Herbert & Hotchkiss  „Ihr Jahresrückblick“ – auch Ernstes kann man mit Humor besser ertragen!

Das war mal wie­der ein unter­halt­sa­mer Abend im prop­pen­vol­len Bis­tro der Katt. Her­bert und Hotch­kiss (Armin Him­mel­rath und Uwe Engel­bracht) prä­sen­tier­ten ein­mal mehr ihren spe­zi­el­len Jah­res­rück­blick für die Klein­stadt mit Herz. Wie ange­kün­digt, boten die bei­den Alt- und Groß­meis­ter des ber­gi­schen Humors ihren sati­ri­schen Rück­blick auf amü­san­te, aber immer auch nach­denk­li­che Art. Letz­te­res über­wog dies­mal, denn auf das ange­kün­dig­te „Bür­ger­meis­ter-Bas­hing“ und die „Hal­len­bad-Het­ze“ wur­de ver­zich­tet. Auch die Publi­kums­vor­schlä­ge  „Kran­ken­haus“, „Bür­ger­meis­ter­wahl“, “Rhom­bus“ etc. blie­ben dies­mal unbe­rück­sich­tigt. Dafür gab es Gäs­te zu The­men, die in Wer­mels­kir­chen nicht unbe­dingt zu Jubel­stür­men füh­ren. Dank der Mode­ra­to­ren, die fein­füh­lig, schlag­fer­tig und mit viel Humor betrof­fe­ne Gäs­te auf der Büh­ne begrüß­ten, wur­de dem Publi­kum ein Blick hin­ter die Kulis­sen der Ereig­nis­se prä­sen­tiert.

Ein High­light im Pro­gramm immer zuerst: Die Stra­ßen­in­ter­views mit Bür­ge­rin­nen und Bür­gern in der Tele­gra­fen­stra­ße.  Wenn nicht die Dell­män­ner selbst, wer soll­te sonst spon­tan die wich­tigs­ten Momen­te im Leben der Stadt beschrei­ben kön­nen. Kla­res Ergeb­nis neben den spon­ta­nen Ant­wor­ten: Die Wer­mels­kir­che­ner haben ein­fach Humor.

Für Herbert&Hotchkiss stan­den die ernst­haf­ten Ereig­nis­se aus Wer­mels­kir­chen dies­mal im Mit­tel­punkt. So berich­te­te die Stadt­bü­che­rei-Che­fin Kath­rin Lud­wig über das Dra­ma, was nach dem Brand in der Katt auf ihr Team ein­pras­sel­te. Die Nach­richt platz­te früh­mor­gens in ihren Schwe­den-Urlaub und es begann fürs Büche­rei-Team eine nicht enden wol­len­de Odys­see. Meh­re­re auf­wän­di­ge Umzü­ge muss­ten bewäl­tigt wer­den. Die gute Nach­richt ist, schon  sehr bald wird die Stadt­bü­che­rei wie­der dort sein, wo sie hin­ge­hört , in die Katt. Das wird dann im Lau­fe des nächs­ten Jah­res ohne die lang­jäh­ri­ge Lei­te­rin sein, denn es steht der Ruhe­stand an. Den wird sie wohl auch genie­ßen kön­nen, denn den Vor­schlag von Her­bert,  nun die Aktiv­ren­te als Umzugs­spe­zia­lis­tin  zu gestal­ten, war kei­ne gute Idee. Vol­ler Zuver­sicht  sieht Kath­rin Lud­wig für die Stadt­bü­che­rei auch mit dem schon fest­ste­hen­den Lei­ter in die Zukunft ganz ohne wei­te­re Umzü­ge.

Mari­us Klop­pe wur­de dem Publi­kum vor­stellt. Der Täto­wie­rer war mit sei­nem Black Vil­la­ge Tatoo-Stu­dio einer der Betrof­fe­nen vom Band­an­schlag an meh­re­ren Gebäu­den am dies­jäh­ri­gen Pfingst­wo­chen­en­de. Er erzähl­te ein­drucks­voll davon, was es bedeu­tet, von einem Moment zum ande­ren kei­nen Arbeits­platz und kein Ein­kom­men mehr zu haben, nicht oder nur kurz in den eige­nen Laden gehen zu kön­nen, um wich­ti­ge Arbeits­un­ter­la­gen zu sichern, nicht wis­senend, ob und wie es beruf­li­che wei­ter­geht. Er zeigt sich ent­täuscht, dass kei­ner­lei Unter­stüt­zung sei­tens der Stadt gekom­men sei, son­dern ledig­lich Unwis­sen­heit und Büro­kra­tie.  Nun blickt Mari­us Klop­pe aller­dings – allen Unbil­len zum Trotz – zuver­sicht­lich nach vor­ne. In der Musik­bar Ivy in der Carl-Lever­kus-Stra­ße hat Mari­us Klop­pe nun  eine neue Hei­mat gefun­den. Dort wer­den sich dann auch zwei Gäs­te aus dem Katt-Publi­kum vor­stel­len, die ger­ne einen Täto­wie­rungs-Gut­schein dort ein­lö­sen dür­fen.

Auch der drit­te Gast von Her­bert & Hotch­kiss konn­te mit Blick aufs zu Ende gehen­de Jahr nicht zu Freu­den­sprün­gen auf­ge­legt sein. Der Lei­ter der Jugend­mu­sik­schu­le Wer­mels­kir­chen, Jens Olaf May­land, berich­te­te von den Sor­gen und Nöten, die sich durch das „Her­ren­berg-Urteil“ für die Musik­schu­le Wer­mels­kir­chen erge­ben haben. Rund ein Drit­tel der Musik­leh­rer habe Wer­mels­kir­chen den Rücken gekehrt und sei­en in Städ­te gewech­selt, die sich sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Fest­an­stel­lun­gen noch leis­ten woll­ten und könn­ten. Mit den frei­wil­li­gen Leis­tun­gen der Stadt wer­de es, so May­land,  nach der Über­gangs­zeit sehr  schwer, die Musik­schu­le so zu erhal­ten, wie es nötig sei sie als belieb­te Insti­tu­ti­on zu erhal­ten.

Mit dem tra­di­tio­nel­len Knei­pen-Quiz und dem loka­len Musik­ge­nie Roy Madeck, der den Saal noch mal so rich­tig rock­te,  ging ein unter­halt­sa­mer Abend in der Katt zu Ende.

Die Quiz-Fra­ge aber, wann der ers­te Jah­res­rück­blick von Her­bert & Hotch­kiss statt­ge­fun­den hat, konn­te aller­dings nie­mand exakt rich­tig beant­wor­ten. Es war 1996. Was ler­nen wir dar­aus? Nächs­tes Jahr ist Jubi­lä­um: 30 Jah­re mit den bei­den gro­ßen H‘s – da freu­en wir uns drauf!

Bil­der und Video: Joa­chim Zap­pe

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert