Allen Müttern wünsche ich alles Gute zu Muttertag.
Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai feiern viele Menschen in Deutschland den Muttertag. Blumen, kleine Geschenke oder gemeinsame Zeit mit der Familie gehören für viele dazu. Doch woher stammt dieser Tag eigentlich – und wie ist er entstanden?
Die Wurzeln des Muttertags reichen weiter zurück, als viele vermuten. Schon in der Antike gab es Feste zu Ehren von Muttergöttinnen in der griechischen und römischen Kultur. Der moderne Muttertag, wie wir ihn heute kennen, entstand jedoch erst im 19. und frühen 20. Jahrhundert – und zwar eng verbunden mit der Frauenbewegung in den USA und England.
Eine wichtige frühe Rolle spielte die US-Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis. Bereits 1865 versuchte sie, eine Mütterbewegung mit dem Namen Mothers Friendship Day ins Leben zu rufen. Ziel war es, Mütter miteinander ins Gespräch zu bringen und gesellschaftliche Fragen gemeinsam zu diskutieren. Bei den von ihr organisierten Mothers Day Meetings konnten sich Frauen über aktuelle soziale Themen austauschen.
Auch die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Julia Ward Howe prägte die Entwicklung des Muttertags. Sie startete 1870 eine Initiative für einen „Mütter-Friedenstag“ unter dem Motto peace and motherhood. Hintergrund waren die Erfahrungen des Krieges: Howe setzte sich dafür ein, dass Mütter ihre Söhne nicht länger in bewaffneten Konflikten verlieren sollten. Der Muttertag hatte also ursprünglich auch eine politische und friedensbewegte Dimension.
Als Begründerin des heutigen Muttertags gilt die US-Amerikanerin Anna Jarvis, die Tochter von Ann Maria Reeves Jarvis. Nach dem Tod ihrer Mutter organisierte sie bereits 1907 eine erste Gedenkveranstaltung zu ihren Ehren. 1908 folgte ein größerer Gottesdienst, der als Beginn des modernen Muttertags gilt. Jarvis setzte sich anschließend mit großem Engagement für einen offiziellen Ehrentag ein. Mit Erfolg: 1914 erklärte der damalige US-Präsident Woodrow Wilson den Muttertag in den USA zum nationalen Feiertag.
Nach Deutschland kam der Muttertag in den 1920er Jahren. Hier wurde er zunächst stark von Blumenhändlern unterstützt und verbreitet, weshalb Blumen bis heute als klassisches Muttertagsgeschenk gelten. Seit 1923 wird der Muttertag in Deutschland offiziell begangen – traditionell am zweiten Sonntag im Mai.
Während der Zeit des Nationalsozialismus erhielt der Muttertag eine politische Bedeutung und wurde propagandistisch genutzt, insbesondere zur Förderung eines traditionellen Familienbildes. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Tag wieder stärker zu dem, was viele Menschen heute damit verbinden: ein persönlicher Anlass, Dankbarkeit und Wertschätzung gegenüber Müttern auszudrücken.
Doch der Muttertag wird nicht von allen gleich gesehen. Manche feiern ihn mit einem Familienessen, andere mit einem Anruf, einem Brief oder einfach gemeinsamer Zeit. Gleichzeitig wird der Tag auch kritisch betrachtet: Manche sehen darin einen stark kommerzialisierten Anlass, während andere betonen, dass Anerkennung und Unterstützung für Mütter nicht auf einen einzigen Tag im Jahr beschränkt sein sollten.
Fest steht: Der Muttertag hat eine lange und bewegte Geschichte. Ursprünglich aus sozialen und friedenspolitischen Ideen entstanden, ist er heute vor allem ein Tag, an dem viele Menschen ihren Müttern Danke sagen.
Wie verbringt ihr den Muttertag? Gehören Blumen und Geschenke dazu oder eher gemeinsame Zeit?
Foto: Lutz Balschuweit, meine Mutter
wird geladen…


Schreibe einen Kommentar