Wer im Grünen arbeitet, atmet frische Luft – und ist manchmal einem ernsten Risiko ausgesetzt. Die IG BAU fordert mehr Aufklärung im Rheinisch-Bergischen Kreis.
Gärtnerei, Landwirtschaft, Forstarbeit – viele Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis arbeiten tagtäglich im Freien. Was viele nicht wissen: Wer über Jahre regelmäßig mit Pflanzenschutzmitteln in Berührung kommt, hat ein nachweislich erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken. Das Parkinson-Syndrom durch Pestizide ist in Deutschland als Berufskrankheit anerkannt.
Darauf weist Mehmet Perisan von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Köln-Bonn hin. Wer mindestens 100 Arbeitstage nachweisbar Kontakt mit Fungiziden, Insektiziden oder Herbiziden hatte und danach an Schüttellähmung erkrankt, kann Ansprüche bei der gesetzlichen Unfallversicherung geltend machen – von medizinischer Versorgung bis hin zu Geldleistungen.
Wer ist betroffen?
Beschäftigte in der Landwirtschaft, im Gartenbau, im Forst und in der Floristik – aber auch Bauarbeiter, die bei Sanierungen mit pestizidhaltigem Material (z. B. Anti-Schimmelmitteln im Sanitärbereich) hantieren.
Die IG BAU appelliert deshalb an niedergelassene Ärzte im Rheinisch-Bergischen Kreis: Parkinson-Patienten sollten gezielt auf einen möglichen beruflichen Zusammenhang angesprochen werden. Auch gesetzliche Krankenkassen werden aufgefordert, ihre Versicherten aktiv zu informieren.
Ein weiteres Ziel der Gewerkschaft: Auch Beschäftigte, die Pestiziden passiv ausgesetzt waren – etwa als Arbeitnehmer in Gewächshäusern ohne direkten Sprüheinsatz – sollen künftig die Chance auf Anerkennung als Berufskrankheit erhalten.
Parkinson-Hotline der Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG):
Telefon: 0561 / 785 – 10350
Web: svlfg.de/fa-parkinson-durch-pflanzenschutzmittel
Foto: IG Bau


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