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	<title>Studienreise nach Südafrika Archive - Forum Wermelskirchen</title>
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	<title>Studienreise nach Südafrika Archive - Forum Wermelskirchen</title>
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		<title>Studienreise nach Südafrika – Teil 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Autoren]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 11:13:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur/Bildung/Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Studienreise nach Südafrika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von Jordan Mutombo Erster Tag in Südafrika: Erste Eindrücke und spannende Gespräche Durch mein einjähriges Studium an der Europäischen Akademie der Arbeit hatte ich die besondere Ehre, im Rahmen einer Studienreise erstmals den afrikanischen Kontinent zu besuchen. Gemeinsam mit meinem Jahrgang reisten wir am 28. April vom Frankfurter Flughafen nach Johannesburg in Südafrika. [&#8230;]</p>
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<div class="wp-block-group has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Beitrag von Jordan Mutombo</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erster Tag in Südafrika: Erste Eindrücke und spannende Gespräche</strong></h2>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Durch mein einjähriges Studium an der Europäischen Akademie der Arbeit hatte ich die besondere Ehre, im Rahmen einer Studienreise erstmals den afrikanischen Kontinent zu besuchen. Gemeinsam mit meinem Jahrgang reisten wir am 28. April vom Frankfurter Flughafen nach Johannesburg in Südafrika.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Nach einem rund elfstündigen Flug landeten wir am O. R. Tambo International Airport. Schon beim Anflug wurde deutlich, wie groß Johannesburg ist. Nach der Einreise fuhren wir zu unserem Hotel, dem Southern Sun im Stadtteil Rosebank. Viel Zeit zum Ausruhen blieb allerdings nicht. Nach einem kurzen Frühstück begann bereits unser erstes Programm. Während der gesamten Reise wurden wir von unserem Fahrer Abraham begleitet, der uns sicher zu allen Terminen brachte. Unterstützt wurden wir außerdem von Chris, einem deutschen Auswanderer, der seit vielen Jahren in Südafrika lebt und als Dolmetscher für unsere Gruppe tätig war.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Unser erster Programmpunkt führte uns zur <strong>Friedrich Ebert Stiftung</strong> in Johannesburg. Dort wurden wir herzlich mit Kaffee und Keksen empfangen. In einem ausführlichen Gespräch erhielten wir einen Einblick in die politische und gesellschaftliche Entwicklung Südafrikas. Besonders beeindruckt hat mich, dass das Land zwar seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994 demokratisch regiert wird, viele soziale und wirtschaftliche Probleme jedoch bis heute fortbestehen. Die Einkommens und Vermögensunterschiede gehören weiterhin zu den größten weltweit. Gleichzeitig erfuhren wir mehr über die Arbeit der Friedrich Ebert Stiftung, die sich in über 100 Ländern für Demokratie, politische Bildung und soziale Gerechtigkeit einsetzt. In Subsahara Afrika unterhält sie 19 Büros und arbeitet eng mit Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen. Interessant fand ich außerdem, dass der gewerkschaftliche Organisationsgrad in Südafrika mit rund 29 Prozent deutlich höher ist als in Deutschland.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Nach diesem ersten Austausch besuchten wir die <strong>National Union of Metalworkers of South Africa (NUMSA)</strong>, eine der größten Industriegewerkschaften des Landes. Dort erhielten wir einen spannenden Einblick in die Arbeit der Gewerkschaft und ihre politische Rolle in Südafrika. NUMSA gehört dem Gewerkschaftsdachverband SAFTU an, der im Vergleich zum größeren Dachverband COSATU politisch weiter links steht. Besonders spannend war für mich der Austausch über die aktuellen Herausforderungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Südafrika. Dabei ging es unter anderem um Arbeitslosigkeit, soziale Ungleichheit und die Zukunft der Industrie.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ich nutzte die Gelegenheit, mich mit einem Gewerkschaftsvertreter über die Idee einer <strong>panafrikanischen Gewerkschaftszusammenarbeit</strong> auszutauschen. Mich interessierte, wie Gewerkschaften über Ländergrenzen hinweg stärker zusammenarbeiten können, um die Rechte von Beschäftigten auf dem gesamten afrikanischen Kontinent wirksamer zu vertreten. Das Gespräch hat mir gezeigt, dass viele Herausforderungen, vor denen Gewerkschaften stehen, nicht nur einzelne Länder betreffen, sondern häufig den gesamten Kontinent.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Zum Abschluss unseres Besuchs wurden wir zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Dabei konnten wir die Gespräche in lockerer Atmosphäre fortsetzen und weitere Fragen stellen. Nach diesem ersten Tag wurde mir bereits deutlich, wie vielfältig und spannend unsere Studienreise werden würde. Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit, mit der wir überall empfangen wurden, sowie die Möglichkeit, direkt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gewerkschaften ins Gespräch zu kommen. Diese persönlichen Begegnungen machten den ersten Tag zu einem gelungenen Auftakt unserer Reise nach Südafrika.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zweiter Tag in Südafrika: Politik, Wirtschaft und Bildung</strong></h2>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Nach einem ereignisreichen ersten Tag begann unser zweiter Tag mit einem Besuch der <strong>Auslandshandelskammer (AHK)</strong> in Johannesburg. Dort wurden wir von der stellvertretenden Geschäftsführerin Alexa Gerrard empfangen. Die AHK vertritt die Interessen von mehr als 500 deutschen Unternehmen im südlichen Afrika und fördert die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Südafrika. In einer ausführlichen Präsentation erhielten wir spannende Einblicke in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sowie die Herausforderungen, mit denen Unternehmen derzeit konfrontiert sind.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Besonders beeindruckt hat mich die hohe Jugendarbeitslosigkeit von über 50 Prozent. Als wesentliche Ursachen wurden Defizite im Bildungssystem sowie das Fehlen einer dualen Berufsausbildung genannt. Die AHK engagiert sich deshalb mit eigenen Ausbildungsprogrammen, die sich am deutschen Modell orientieren und jungen Menschen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen sollen. Darüber hinaus sprachen wir über die Energieversorgung des Landes. Die jahrelangen Stromausfälle hatten die Wirtschaft stark belastet, mittlerweile setzt Südafrika jedoch verstärkt auf den Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Solarenergie. Auch die wirtschaftlichen Beziehungen zu China waren Thema. Dabei wurde deutlich, dass der Export von Rohstoffen zwar kurzfristig Einnahmen bringt, langfristig jedoch eine stärkere industrielle Wertschöpfung im eigenen Land notwendig ist. Zum Abschluss bedankten wir uns mit einem kleinen kulinarischen Geschenk aus Frankfurt für die interessanten Einblicke und den offenen Austausch.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Im Anschluss fuhren wir nach <strong>Pretoria</strong>, der Verwaltungshauptstadt Südafrikas. Dort besuchten wir zunächst die <strong>Union Buildings</strong>, den Amtssitz des südafrikanischen Präsidenten. Schon beim Betreten der weitläufigen Gartenanlagen wurde deutlich, welche politische Bedeutung dieser Ort für das Land besitzt. Besonders beeindruckt hat mich die große Nelson Mandela Statue vor dem Gebäude. Genau an diesem Ort hielt Mandela nach dem Ende der Apartheid im Jahr 1994 seine erste Rede als demokratisch gewählter Präsident Südafrikas. Für mich war dies einer der symbolträchtigsten Orte der gesamten Reise, da er wie kaum ein anderer für Freiheit, Demokratie und Versöhnung steht. Von den Union Buildings aus hat man außerdem einen beeindruckenden Blick über Pretoria.