… zum Beitrag „Anfrage der SPD zu Wermelskirchener Grundschulen – Wiederholungen in der Schuleingangsphase“
Im oben genannten Beitrag wird das Konzept der sogenannten „ABC-Klassen“ inhaltlich nicht korrekt dargestellt. Die dort beschriebene Interpretation entspricht nicht den aktuellen Planungen des Landes Nordrhein-Westfalen.
Nach der offiziellen Pressemitteilung des Schulministeriums NRW handelt es sich bei „ABC-Klassen“ nicht um jahrgangsgemischte Klassen innerhalb der Schuleingangsphase (Klasse 1–3), sondern um ein vorschulisches Förderangebot.
Konkret bedeutet das:
- ABC-Klassen sind verpflichtende Förderkurse im Jahr vor der Einschulung für Kinder mit festgestelltem Sprachförderbedarf (https://bildungsklick.de/fruehe-bildung/detail/nrw-abc-klassen-bessere-bildung-schulstart)
- Grundlage ist eine landesweit einheitliche Sprachstandsfeststellung, die künftig bereits im Frühjahr vor der Einschulung erfolgt. (RADIO WMW)
- Kinder, die dabei Förderbedarf zeigen, nehmen verpflichtend an diesen Kursen teil, um ihre sprachlichen und grundlegenden Fähigkeiten gezielt zu verbessern. (Antenne Düsseldorf)
- Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Kinder mit ausreichenden Sprachkenntnissen in die Schule starten können. (bz-niederrhein.de)
Die im Beitrag dargestellte Beschreibung – nämlich dass es sich bei ABC-Klassen um jahrgangsübergreifende Klassen innerhalb der Grundschule handelt (Klasse 1–3) – beschreibt ein anderes pädagogisches Modell und hat mit den geplanten ABC-Klassen des Landes NRW nichts zu tun.
Richtig ist vielmehr:
- Die ABC-Klassen finden vor der Einschulung statt (nicht während der Grundschule).
- Sie sind kein Organisationsmodell für Unterricht, sondern eine gezielte Fördermaßnahme.
- Sie richten sich nur an Kinder mit festgestelltem Förderbedarf, nicht an alle Schülerinnen und Schüler.
Ergänzend ist vorgesehen, dass Kinder bei Bedarf in der Schuleingangsphase mehr Zeit erhalten können („ABC-Plus“), was jedoch ein separates Instrument innerhalb der Grundschule darstellt und ebenfalls nicht mit jahrgangsgemischten Klassen gleichzusetzen ist.
Der Begriff „ABC-Klasse“ wird im Beitrag irreführend verwendet. Tatsächlich handelt es sich um ein vorschulisches Förderkonzept zur Verbesserung der Startchancen von Kindern – und nicht um ein Modell des gemeinsamen Lernens von Erst‑, Zweit- und Drittklässlern.
Eine korrekte Darstellung ist wichtig, um die bildungspolitische Diskussion sachlich und faktenbasiert zu führen.
Wir danken unserem aufmerksamen Leser Herrn Harald Bust für den Hinweis, der diese Richtigstellung notwendig macht.
Bild: KI generiert


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