zu benennen. Es schützt die Würde des Menschen, Presse- und Versammlungsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und die Gewaltenteilung. Diese Rechte sind nicht abstrakt: Sie tragen unser Vereinsleben, unsere Schulen, die lokale Presse und den Schutz von Minderheiten.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft dazu auf, den 23. Mai als ersten deutschlandweiten Ehrentag zu nutzen: „Demokratie lebt von Menschen, die mitmachen.“ Eingebettet in den Aktionszeitraum 16. bis 31. Mai geht es um Begegnung und gemeinsames Tun – vom Aufräumen, über inklusive Sportangebote bis hin zum Spieleabend im Seniorenheim. Sich zu engagieren kann auch Spaß machen: Gemeinschaftsgefühl entsteht oft genau beim gemeinsamen Anpacken.
Gleichzeitig ist Demokratie verletzlich. Der Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen und der AfD führt zu Polarisierung und Ausgrenzung in unseren Debatten. Hinzu kommt ein weiteres Problem, zu Verzeichnen hier in Wermelskirchen: das Schweigen einiger Kommunalpolitiker – darunter insbesondere jener aus den Reihen der Mehrheitspartei, der CDU. Ihnen sei an diesem Tag gesagt: Wenn unbequeme Fragen unbeantwortet bleiben oder ignoriert werden, schwindet die Teilhabe; der politische Diskurs verengt sich und öffnet denen die Tür, die mit lauten Stimmen polarisieren. Demokratie braucht Antworten, kein Schweigen. Und das sollten sich viele aus der großen und der kleinen Politik zu Herzen nehmen.
Lasst uns also nicht nur feiern, sondern handeln: Straßenfeste, Info‑Stände, Schul‑ und Senior*innen‑Aktionen oder Diskussionen im Forum können zeigen, was das Grundgesetz hier konkret bedeutet. Am 23. Mai und in der Aktionswoche — für Wermelskirchen: aktiv, sichtbar und dialogbereit.
Foto: Klaus Ulinski


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