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Nach dem Besuch der Union Buildings wurden wir in der <strong>Deutschen Botschaft</strong> in Pretoria empfangen. Dort erhielten wir einen Einblick in die Arbeit des Referats Arbeit und Soziales. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Situation auf dem südafrikanischen Arbeitsmarkt, die hohe Jugendarbeitslosigkeit sowie die Bedeutung der beruflichen Bildung. Außerdem erfuhren wir, wie Deutschland gemeinsam mit südafrikanischen Partnern Projekte unterstützt, die Beschäftigung fördern und soziale Ungleichheiten abbauen sollen. Besonders interessant fand ich den Austausch über das deutsche duale Ausbildungssystem, das in Südafrika als Vorbild für verschiedene Ausbildungsprogramme dient und an die örtlichen Gegebenheiten angepasst wird. Der Besuch machte deutlich, wie eng internationale Zusammenarbeit und soziale Entwicklung miteinander verbunden sind.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Den Abschluss des Tages bildete unser Besuch bei der <strong>South African Democratic Teachers’ Union (SADTU)</strong>, der größten Lehrergewerkschaft des Landes. Dort diskutierten wir mit Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaft über die Herausforderungen des südafrikanischen Bildungssystems. Ein zentrales Thema war die weiterhin bestehende Ungleichheit im Bildungsbereich, die ihren Ursprung noch immer in der Zeit der Apartheid hat.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Im Rahmen der Diskussion nutzte ich die Gelegenheit, selbst eine Frage zu stellen. Mich interessierte, wie das südafrikanische Bildungssystem weiter <strong>dekolonialisiert</strong> werden könne. Dabei ging es darum, wie Lehrpläne und Unterrichtsinhalte stärker die Geschichte, Kulturen und Sprachen der afrikanischen Bevölkerung widerspiegeln können, ohne dabei die Qualität der Bildung zu beeinträchtigen. Die Antwort machte deutlich, dass dieser Prozess bereits begonnen hat, gleichzeitig aber noch viele Herausforderungen bestehen. Für mich war dieser Austausch besonders spannend, da Bildung eine entscheidende Rolle für Chancengleichheit und gesellschaftliche Entwicklung spielt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Nach einem langen, aber äußerst lehrreichen Tag kehrten wir mit vielen neuen Eindrücken nach Johannesburg zurück. Während der erste Tag vor allem von Gewerkschaften geprägt war, standen am zweiten Tag Politik, Wirtschaft und Bildung im Mittelpunkt. Gerade die Vielfalt der Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus unterschiedlichen Bereichen machte unsere Studienreise zu einer besonderen Erfahrung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dritter Tag in Südafrika: Wissenschaftliche Perspektiven und Einblicke in die Industrie</strong></h2>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Der dritte Tag unserer Studienreise begann an der <strong>Global Labour University</strong> der <strong>University of the Witwatersrand (Wits University)</strong> in Johannesburg. Dort wurden wir von <strong>Professor Warren McGregor</strong> sowie Vertreterinnen und Vertretern der beiden südafrikanischen Gewerkschaftsdachverbände <strong>SAFTU</strong> und <strong>COSATU</strong> empfangen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die südafrikanischen Arbeitsbeziehungen sowie die Rolle der Gewerkschaften in Politik und Gesellschaft.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Besonders interessant war die Diskussion über die Unterschiede zwischen den beiden Gewerkschaftsdachverbänden. Professor McGregor erklärte, dass die Gewerkschaften des Dachverbands <strong>COSATU</strong> traditionell eng mit der Regierungspartei <strong>African National Congress (ANC)</strong> zusammenarbeiten und deshalb häufig als regierungsnah wahrgenommen werden. <strong>SAFTU</strong> hingegen vertrete eine deutlich kritischere Haltung gegenüber der Regierung und verstehe sich als unabhängige Stimme der Beschäftigten. Der Austausch machte deutlich, wie unterschiedlich Gewerkschaften ihre politische Rolle auslegen und welche Auswirkungen dies auf ihre Arbeit hat.