Das Forum Wermelskirchen veröffentlicht regelmäßig Buchempfehlungen für seine Leserinnen und Leser. Denn – Das ganze Jahr über ist Lesezeit! Schon Goethe wusste: “Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zaune!”
Buchempfehlung von Simone Mühlen von der Buchhandlung Marabu.

„PAUSE“ von Lena Kupke
ISBN: 9783423285421
Erschienen 05.2026 im dtv Verlag
Gebunden 23,00€
Lena Kupke “Pause” gelesen und für Sie vorgestellt von Simone Mühlen
Es gibt Bücher, die einen beim Lesen unterhalten. Und dann gibt es Bücher, wie Pause von Lena Kupke, die sich anfühlen, als würden sie einem leise die Hand auf die Schulter legen und sagen: „Du musst nicht immer funktionieren.“
Hanna ist 36 und plötzlich steht ihr Leben still. Nach einem Zusammenbruch zieht sie zurück zu ihren Eltern nach Lüneburg — zurück in ein Haus voller Erinnerungen, unausgesprochener Gefühle und dieser seltsamen Mischung aus Nähe und Distanz, die Familien manchmal mit sich bringen. Während ihre Freundinnen längst eigene Familien gründen und das Leben um sie herum einfach weiterläuft, versucht Hanna überhaupt erst einmal wieder klarzukommen.
Ihre Tage bestehen plötzlich aus Arztterminen, Schlaflosigkeit, überfordernden Gedanken und diesem ständigen Gefühl, den Anschluss an das eigene Leben verloren zu haben. Gleichzeitig prallt sie wieder auf ihre Familie, auf alte Rollenbilder und auf Dinge, die jahrelang nie ausgesprochen wurden. Zwischen vorsichtigen Gesprächen, kleinen Streitereien und diesen typisch familiären Momenten, die gleichzeitig weh tun und vertraut wirken, beginnt Hanna langsam zu begreifen, dass Heilung nicht bedeutet, plötzlich wieder „die Alte“ zu sein.
Ich glaube, genau deshalb hat mich dieses Buch so berührt. Weil es nicht laut ist. Nicht dramatisch um jeden Preis. Sondern ehrlich. Lena Kupke schreibt mit so viel Wärme, Humor und Feingefühl über Erschöpfung, Überforderung und das Gefühl, sich selbst irgendwo zwischen Alltag und Erwartungen verloren zu haben. Besonders schön fand ich, dass sich die Geschichte trotz ernster Themen nie hoffnungslos anfühlt. Zwischen all den schweren Gedanken gibt es kleine Momente voller Leichtigkeit, Gespräche zum Schmunzeln und dieses vorsichtige Gefühl, dass man auch nach schwierigen Zeiten wieder lernen kann zu atmen. “Pause” ist kein Buch, das perfekte Lösungen liefert. Aber eines, das zeigt, wie wichtig es manchmal ist, stehen zu bleiben, bevor man sich selbst komplett verliert. Und genau deshalb bleibt diese Geschichte noch lange in meinem Kopf.

Beitragsbild: Marie-Louise Lichtenberg / Fotos: Buchhandlung Marabu / Verlag dtv


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