Besonderer Einsatz für den Rheinisch-Bergischen Kreis: Leitende Notärztinnen und Notärzte seit 30 Jahren im Dienst

Im Rhei­nisch-Ber­gi­schen Kreis leis­ten seit 30 Jah­ren an 365 Tagen im Jahr Lei­ten­de Not­ärz­tin­nen und Not­ärz­te (LNA) Bereit­schafts­dienst, um bei gro­ßen Ein­sät­zen mit vie­len ver­letz­ten oder betrof­fe­nen Per­so­nen, auch Mas­sen­an­fall von Ver­letz­ten genannt, schnell die medi­zi­nisch-orga­ni­sa­to­ri­sche Lei­tung über­neh­men zu kön­nen. 
1996 ging die Grup­pe mit fünf Not­ärz­ten an den Start, heu­te sind es neben dem Ärzt­li­chen Lei­ter Ret­tungs­dient, Dr. Flo­ri­an Breu­er, sie­ben wei­te­re Medi­zi­ne­rin­nen und Medi­zi­ner, die sich rund um die Uhr neben ihrer eigent­li­chen beruf­li­chen Tätig­keit im Bereit­schafts­dienst abwech­seln. Zwei davon sind Grün­dungs­mit­glie­der, das heißt, sie sind schon seit 30 Jah­ren als Lei­ten­de Not­ärz­te im Dienst. 
Schon lan­ge bevor sich ret­tungs­dienst­li­che Ein­satz­lei­tun­gen bun­des­weit eta­bliert haben, hat der Rhei­nisch-Ber­gi­sche Kreis Lei­ten­de Not­ärz­tin­nen und Not­ärz­te bestellt. „In den 1990er Jah­ren waren Lei­ten­de Not­ärz­te noch nicht über­all im Ein­satz. Der Kreis hat­te hier eine Vor­rei­ter­rol­le. Seit 30 Jah­ren wird die Bereit­schaft im Kreis­ge­biet rund um die Uhr sicher­ge­stellt, ohne dass es jemals einen unbe­setz­ten Dienst gab. Das ist ganz beson­ders der Initia­ti­ve und dem Enga­ge­ment der dama­li­gen fünf Grün­dungs­mit­glie­der zu ver­dan­ken, die neben der Sicher­stel­lung des Dienst­be­triebs vie­le wei­te­re Auf­ga­ben über­nom­men haben“, erklärt Land­rat Arne von Boet­ti­cher. Mit­te der 1990er-Jah­re waren vie­le Rah­men­be­din­gun­gen, die heu­te fest­ge­legt sind, noch nicht gege­ben. Im Lauf der Jah­re haben die LNA gemein­sam dar­an gear­bei­tet, das Sys­tem zu eta­blie­ren und zu ver­bes­sern. Auch die Aus­stat­tung, zum Bei­spiel mit eige­nen Fahr­zeu­gen, wur­de opti­miert.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren haben der Rhei­nisch-Ber­gi­sche Kreis und die Stadt Lever­ku­sen ein gemein­sa­mes LNA-Sys­tem betrie­ben. Seit die­sem Jahr wer­den sowohl der Rhei­nisch-Ber­gi­sche Kreis als auch die Stadt Lever­ku­sen den LNA-Dienst nur noch für die eige­ne Gebiets­kör­per­schaft vor­hal­ten. Durch die­se Neu­auf­stel­lung sind im Kreis vier neue LNA dazu­ge­sto­ßen. 2025 waren die LNA ins­ge­samt 22 Mal im Ein­satz.