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Während der Fragerunde nutzte ich die Gelegenheit, Professor McGregor nach der Wirksamkeit der <strong>Affirmative Action</strong> in Südafrika zu fragen. Mich interessierte, ob die Maßnahmen tatsächlich zu mehr Chancengleichheit für die historisch benachteiligte schwarze Bevölkerung geführt haben. Er erklärte, dass die gesetzlichen Regelungen zwar Fortschritte ermöglicht hätten, viele Unternehmen und andere Stakeholder jedoch nach Schlupflöchern suchten, um die Vorgaben zu umgehen. Dadurch würden die Ziele der Affirmative Action teilweise abgeschwächt und bestehende Ungleichheiten blieben in vielen Bereichen weiterhin bestehen. Dieser Austausch verdeutlichte, wie komplex der gesellschaftliche Wandel in Südafrika auch mehr als 30 Jahre nach dem Ende der Apartheid noch immer ist.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Im Anschluss besuchten wir das Unternehmen <strong>Chemetall</strong>, eine Tochtergesellschaft der BASF-Gruppe, in Boksburg East. Nach einer Begrüßung wurden wir in kleinere Gruppen eingeteilt und erhielten Einblicke in verschiedene Unternehmensbereiche wie Marketing, Personalwesen, Forschung und Entwicklung sowie die Produktion. Besonders beeindruckend war die Besichtigung der Produktionsanlagen und Labore, in denen wir die hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards des Unternehmens kennenlernen konnten. Zudem erfuhren wir, wie chemische Produkte entwickelt, geprüft und für Kunden weltweit hergestellt werden.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Zum Abschluss des Besuchs kamen wir mit dem Geschäftsführer ins Gespräch. Dabei diskutierten wir über Arbeitssicherheit, Fachkräftegewinnung, wirtschaftliche Herausforderungen und die Auswirkungen internationaler Entwicklungen auf ein global agierendes Industrieunternehmen. Der Besuch bei Chemetall bildete einen spannenden Kontrast zum Vormittag: Während wir an der Universität die wissenschaftlichen und politischen Perspektiven auf Arbeitsbeziehungen kennengelernt hatten, erhielten wir am Nachmittag einen praxisnahen Einblick in den Alltag eines international tätigen Unternehmens. Gerade diese Verbindung aus Theorie und Praxis machte den dritten Tag unserer Studienreise besonders lehrreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter geht es in Teil 2</p>



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<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Fotos: Jordan Mutombo</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Hier finden Sie beide Teile:</strong></p>



<div class="wp-block-query is-layout-flow wp-block-query-is-layout-flow"><ul class="wp-block-post-template is-layout-flow wp-block-post-template-is-layout-flow"><li class="wp-block-post post-11488 post type-post status-publish format-standard has-post-thumbnail hentry category-kultur-bildung-literatur category-politik-wirtschaft-umwelt tag-studienreise-nach-suedafrika">
<h2 class="wp-block-post-title has-large-font-size"><a href="https://forumwk.de/2026/07/20/studienreise-nach-suedafrika-teil-1/" target="_self">Studienreise nach Südafrika – Teil 1</a></h2>

<div class="wp-block-post-excerpt has-small-font-size"><p class="wp-block-post-excerpt__excerpt">Ein Beitrag von Jordan Mutombo Erster Tag in Südafrika: Erste Eindrücke und spannende Gespräche Durch mein einjähriges Studium an der Europäischen Akademie der Arbeit hatte ich die besondere Ehre, im… <a class="wp-block-post-excerpt__more-link" href="https://forumwk.de/2026/07/20/studienreise-nach-suedafrika-teil-1/"><strong>weiterlesen…</strong></a></p></div>
</li><li class="wp-block-post post-11506 post type-post status-publish format-standard has-post-thumbnail hentry category-kultur-bildung-literatur category-politik-wirtschaft-umwelt tag-studienreise-nach-suedafrika">
