Boulefreunde Wermelskirchen liegen im 1. Drittel vor Köln PCC 1. Was machen die 10 Boule- bzw. Pétanque Mannschaften bei Regen und matschigem Boden am Sonntag auf dem Schwanenplatz? Ganz einfach: Sie spielen weiter bis die Spiele zu Ende sind. Im Bergischen ist es nicht so chillig wie im sonnigen Süden Frankreichs unter den Planten – wie hier besungen. Doch was ist das eigentlich Boule bzw. Petanque?
Pétanque ist in Frankreich ein Nationalsport, bei dem zwei Spieler oder Teams versuchen, Metallkugeln („Boules“) möglichst nah an eine kleine Kugel – das „Cochonnet“ (Schweinchen) – zu werfen. In Deutschland nennt sich dieses Spiel schlicht „Boule“.
Zu Beginn wird ein Wurfkreis – 60 cm Durchmesser – auf dem Boden gelegt. Ein Spieler wirft von dort aus das Cochonnet 6 bis 10 Meter weit. Danach wirft dasselbe Team seine erste Kugel. Anschließend ist immer das Team an der Reihe, dessen Kugel weiter vom Cochonnet entfernt liegt – es muss so lange werfen, bis es näher liegt oder keine Kugeln mehr hat. Wichtig: Beim Wurf müssen beide Füße im Kreis bleiben, bis die Kugel den Boden berührt hat. Es gibt zwei zentrale Spielweisen: Legen (Französisch: pointer). Die Kugel wird mit Gefühl so platziert, dass sie möglichst nah am Cochonnet liegen bleibt. Schießen (Französisch: tirer). Eine gegnerische Kugel wird gezielt getroffen, um sie zu entfernen oder die eigene Position zu verbessern.

Sobald alle Kugeln gespielt sind (je nach Spielform hat jeder Spieler 2 oder 3 Kugeln), wird gewertet: Nur ein Team erhält Punkte – und zwar für jede Kugel, die näher am Cochonnet liegt als die beste Kugel des Gegners. Dann beginnt die nächste Aufnahme (Runde) vom Punkt, an dem das Cochonnet zuletzt lag. Das Spiel endet, sobald ein Team die 13 Punkte erreicht hat. Pétanque/Boule verbindet leichte Regeln mit viel Taktik: Man muss entscheiden, ob man vorsichtig platziert oder offensiv schießt. Es ist leicht zu spielen, aber schwer zu gewinnen. Ligaspieler fangen in der Kreisklasse an. Dann kommt die Bezirksklasse, danach die Bezirksliga.
Und noch schwieriger wird es, wenn der Boden matschig und voller Pfützen ist wie am Sonntag Nachmittag auf dem Schwanenplatz. Nach rund sieben Stunden (!) Spielzeit standen die Gewinner und Verlierer des 1. Spieltags der Bezirksliga fest. Auffallend bei dem Ranking: Von den ersten fünf Mannschaften kommen fünf aus Köln. Die Boulefreunde Wermelskirchen liegen auf einem respektablen 3. Platz vor Köln PCC 1. Weitere der Spieltage folgen bis Oktober.

Wer möchte, kann gerne sonntags nachmittags zum Schwanenplatz kommen und dort mit den Boulefreunden Wermelskirchen eine Kugel werfen. Allez les boules!
Fotos: Horst Rosen


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