Im Not­fall den Über­blick behal­ten: Auf­ga­ben der LNA
LNA ergän­zen den bestehen­den Ret­tungs­dienst, der auf die Ver­sor­gung ein­zel­ner Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten aus­ge­rich­tet ist. Bei Ein­sät­zen mit vie­len ver­letz­ten und betrof­fe­nen Men­schen, zum Bei­spiel schwe­ren Ver­kehrs­un­fäl­len, lei­tet und koor­di­niert der Lei­ten­de Not­arzt oder die Lei­ten­de Not­ärz­tin den ret­tungs­dienst­li­chen Ein­satz und behält den medi­zi­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Über­blick. Er oder sie über­wacht gemein­sam mit dem Orga­ni­sa­to­ri­schen Lei­ter Ret­tungs­dienst alle medi­zi­ni­schen Maß­nah­men. Bei grö­ße­ren Ein­sät­zen mit vie­len Ver­letz­ten müs­sen die LNA schnellst­mög­lich erfas­sen, wel­che Per­so­nen lebens­be­droh­lich ver­letzt sind und zuerst Hil­fe benö­ti­gen. Zu den Auf­ga­ben gehört es daher auch, die Art und Schwe­re der Ver­let­zun­gen zu bestim­men und ein­zu­schät­zen.
LNA set­zen ande­re Not­ärz­tin­nen, Not­ärz­te sowie Not­fall­sa­ni­tä­te­rin­nen und Not­fall­sa­ni­tä­ter vor Ort ein und bestim­men, wel­che Ret­tungs­mit­tel zum Ein­satz kom­men und wel­ches Mate­ri­al benö­tigt wird. Auch geben sie vor, in wel­che Kran­ken­häu­ser die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten gebracht wer­den. Für unver­letzt Betrof­fe­ne, die durch ein sol­ches Ereig­nis direkt oder indi­rekt beein­träch­tigt sind, wird psy­chi­sche Ers­te Hil­fe sicher­ge­stellt. Vor Ort koor­di­niert der oder die LNA die Zusam­men­ar­beit im ret­tungs­dienst­li­chen Ein­satz zwi­schen Ret­tungs­dienst und ande­ren Insti­tu­tio­nen oder den Ein­hei­ten des Sani­täts­diens­tes.
Dabei sind die LNA aus nicht nur im Kreis­ge­biet im Ein­satz. In der Ver­gan­gen­heit haben sie zum Bei­spiel beim Love­pa­ra­de-Unglück und über­re­gio­nal bei der Flut 2021 unter­stützt.

LNA müs­sen einen gro­ßen Erfah­rungs­schatz und eine ent­spre­chen­de Qua­li­fi­ka­ti­on mit­brin­gen. Es sind nicht nur eine Fach­arzt­aus­bil­dung, mehr­jäh­ri­ge Berufs­er­fah­rung als Not­arzt oder Not­ärz­tin sowie umfas­sen­de Kennt­nis­se der Not­fall­me­di­zin gefragt, son­dern auch zum Bei­spiel prä­zi­se Kennt­nis­se der regio­na­len Ver­sor­gungs­land­schaft. Die Vor­aus­set­zun­gen zum Ein­satz als Lei­ten­de Not­ärz­tin oder Lei­ten­der Not­arzt sind deutsch­land­weit ein­heit­lich gere­gelt. Dies beinhal­tet auch eine Wei­ter­qua­li­fi­ka­ti­on zum Lei­ten­den Not­arzt oder zur Lei­ten­den Not­ärz­tin auf der Basis eines ein­heit­li­chen umfas­sen­den Lehr­gangs.

Bei­trag: Rhei­nisch Ber­gi­scher Kreis / Die Lei­ten­den Not­ärz­te und die Lei­ten­de Not­ärz­tin mit Land­rat Arne von Boet­ti­cher (6.v.r.), dem stell­ver­tre­ten­den Dezer­nats­lei­ter Dr. Tho­mas Mönig (5.v.l.), Amts­lei­ter Tho­mas Hagen (4.v.r.) und dem Ärzt­li­chen Lei­ter Ret­tungs­dienst, Dr. Flo­ri­an Breu­er (2.v.r.) Bild­quel­le: Foto­gra­fie Joa­chim Rie­ger / Rhei­nisch-Ber­gi­scher Kreis

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