<h2 class="wp-block-post-title has-large-font-size"><a href="https://forumwk.de/2026/07/20/studienreise-nach-suedafrika-teil-2/" target="_self">Studienreise nach Südafrika – Teil 2</a></h2>

<div class="wp-block-post-excerpt has-small-font-size"><p class="wp-block-post-excerpt__excerpt">Ein Beitrag von Jordan Mutombo Vierter Tag in Südafrika: Der Tag der Arbeit – Ein unvergesslicher Moment Der vierte Tag unserer Studienreise fiel auf den 1. Mai, den internationalen Tag… <a class="wp-block-post-excerpt__more-link" href="https://forumwk.de/2026/07/20/studienreise-nach-suedafrika-teil-2/"><strong>weiterlesen…</strong></a></p></div>
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		<title>Studienreise nach Südafrika – Teil 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Autoren]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 11:13:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von Jordan Mutombo Vierter Tag in Südafrika: Der Tag der Arbeit – Ein unvergesslicher Moment Der vierte Tag unserer Studienreise fiel auf den 1. Mai, den internationalen Tag der Arbeit. Gemeinsam nahmen wir an der Maikundgebung des Gewerkschaftsdachverbands SAFTU an der City Hall in Johannesburg teil. Für mich war dieser Tag einer der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2026/07/20/studienreise-nach-suedafrika-teil-2/">Studienreise nach Südafrika – Teil 2</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
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<div class="wp-block-group has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Beitrag von Jordan Mutombo</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vierter Tag in Südafrika: Der Tag der Arbeit – Ein unvergesslicher Moment</strong></h2>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Der vierte Tag unserer Studienreise fiel auf den <strong>1. Mai</strong>, den internationalen Tag der Arbeit. Gemeinsam nahmen wir an der <strong>Maikundgebung des Gewerkschaftsdachverbands SAFTU</strong> an der <strong>City Hall in Johannesburg</strong> teil. Für mich war dieser Tag einer der emotionalsten und eindrucksvollsten der gesamten Reise.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Bereits beim Betreten des Veranstaltungsgeländes war die besondere Atmosphäre spürbar. Hunderte Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus verschiedenen Branchen hatten sich versammelt, um gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einzutreten. Fahnen, Gesänge und Sprechchöre prägten das Bild und machten deutlich, welchen hohen Stellenwert der Tag der Arbeit in Südafrika besitzt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Für mich wurde dieser Tag jedoch noch außergewöhnlicher: Ich wurde von den Veranstaltern als <strong>Gewerkschafter aus Deutschland</strong> angekündigt und eingeladen, selbst eine Rede vor den anwesenden Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern zu halten. Bevor ich mit meiner Ansprache begann, rief ich laut <strong>„Amandla!“</strong> – worauf die Menschenmenge geschlossen mit <strong>„Awethu!“</strong> antwortete. Dieser historische Ruf aus der Zeit des Kampfes gegen die Apartheid bedeutet übersetzt <strong>„Die Macht dem Volke“</strong> und sorgte für einen ganz besonderen Gänsehautmoment.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">In meiner Rede betonte ich, dass der <strong>1. Mai</strong> weit mehr sei als ein Tag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Er sei auch ein Tag für all jene Familien, die täglich Opfer bringen, damit ihre Angehörigen ein gutes Leben führen können. Beschäftigte kämpften nicht nur für bessere Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne für sich selbst, sondern auch für ihre Kinder, ihre Familien und die Gemeinschaften, in denen sie leben. Gute Arbeit bedeute deshalb immer auch soziale Sicherheit und Zukunftsperspektiven für die Menschen, die hinter jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer stehen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Besonders bewegend war für mich, diese Rede auf dem afrikanischen Kontinent halten zu dürfen. Aufgrund meines afrikanischen Migrationshintergrundes hatte dieser Moment für mich eine ganz persönliche Bedeutung. Vor Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern aus Südafrika sprechen zu dürfen, erfüllte mich mit großem Stolz und Dankbarkeit. Es war ein Augenblick, den ich sicherlich nie vergessen werde und der mir noch einmal gezeigt hat, dass Solidarität und der Einsatz für soziale Gerechtigkeit Menschen über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg verbinden.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die anschließenden Redebeiträge der südafrikanischen Gewerkschaftsvertreter beschäftigten sich unter anderem mit der hohen Arbeitslosigkeit, der sozialen Ungleichheit sowie der Forderung nach besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen. Für mich war dieser Tag weit mehr als nur der Besuch einer Maikundgebung – er war ein eindrucksvolles Erlebnis gelebter internationaler Solidarität und einer der Höhepunkte unserer gesamten Studienreise.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fünfter Tag in Südafrika: Arbeitsrecht und die bewegende Geschichte der Apartheid</strong></h2>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Am fünften Tag unserer Studienreise besuchten wir zunächst die <strong>University of Johannesburg</strong>. Dort nahmen wir an einer Vorlesung zum <strong>südafrikanischen Arbeitsrecht</strong> teil und erhielten einen Einblick in die rechtlichen Grundlagen des Arbeitsmarktes. Dabei wurden unter anderem die Rolle der Gewerkschaften, Tarifverhandlungen sowie der gesetzliche Schutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern behandelt. Besonders interessant war es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem südafrikanischen und dem deutschen Arbeitsrecht kennenzulernen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Im Anschluss stand der Besuch des <strong>Apartheid Museums</strong> in Johannesburg auf dem Programm. Bereits beim Betreten des Museums wurde deutlich, dass dieser Ort weit mehr als eine gewöhnliche Ausstellung ist. Anhand zahlreicher Originaldokumente, Fotografien, Filmaufnahmen und persönlicher Schicksale wurde die Geschichte der Apartheid eindrucksvoll aufgearbeitet. Besonders bewegend war zu sehen, wie das Leben der Menschen über Jahrzehnte hinweg allein aufgrund ihrer Hautfarbe gesetzlich geregelt und eingeschränkt wurde.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Neben dem langen Kampf von <strong>Nelson Mandela</strong> gegen das Apartheidregime wurde auch die bedeutende Rolle seiner damaligen Ehefrau <strong>Winnie Madikizela-Mandela</strong> hervorgehoben. Trotz jahrelanger Überwachung, Repressionen und persönlicher Rückschläge setzte sie sich unermüdlich für den Widerstand gegen die Apartheid ein und wurde für viele Menschen zu einem Symbol des Freiheitskampfes. Gleichzeitig zeigte das Museum auch die kontroversen Seiten ihres politischen Wirkens und machte deutlich, dass Geschichte häufig vielschichtiger ist, als sie auf den ersten Blick erscheint.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Beeindruckend war außerdem die Darstellung des langen Weges Südafrikas von einem System der Rassentrennung hin zu einer demokratischen Gesellschaft. Die Ausstellung machte deutlich, wie tief die Apartheid das Land geprägt hat und warum viele ihrer sozialen und wirtschaftlichen Folgen bis heute spürbar sind.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Für mich war der Museumsbesuch einer der emotionalsten Momente der gesamten Studienreise. Viele Themen, die wir in den Tagen zuvor mit Gewerkschaften, Wissenschaftlern und politischen Institutionen diskutiert hatten – etwa soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit oder <strong>Affirmative Action</strong> – ließen sich hier historisch einordnen. Das Museum machte eindrucksvoll deutlich, dass die Herausforderungen Südafrikas nur vor dem Hintergrund seiner Geschichte verstanden werden können.