„Akku leer? Dann wird’s Zeit, das Leben wieder aufzuladen.“

Erleb­nis­be­richt von Phil­ipp Scholz

Ich hab lan­ge nichts mehr geschrie­ben. Nicht, weil nichts zu sagen war – eher im Gegen­teil. Manch­mal ist ein­fach so viel los, dass man erst­mal selbst klar­kom­men muss, bevor man wie­der sen­det.

Die letz­ten zwei Wochen waren genau das: Pau­se. Raus. Fami­lie. Vier Hun­de. Ein­fach mal weg vom All­tag. Und irgend­wie auch ein klei­ner Rea­li­täts­check.

5.000 Kilo­me­ter mit dem Elek­tro­au­to durch Euro­pa. Däne­mark, Deutsch­land, Tsche­chi­en, Slo­wa­kei. Und weißt du was? Es funk­tio­niert. Die­ses gan­ze „Wie soll das denn gehen?“ – ja, manch­mal wird’s knapp. Gera­de wenn alle gleich­zei­tig auf Toi­let­te wol­len, Kaf­fee brau­chen und die Hun­de auch noch Bewe­gung brau­chen 20 Minu­ten Lade­pau­se kön­nen sich ver­dammt kurz anfüh­len. Aber unterm Strich: Es geht. Über­all.

Was mir aber viel mehr hän­gen geblie­ben ist: Nicht das Laden. Nicht die Stre­cke. Son­dern die­ses Gefühl, mal raus zu sein.

Mei­ne Eltern waren mit dabei – und die haben sich vor­her echt Gedan­ken gemacht. Stre­cke, Sprit­prei­se, Kos­ten all­ge­mein. Und das, obwohl sie ganz klas­sisch mit dem Ver­bren­ner unter­wegs waren. Ver­rückt eigent­lich: Egal wel­ches Auto – die Fra­ge bleibt die glei­che:

Kann man sich das alles über­haupt noch leis­ten?

Urlaub, Zeit, Leben genie­ßen.

Wir hat­ten das Glück, das als Fami­lie zu machen. Kos­ten tei­len, gemein­sam Zeit ver­brin­gen. Das ist nicht selbst­ver­ständ­lich. Und genau da merkt man: Es geht nicht nur ums Geld. Es geht um Mög­lich­kei­ten.

Für mich per­sön­lich war die­se Zeit extrem wich­tig. Ein­fach mal raus aus dem Dau­er-Modus: Job, Ver­ant­wor­tung, Ter­mi­ne.

Ich arbei­te im Gesund­heits­we­sen – und ganz ehr­lich: Ohne die­se Aus­zei­ten funk­tio­niert das auf Dau­er nicht. Die Ener­gie brauchst du. Für den Job, für die Fami­lie, für alles. Auch für die Din­ge, die man „neben­bei“ macht: Enga­ge­ment vor Ort, Pro­jek­te, Ideen, Schrei­ben.

Und dann kommt irgend­wann die­ser Moment, wo man merkt: Die Ein­schlä­ge kom­men näher.

Men­schen wer­den krank. Hören auf zu arbei­ten. Oder sind plötz­lich nicht mehr da. Und dann fängst du auto­ma­tisch an zu über­le­gen:

Wie nut­ze ich mei­ne Zeit eigent­lich?

Nicht per­fekt. Nicht maxi­mal effi­zi­ent. Son­dern sinn­voll.

Ich hab für mich ent­schie­den: Ein­fach wie­der mehr machen. Mehr tei­len. Mehr schrei­ben. Mehr bewusst leben.

Nicht mit der typi­schen Mecker­bril­le, son­dern auch mal mit dem Gedan­ken: Ey, eigent­lich geht’s mir ziem­lich gut.

Klar, es gibt Pro­ble­me. Vie­le. Man­che kann man selbst beein­flus­sen, vie­le nicht. Aber ich glau­be, jeder kann im Klei­nen anfan­gen.

Das hier ist so ein Anfang.

Gedan­ken nach dem Urlaub. Von jeman­dem, der ein­fach mal Pau­se brauch­te – und jetzt wie­der ein biss­chen mehr Ener­gie hat.

Wenn dich das irgend­wie erreicht: gut. Wenn nicht: auch okay.

Und wenn du meckern willst – mach ruhig. Dann bin ich halt heu­te dein Ven­til.

Foto: Phil­ipp Scholz

Kommentare

Ein Kommentar zu „„Akku leer? Dann wird’s Zeit, das Leben wieder aufzuladen.““

  1. Avatar von Barbara Horn-Birkhölzer
    Barbara Horn-Birkhölzer

    Dan­ke, tut gut, zu hören!

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