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Der Besuch regte mich dazu an, über die Bedeutung von Freiheit, Gleichberechtigung und Menschenrechten nachzudenken. Er war nicht nur ein Ort des Erinnerns, sondern auch des Lernens und der Reflexion und bildete einen würdigen Abschluss eines weiteren ereignisreichen Tages unserer Studienreise.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sechster Tag in Südafrika: Begegnungen in Soweto und ein besonderer Abschied</strong></h2>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Am letzten Tag unserer Studienreise führte uns unser Weg nach <strong>Soweto</strong>, einen der bekanntesten Townships Südafrikas. Der Tag begann mit dem Besuch der <strong>Regina Mundi Kirche</strong>, die während der Apartheid zu einem wichtigen Symbol des Widerstands wurde. Da politische Versammlungen damals häufig verboten waren, bot die Kirche vielen Menschen einen geschützten Ort, um sich auszutauschen und gegen das Apartheidregime zu organisieren. Bis heute erinnern Einschusslöcher an den Wänden sowie zahlreiche Gedenktafeln an diese bewegte Zeit.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Während des Gottesdienstes wurden wir als <strong>Gäste aus Deutschland</strong> herzlich von der Gemeinde begrüßt. Besonders berührt hat mich die offene und herzliche Atmosphäre. Zu den südafrikanischen Gospelliedern tanzte ich gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern. Obwohl wir uns sprachlich nicht immer verständigen konnten, waren die Freude, der Glaube und der Zusammenhalt der Menschen deutlich spürbar. Dieser Besuch war für mich einer der emotionalsten Momente der gesamten Studienreise.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Anschließend erkundeten wir Soweto auf eine ganz besondere Weise. Gemeinsam mit meiner Kommilitonin <strong>Martina</strong>, unserem Dolmetscher <strong>Chris</strong> und unserem südafrikanischen Tuk-Tuk-Fahrer <strong>Lungile</strong> fuhren wir mit einem Tuk Tuk durch die Straßen des Townships. Die Fahrt war stellenweise ziemlich holprig und wackelig, sorgte aber gleichzeitig für viele lustige Momente und ermöglichte uns einen authentischen Einblick in das Leben vor Ort.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Soweto wird außerhalb Südafrikas häufig mit Kriminalität und Armut in Verbindung gebracht und genießt deshalb vielerorts einen eher schlechten Ruf. Umso gespannter war ich darauf, mir selbst ein Bild von diesem geschichtsträchtigen Stadtteil zu machen. Schon nach kurzer Zeit stellte ich jedoch fest, dass die Menschen, denen wir begegneten, uns mit großer Offenheit und Herzlichkeit empfingen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Viele Bewohnerinnen und Bewohner winkten uns freundlich zu, während zahlreiche Kinder lachend auf uns zuliefen und beim Vorbeifahren mit mir abklatschten. Einige riefen dabei <strong>„Mahlangu, shoot me!“</strong>, was sinngemäß bedeutet: <em>„Heller Mann, mach ein Foto von mir!“</em> Ich musste darüber schmunzeln, weil ich – ähnlich wie in Deutschland – auch hier als jemand wahrgenommen wurde, der anders aussieht. Obwohl ich afrikanische Wurzeln habe, wurde ich aufgrund meines äußeren Erscheinungsbildes sofort als Besucher erkannt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Während der Tour wurden jedoch auch die schwierigen Lebensbedingungen vieler Menschen sichtbar. Aus Respekt vor ihrer Situation entschied ich mich bewusst dagegen, Fotos von ihrer prekären Lebenslage zu machen. Mir war es wichtiger, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und ihre Gastfreundschaft wertzuschätzen, anstatt ihre Armut mit der Kamera festzuhalten. Diese Begegnungen haben mich tief beeindruckt und mir gezeigt, dass ein Ort nicht allein nach seinem Ruf beurteilt werden sollte.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ein weiterer Höhepunkt war unser Besuch der <strong>Vilakazi Street</strong>, der weltweit einzigen Straße, in der mit <strong>Nelson Mandela</strong> und <strong>Desmond Tutu</strong> zwei Friedensnobelpreisträger gelebt haben. Dort besichtigten wir unter anderem das ehemalige Wohnhaus Nelson Mandelas und erfuhren mehr über die Geschichte des Freiheitskampfes gegen die Apartheid. Dieser Ort machte noch einmal eindrucksvoll deutlich, welche zentrale Rolle Soweto im Kampf für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte gespielt hat.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage traten wir schließlich die Fahrt zum <strong>O. R. Tambo International Airport</strong> an. Während des Rückflugs nach Deutschland ließ ich die Studienreise noch einmal Revue passieren. Die Gespräche mit Gewerkschaften, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Unternehmen sowie den Menschen vor Ort haben meinen Blick auf Südafrika nachhaltig geprägt. Besonders in Erinnerung bleiben werden mir die Diskussionen über Arbeits- und Sozialpolitik, meine Rede am <strong>Tag der Arbeit</strong> vor den Mitgliedern der <strong>SAFTU</strong>, aber vor allem die außergewöhnliche Gastfreundschaft, die wir überall erleben durften.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die Studienreise war für mich weit mehr als eine akademische Exkursion. Sie hat mir gezeigt, wie eng Geschichte, Politik, Arbeitswelt und gesellschaftlicher Zusammenhalt miteinander verbunden sind. Vor allem aber hat sie mir verdeutlicht, wie wichtig internationale Solidarität und der Austausch zwischen Gewerkschaften über Ländergrenzen hinweg sind. Ich kehre mit vielen neuen Erkenntnissen, wertvollen Begegnungen und unvergesslichen Erinnerungen nach Deutschland zurück – und mit dem Wunsch, eines Tages nach Südafrika zurückzukehren.</p>



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<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Fotos: Jordan Mutombo</p>



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<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Hier finden Sie beide Teile:</strong></p>



<div class="wp-block-query is-layout-flow wp-block-query-is-layout-flow"><ul class="wp-block-post-template is-layout-flow wp-block-post-template-is-layout-flow"><li class="wp-block-post post-11488 post type-post status-publish format-standard has-post-thumbnail hentry category-kultur-bildung-literatur category-politik-wirtschaft-umwelt tag-studienreise-nach-suedafrika">
<h2 class="wp-block-post-title has-large-font-size"><a href="https://forumwk.de/2026/07/20/studienreise-nach-suedafrika-teil-1/" target="_self">Studienreise nach Südafrika – Teil 1</a></h2>

<div class="wp-block-post-excerpt has-small-font-size"><p class="wp-block-post-excerpt__excerpt">Ein Beitrag von Jordan Mutombo Erster Tag in Südafrika: Erste Eindrücke und spannende Gespräche Durch mein einjähriges Studium an der Europäischen Akademie der Arbeit hatte ich die besondere Ehre, im… <a class="wp-block-post-excerpt__more-link" href="https://forumwk.de/2026/07/20/studienreise-nach-suedafrika-teil-1/"><strong>weiterlesen…</strong></a></p></div>
</li><li class="wp-block-post post-11506 post type-post status-publish format-standard has-post-thumbnail hentry category-kultur-bildung-literatur category-politik-wirtschaft-umwelt tag-studienreise-nach-suedafrika">
<h2 class="wp-block-post-title has-large-font-size"><a href="https://forumwk.de/2026/07/20/studienreise-nach-suedafrika-teil-2/" target="_self">Studienreise nach Südafrika – Teil 2</a></h2>

<div class="wp-block-post-excerpt has-small-font-size"><p class="wp-block-post-excerpt__excerpt">Ein Beitrag von Jordan Mutombo Vierter Tag in Südafrika: Der Tag der Arbeit – Ein unvergesslicher Moment Der vierte Tag unserer Studienreise fiel auf den 1. Mai, den internationalen Tag… <a class="wp-block-post-excerpt__more-link" href="https://forumwk.de/2026/07/20/studienreise-nach-suedafrika-teil-2/"><strong>weiterlesen…</strong></a></p></div>
</li></ul></div>



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